Minecraft: Den Job geschmissen, um einen Server für autistische Kinder zu leiten

Marvin Fuhrmann

Helden in Videospielen sind keine Seltenheit. In der Realität muss man sie leider immer wieder mit der Lupe suchen. Zu ihnen gehört auch Stuart Duncan, der seinen Job aufgegeben hat, um einen Minecraft-Server zu betreiben, der sich an autistische Kinder und deren Familien richtet.

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Minecraft ist ein Spiel für Groß und Klein und verbindet damit Millionen Spieler auf dem Planeten. Kein Wunder also, dass Stuart Duncan diese Plattform nutzt, um sie für sein Herzensprojekt zu nutzen. Der Server “Autcraft” richtet sich an Kinder mit Autismus, einer neurologischen und tiefgreifenden Entwicklungsstörung. Die Betroffenen haben Probleme damit, Informationen und Wahrnehmungen von außen zu verarbeiten, was sich häufig auf die soziale Interaktion und das Verhalten auswirkt. Duncan will mit seinem Werk ein wenig Erleichterung verschaffen.

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Minecraft – E3 2017

Duncan hat seinen Job als Web-Entwickler aufgegeben, um für Autcraft durchgängig verfügbar zu sein. Das berichtet die Seite PCGamer. Dort haben autistische Kinder und deren Familien einen Platz, um sich kreativ auszutoben, miteinander zu kommunizieren und einander zu helfen. In den ersten beiden Jahren nach dem Start hat er zwei Kindern geholfen, die mit Suizidgedanken zu kämpfen hatten. Nachdem er gemerkt hatte, dass er mehr Zeit dafür braucht, schmiss er seinen Job. Heute finanziert sich das Projekt über Spenden. Auch auf Patreon ist Autcraft zu finden.

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Duncans erster von zwei Söhnen ist auch autistisch veranlagt. Das Projekt begann damit, dass er mit seinen Söhnen jeden Abend Minecraft starteten und wieder einen kleinen Teil zu der eigenen Welt hinzugefügt haben. Laut Duncan ist Minecraft die perfekte Welt für Autisten. Denn dort lässt sich die Kreativität dank geregelter und vorhersehbarer Systeme ausleben. Viele Autisten haben mit der echten Welt Probleme, weil sie nach geregelten Systemen leben, die es im alltäglichen Leben nur selten gibt. Duncan selbst hat die Diagnose Autismus erst im Erwachsenenalter bekommen. Die Community hat auch ihm geholfen, die Welt mit neuen Augen zu sehen.

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