Review - Medal of Honor Multiplayer Beta

Leserbeitrag
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Ich habe mal meine Zeit genutzt, und die Multiplayer Beta von Medal of Honor für euch getestet. Im Test erfahrt ihr etwas über Gameplay, Optik und Technik der PC-Beta.

Die Technik

Der Multiplayer wird von DICE entwickelt – daher kommt als Engine auch die Frostbite 1.5 der Schweden zum Einsatz, während der Singleplayer die Unreal Engine 3 nutzt. Die Frostbite 1.5 bietet wie die Version in Bad Company 2 einen DirectX-9-, -10- und -11-Modus, welchen du auf Wunsch per Ini-Datei ändern dürfst. Im Gegensatz zu Bad Company 2 greift das MSAA an Polygon-Kanten sichtbar besser, auch die absoluten Bildraten sind höher – dies dürfte aber vor allem den kleineren Maps und geringeren Spielerzahlen zuzuschreiben sein. Die beiden spielbaren Maps aber bleiben im Wesentlichen unzerstörbar, was aus Balancing-Gründen auch sinnvoll, aber schade ist.Optik und Sound

Obwohl der Multiplayer auf der Frostbite 1.5 basiert, ist es DICE gelungen, den Stil des Singleplayers recht gut einzufangen (gerade ”Helmand Valley” erinnert stark an die gezeigten Trailer der US Army Rangers) – allerdings ist die Ähnlichkeit zu Bad Company 2 nicht zu verleugnen. Die Umgebung ist detailliert gestaltet, dank hoch aufgelösten Shadowmaps und Alpha-Tests neigt diese zudem kaum zum Flimmern – positiv für das Aiming. Allerdings trüben wie so oft diverse Matsch-Texturen das Bild. Die Charaktere sind ansehnlich , die Animationen dagegen könnten noch ein wenig Feinschliff vertragen – vor allem im Sprint sehen die Bewegungen etwas unnatürlich aus. Ebenfalls noch verbesserungswürdig sind die Waffen-Modelle, die halbautomatische M21 des Snipers etwa ist schwach texturiert und wirkt, als wäre sie ein Kinderspielzeug. Explosionen und Sperrfeuer sind druckvoll, der Sound ist basslastig und wuchtig – auch die Schüsse klingen satt. Freunde dicker 5.1-Anlagen dürfte dies freuen, wenngleich es sich nicht übermäßig realistisch anhört. Alles in Allem sind Optik wie Sound für eine Beta ausgereift und gut bis sehr gut umgesetzt.

Gameplay

Die Gefechte in Medal of Honor finden auf zwei Maps mit je einem eigenen Spielmodus und bis zu 24 Spielern statt. Dedicated Server statt Matchmaking: Ausgewählt wird per Serverbrowser (der noch etwas buggy ist), Friends- oder Favoriten-Liste. Derzeit stehen drei Klassen bereit: Rifleman, Special Ops und Sniper. Diese unterscheiden schlicht durch die Bewaffnung – mit dabei sind unter anderem das M16 und die AK-47 als Primärwaffen, dazu kommen C4-Sprengsätze, ein Granatwerfer oder eine Panzerfaust als Sekundärwaffe hinzu. Eine Pistole und ein lieblos animiertes Messer sind vorhanden. Munition steht auf den Maps in Form von Kisten, geht jedoch ohnehin nur selten aus. Allen Waffen gemein ist das kaum vorhandene Recoil, zudem fällt das Aiming präziser aus als in Bad Company 2, ohne jedoch die Genauigkeit eines Modern Warfare zu erreichen. Allerdings – und das dürfte vielen sauer aufstoßen – darf man sich nur ducken, dafür unendlich lange sprinten. Letzteres hilft jedoch kaum, wer einmal unter Feuer liegt, stirbt für gewöhnlich – Autohealing hin oder her. Zwar gilt auch in Medal of Honor der Grundsatz des ”wer pumpt das Magazin schneller in den Gegner”-Prinzips, allerdings ist das Hit-Verhalten stärker als ein Bad Company 2: Ein Headshot ist absolut tödlich, auf den Körper reichen teils schon zwei Schuss – im schlechtesten Fall auch mal drei bis vier. Wenig überraschend zieht die große Zahl der Spieler mit Sturmgewehren in die Schlacht. Sniper sind seltener, dank halbautomatischen Gewehren jedoch auf lange bis mittlere Distanz bei entsprechendem Skill todbringend. Eine Kill-Cam ist nicht vorhanden, Sie sehen nur, wer Sie mit welcher Waffe erwischt hat

Kills bringen Punkte, durch diese steigst du in aktuell bis zu sieben Stufen auf. Ein gewöhnlicher Frag bringt 10 Punkte, ist dieser per Headshot erzielt worden, weitere fünf. Für 40 Punkte ordern wir einen sehr flott einschlagenden Mörserschlag, für 100 Punkte regnet es Raketen. Allerdings sind Killstrikes nicht jedermanns Sache. Neben den Punkten im laufenden Match sammelst du Punkte, um dein Alter Ego zu verbessern: Für 25 Punkte erhälst du ein zusätzliches Magazin, bei Level 4 eine neue Waffe wie die Schrotflinte oder ein leichtes Maschinengewehr. Auch stehen unter anderem Schalldämpfer, bessere Scopes oder stärkere Munition bereit. Pro Runde sind je nach Spieler 200 bis über 500 Punkte möglich – die Zweitwaffe steht schon für 500 Punkte bereit, die bessere Munition für 1.100. Allerdings geht der Counter jedes Mal wieder von Null los, das heißt für die bessere Munition sind absolut gesehen 3.000 Punkte nötig.

Auf der Wüsten-Map ”Helmand Valley” wird ”Combat Mission” gespielt, hier müssen die Amerikaner (”Coalition”) der Reihe nach fünf Ziele einnehmen, die Taliban (”Insurgents”) verteidigen diese und verringern dabei die Tickets der Angreifer. Teamplay ist praktisch nicht vorhanden, jeder stürmt zum aktuellen Ziel und ballert drauflos; gelegentlich deckt ein Sniper den Rücken. Aufgrund des überschaubaren Terrains sind Scharfschützen gefährliche Gegner, die schlauchartige Map wird jedoch zu flott gespielt, als dass man in Form eines Sniper von sicherer Warte aus das Gelände effektiv mit Kugeln bestreichen könnte – Infight ist angesagt. Auf ”Helmand Valley” steht übrigens auch ein Bradley, dieser wird wie die fest montierten MGs jedoch selten genutzt und ist ohnehin etwas buggy. ”Team Assault” entspricht dem klassischen TDM, gespielt wird auf ”Kabul City Ruins”. Diese ist wie der Name andeutet, eine Stadt-Map und daher recht verwinkelt – als Sniper ist hier kaum etwas zu holen. Team-Play ist wenig überraschend nicht vorhanden und im TDM auch nicht zu erwarten.

Fazit

Mit Bad Company 2 und Modern Warfare 2 sind zwei sehr beliebte Multiplayer-Titel am Markt. Wer nun noch der Meinung ist, Medal of Honor vereine das Beste aus beiden Welten, hat nur bedingt Recht. Ja, die Multiplayer Beta macht bereits viel Spaß – vor allem ”Kabul City Ruins” gefiel mir gut. Aber Medal of Honor übernimmt auch die jeweiligen Schwächen: Das knackige Aiming und die stärkere Trefferwirkung aus Modern Warfare 2 werden durch die mangelnde Liegefunktion und die hüftsteife Bewegung absurdum geführt, der Bradley kommt auf der kleinen Map kaum zur Geltung. Teamplay ist selten vorhanden, die Matches sind taktisch seicht bis anspruchslos. Frostbite 1.5 würde zerstörbare Maps erlauben, genutzt wird diese Möglichkeit aber (noch) nicht. Medal of Honor mischt also bekannte Elemente, ohne selbst neue Impulse zu geben und vor allem ohne die jeweiligen Schwächen von Bad Company 2 und Modern Warfare 2 so richtig auszumerzen. Immerhin: Medal of Honor wird Dedicated Server bieten und die Performance ist schon jetzt ziemlich gut.

Weitere Themen: Huawei Honor, multiplayer, Electronic Arts

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