Artikel - Die Geschichte des Kopierschutzes

Leserbeitrag
19

Ein Problem, welches bei Spielen immer schlimmer wird, sind Raubkopien. Illegale Kopien ermöglichten Anwendern den Kaufpreis zu umgehen. Um dieser Bewegung etwas entgegenzusetzen, überlegten sich die Spiele-Entwickler Kopierschütze, die unbefugte Kopien unterbinden sollen. In den letzten Jahren gab es eine Vielzahl von Kopierschützen, auf die in diesem Artikel eingegangen werden soll.

 

Dongle (1980)

Der Kopierschutz Dongle bestand nur aus einem einzigen Stecker, der, vergleichbar mit einem USB-Stick in einem Port des Rechners gesteckt werden musste. Das Programm überprüfte dann beim Start, ob dieser Stecker eingesteckt war und startete, bei einer erfolgreichen Überprüfung. Heutzutage wird das Dongle-System noch bei mancher Software genutzt. Der erste Dongle wurde bei dem Programm ?Wordcraft? auf dem Commodore PET genutzt.

 

Lenslok

Ein weiterer Kopierschutz in den 80er Jahren war Lenslok. Dieser wurde bei Heimcomputern wie dem Commodore 64, Sinclair ZX Spectrum, sowie dem Schneider/Amstrad CPC eingesetzt. Das bekannteste Spiel, welches diesen Schutz nutze war das Spiel Elite.

Bei diesem Kopierschutz, wurde am Start des Spiels ein undeutliches Zeichen gezeigt. Dieses konnte man nur mittels einer mitgelieferten Plastiklinse entziffern. Diese bestand aus etlichen kleinen Prismen, die eingestanzt waren. Die Linse hatte dabei die ungefähre Größe einer Cassette. Wenn man nun das Zeichen entziffert hatte, konnte man das Ergebnis dann in einem Textfeld eingeben, um das Spiel zu starten.

 

The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy (1984)

In dem Spiel zu dem Film ”Per Anhalter durch die Galaxis” führte Infocom die Feelies ein. Dies waren kleine Beigaben zum Spiel, die zum Thema passten. So beinhaltete das Spiel:

  • Ein Ansteckbutton mit der Aufschrift ?Don’t Panic!?
  • Eine Plastiktüte, in der ein ?pocket fluff? (ein kleiner Baumwollball) war
  • Eine gedruckte Anweisung zur Zerstörung von Arthur Dents Haus
  • Eine gedruckte Anweisung zur Zerstörung der Erde (in Vogonisch)
  • Eine offizielle mikroskopische Raumflotte (eine leere Plastiktüte)
  • ”Peril Sensitive Sunglasses” (Eine Sonnenbrille aus undurchsichtigem schwarzen Karton)
  • How Many Times Has This Happened to You?, eine Werbebroschüre für den fiktionalen Reiseführer ?Per Anhalter durch die Galaxis?

Diese Gegenstände konnten für bestimmte Rätsel hilfreich sein, erhöhten aber am meisten den Kaufgrund.

 

The Secret of Monkey Island (1990)

Der Entwickler Lucasfilm Games Kopierschutz für ihr Spiel ”The Secret of Monkey Island” überlegten. Dadurch entstand ein weiterer ”Off-Game”-Kopierschutz. Das heißt, dass im Spiel eine Frage gestellt wurde, die nur mit dem in der Verkaufsverpackung enthaltene Dial-a-Pirate, zwei aneinander liegende Pappscheiben, die unabhängig voneinander drehen ließen. Dadurch wurden verschiedene Piratengesichter, die je zur Hälfte aus einer Pappscheibe bestanden. Dabei wurde konnte man durch beschriftete Löcher eine Jahreszahl ablesen, die dem jeweiligem Ort, der gefragt wurde, zugewiesen war.

So wurde zum Beispiel gefragt: ”Wann wurde dieser Pirat in Jamaika aufgeknüpft?” Dazu war ein Bild eines Pirates abgebildet, welcher dann mit dem Dial-a-Pirate zusammengebaut werden musste. Nun musste man nur noch den gesuchten Ort mit der jeweiligen Jahreszahl finden und im Spiel eingeben.

Der Nachteil dieses Kopierschutzes aber war, dass die Scheiben leicht zu kopieren waren.

 

Dune (1992)

Das, von Cryo Interactive Entertainment entwickelte, Spiel Dune hatte einen einfachen und ebenso genialen Kopierschutz. So wurden während des Spielens, Bilder aus dem Handbuch erfragt.

 

Folgen des Kopierschutzes

Zu der Zeit, waren die Folgen des Kopierschutzes auch manchmal versteckt. Ein gutes Beispiel ist hierfür der Fussball Manager. Wurde hier die Kopierschutz Abfrage nicht bestanden, sabotierte das Spiel sich selbst. So verlor die eigene Mannschaft immer haushoch. Dieses System wurde auch in aktuelleren Spielen wie Batman: Arkham Asylum verwendet. Nutze man hier einen Crack konnte Batman seinen Umhang nicht mehr zum Fliegen verwenden und das Spiel war unschaffbar.

SecuROM

Mit der CD kam dann ein, von den Benutzern eher ungeliebter Kopierschutz: SecuROM. In den ersten Versionen prüfte Sony´s Kopierschutz lediglich die Physikalische Verteilung der Daten auf dem Medium, das heißt, es prüft, wo sich welche Datei auf dem Medium befindet. Später basierte SecuROM auch auf der Digitalen Rechteverwaltung. D.h. das sich die Programme im Internet, durch die Seriennummer, authentifizieren. Das Problem hierbei ist, dass der Hersteller die Anzahl der möglichen Authentifizierungen  bestimmen können. So kann man das eine Spiel nur 3-mal neu installieren, aber das andere so oft wie man möchte.

Online-Aktivierung

Mittlerweile ist die Online-Aktivierung weit verbreitet. Das heißt, dass das Spiel mit einem Benutzerkonto, wie z.B. eines von Steam, verbunden wird. Diese Spiele werden dann über einen Client gestartet. Der Vorteil dabei ist, dass man die Aktivierten Spiele mit den aktuellsten Patches runterladen kann. Der große Nachteil ist, das man Online-Verbunden sein muss, um ein Spiel zu aktivieren.

 

Ubisoft-Kopierschutz

Der wohl härteste Kopierschutz für Spiele ist zurzeit der von Ubisoft. Dieser zwingt den Spieler eine dauerhafte Internet-Verbindung zu halten. Dabei ist das Spiel mit den Ubisoft-Server verbunden. Diese Schutzmaßnahme wurde bei dem Strategiespiel Siedler 7 eingeführt. Vorteile des Kopierschutzes sind, dass man nun keine DVD zum Spielen benötigt. Doch die Nachteile überwiegen deutlich. Zum einen sind, besonders zum Start des Systems, die Server sehr unstabil. Folge dessen kann man nicht immer spielen. Das Spielen ohne eine Internetflatrate wird außerdem sehr eingeschränkt, da man nicht unendlich Daten übertragen kann, ohne das es zu teuer wird. Auch das Spielen ohne Internet, z.B. bei einem Leitungsausfall oder mit einem Laptop auf einer Zug-Reise. Dies sind nur wenige Nachteile des Kopierschutzes. Da die diese Methode bereits geknackt wurde, plant Ubisoft bereits seinen Schutz zu verstärken, indem sie Spielrelevante Dateien auf ihre Server auslagern.

Weitere Themen: LucasArts

Neue Artikel von GIGA GAMES

GIGA Marktplatz