Max Payne 3 Preview - Zwischen Tradition und Innovation

Leserbeitrag

Nicht nur Max Payne hat eine harte Zeit hinter sich, sondern auch der dritte Teil seiner gleichnamigen Spieleserie. Bereits Anfang 2009 wurde Max Payne 3 offiziell angekündigt, der Release war für Ende des gleichen Jahres geplant. Zwei Jahre später wissen wir, dass daraus nichts wurde und wir nun erst im März 2012 in die Rolle des von Schicksalsschlägen getroffenen Ex-Polizisten schlüpfen können. Kam die zusätzliche Entwicklungszeit dem Spiel zu Gute?

Schon der zweite Teil der Serie hatte den vielsagenden Untertitel “The Fall of Max Payne” und die Vorgeschichte zu Max Payne 3 zeigt, dass Max seinen Fall die letzten acht Jahre fröhlich fortgesetzt hat. Nachdem er in den ersten beiden Teilen alle Personen verloren hat, die ihm lieb und teuer waren, hat sich Max der Alkohol- und Tablettensucht hingegeben. Sein alter Freund Raul Passos überzeugt ihn davon, nach Sao Paolo zu kommen und dort als Sicherheitsmann für eine reiche Familie zu arbeiten. Schlussendlich sieht er sich aufgrund eines rachesüchtigen Mafiabosses in New York gezwungen, das Angebot anzunehmen. Haupthaar und Lederjacke lässt Max zu Hause, legt sich stattdessen einen ordentlichen Bart und ein weniger ordentliches Muscle-Shirt zu und mischt so die Unterwelt in Sao Paolos Favelas auf.

Zwar gibt es einzelne Flashbacks, in denen wir Max im altbekannten New Yorker Setting steuern dürfen, diese sollen aber nur einen kleinen Teil des Spiels ausmachen. Hauptsächlich sind wir in den sonnigen Gefilden Brasiliens unterwegs. Trotzdem möchte Rockstar das Noir-Feeling, das die ersten beiden Teile so ausgemacht hat, beibehalten und dies allein durch die Charaktere und die Story erzeugen. Ob das mit so einer hellen und freundlichen Lichtstimmung funktionieren kann, muss sich erst noch zeigen.

Im Gegensatz zum Setting hat sich bei den Spielmechaniken wenig geändert. Immer noch steuern wir Max aus der Third-Person-Perspektive und springen mit Unterstützung der serientypischen Bullet-Time in Zeitlupe um die Gegnerhorden herum. Neu ist jedoch das Deckungssystem, ohne das heute kaum ein Third-Person-Shooter mehr auszukommen scheint. Per Knopfdruck können wir uns jederzeit hinter der nächstbesten Wand verstecken.
Dadurch läuft das Spiel jedoch Gefahr, das hohe Tempo und die kinoreife Inszenierung der ersten beiden Teile auf der Strecke bleiben zu lassen. Ist Max bei Teil zwei noch ununterbrochen durch den Raum gesegelt, hat Gegner im Flug erschossen und ist immer in Bewegung gewesen, kann man sich nun hinter den nächstbesten Zementblocken hocken, die Bullettime aktivieren und immer mal wieder aus der Deckung schauen, um die Gegner zu zerlegen. Es wurde zwar versprochen, dass es auch möglich ist, die Gegner ausschließlich wie in den Vorgängern zu bekämpfen, allerdings konnte Max bereits mit Nutzung der Deckung nur überleben, indem er sich regelmäßig Schmerzmittel zur Wiederherstellung seiner Gesundheit einwarf. Der Schwierigkeitsgrad war bei unserer Präsentation jedoch noch nicht final ausbalanciert, es ist also möglich, dass sich dies bis zum Release im März noch ändert.

Ansonsten ist Max Payne 3 aber genau wie seine Vorgänger aufgebaut. Wir laufen durch ein streng lineares Gebiet, bekämpfen eine Gegnerwelle, sehen eine kurze Zwischensequenz, laufen weiter, triggern die nächste Gegnerwelle, sehen die nächste Sequenz und so weiter. 2003 war das noch völlig in Ordnung, in Zeiten von Uncharted 3 kann das jedoch schnell langweilig werden. In den beiden Leveln die wir zu sehen bekamen fehlten die Höhepunkte, die etwa Sonys Flaggschiff im Minutentakt abfeuert. Gelegentlich schmeißt sich Max an eine Kette, um sich ein Stockwerk tiefer zu befördern, während wir von dort in Zeitlupe die unten wartenden Gegner beharken oder ballert von einem fahrenden Bus aus auf Brasiliens Unterwelt, so wirklich begeistern können solche Sequenzen heute aber nicht mehr. Ob Max Payne 3 mit der aktuellen Konkurrenz mithalten kann, wird stark davon abhängig sein, wie oft und in welcher Intensität Rockstar das Spielgeschehen etwa durch geschickt platzierte Skriptsequenzen auflockern kann.

Weitere Themen: Max Payne, Max Payne 3 Demo, Rockstar Games

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