Terraria Test – Viel mehr als nur Minecraft 2D

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Dreist kommt weiter. Indie-Entwickler Re-Logic hat sich einfach das erfolgreiche
Minecraft-Prinzip gemopst und es in die zweite Dimension programmiert. Herausgekommen ist dabei sehr viel mehr als ein Klon des Massenphänomens. Die Welt von “Terraria” ist motivierend und magisch. Wir stellen euch unsere neue Sandkastenliebe vor.

Terraria Test  – Viel mehr als nur Minecraft 2D

“Create World” heißt es im minimalistischen Startfenster von Terraria. Das wirkt wenig einladend. Außerdem ist es schon spät; aber ich habe mir nun mal fest vorgenommen, wenigstens einen kurzen Blick in das kleine Spiel mit dem großen Vorbild zu werfen. Also führe ich meinen Mauszeiger etwas mürrisch über das veraltete Textfeld und klicke.

Es ist ein kleiner Klick für mich – ein riesiger für die Spielerwelt von “Terraria”. In wenigen Sekunden werden unzählige Wälder, tiefe Kerker, verborgene Schatztruhen, glitzernde Erze, fiese Monster und fliegende Inseln generiert. Per Zufall versteht sich. Keine Welt gleicht hier der anderen. Der “GIGA-Man” – so habe ich mein digitales Alter-Ego genannt – steht mitten drin, in dieser fremden Welt. Erschaffen wurde der hässliche Pixel-Winzling im Charakter-Editor von “Terraria”. Mehr als ein paar rudimentäre Farbeinstellungen gibt dieser allerdings nicht her. Grafik und Präsentation gehören schon mal nicht zu den Stärken des zweidimensionalen “Minecraft”-Klons. Muss ja auch nicht, schließlich ist auch “Terrarias” großer Bruder nicht gerade ein Inbegriff von High-End-Optik.


Die Stärken von “Minecraft” liegen woanders. Im Erschaffen, Erkunden und Ausprobieren – im vorsichtigen Aneignen der Umgebung. “Terraria” transportiert diese suchterzeugenden Eigenschaften einfach direkt in die zweite Dimension. Schon wenige Minuten nach der Ankunft des GIGA-Man in der Spielwelt, ist es um mich geschehen. Die grünen Schleimwesen, die mich in der Wildnis von “Terraria” immer wieder angreifen, mögen für mein Holzschwert noch keine besonders große Gefahr darstellen – doch irgendetwas sagt mir, dass ich es nachts mit ganz anderen Kalibern zu tun haben werde.

Also benimmt sich der GIGA-Man erst einmal wie die Axt im Walde und hackt im Takt der meditativen Melodie von “Terraria” auf ahnungslose Laubwälder ein. Der komische Guide-NPC, der mir die ganze Zeit seltsam ferngesteuert hinterherläuft, wird erst mal ignoriert. Seine umständlich formulierten Sprechblasen-Tipps verwirren den GIGA-Man nur. Ich folge einfach meinem Instinkt und der sagt: Haus bauen!


Über die ESC-Taste lande ich im Inventar des GIGA-Man. Viel hat der Knabe noch nicht dabei: Ein bisschen Dreck, etwas Schleim von dem erlegten Ungeziefer und jede Menge Holz. Eine unauffällige Leiste unter dem Inventar will mir wohl deuten, dass hier Handwerksoptionen darauf warten, benutzt zu werden. Besonders zugänglich ist das allerdings nicht. Vielleicht hätte man sich doch intensiver mit den Tipps des NPCs beschäftigen sollen. Ein paar Überlegungen später ist es dann doch vollbracht. Der GIGA-Man verfügt nun über eine Werkbank, mit deren Hilfe er über 100 Gegenstände herstellen kann. Alles was es nun braucht, sind die richtigen Rohstoffe. Bessere Waffen, neue Werkzeuge, Tränke, Ziegelsteine, Uhren, Möbel, Schmelzöfen – die Produktionsmöglichkeiten sind Legion.

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