Jack Sparrow war gestern - Treasure Island

Leserbeitrag
187

(Maxi) Das noch junge neue Jahr wirft momentan mit Adventures um sich. Mit eXperience 112, So Blonde und dem heutigen Thema Treasure Island bekommen die Indys unter Euch viel zu tun. Der Berliner Entwickler Radon Labs hievte das geschriebene Werk Die Schatzinsel von Robert L. Stevenson in digitale Sphären und wirft das ganze unter dem eben genannten Namen auf den Markt. Wir haben das Point & Click-Geplänkel ausführlich angespielt.

Jack Sparrow war gestern - Treasure Island

Direkt zum Einstieg werdet Ihr mit der harten Realität konfrontiert, in der Hauptheld “Jim Hawkings” leben muss. Seine beiden Eltern sind kürzlich verstorben und hinterlassen ihrem 17-Jährigen Sohn ein Gasthaus, das seine besten Tage bereits hinter sich hat. Das erste was ins Auge sticht ist die wirklich schöne Grafik. Das Spiel präsentiert Euch direkt zu Beginn eine weite Schlucht während Jim auf einem Grabhügel im Vordergrund steht und um seine Eltern trauert.

Sofort wird klar: “Treasure Island” hat nichts von dem Humor eines “Monkey Island” oder “Jack Kean” in seinem eigenen Repertoire. Was eigentlich klar ist, denn die Romanvorlage “Die Schatzinsel” gehört zu den etwas längeren Romanen. Von Anfang bis Ende wird versucht die reiferen Instinkte der Spieler anzusprechen, also keine “Gags zum Wegwerfen” wie sie uns zum Beispiel in “Ankh” ständig über den Weg laufen.

Zurück ins Geschehen. Jim hat in seinem geerbten Gasthaus seit längerer Zeit nur einen Besucher begrüßen dürfen. Dabei handelt es sich um den seltsamen Mann Bill, der den ganzen langen Tag nichts anderes macht als die Alkoholvorräte des Hauses zu leeren. Eines Tage betritt ein Fremder die Schwelle unserer Gaststätte und ermordet Bill während wir im Keller Wein auftreiben. Irgendwann finden wir auch eine Schatzkarte und das Abenteuer beginnt!

In Sachen Gameplay bekommen wir hier gewohnte Kost geboten. Wir führen Jim mit der Maus durch die (sehr schönen) Areale und suchen mit dem Mauszeiger den Bildschirm nach etwas zum Anklicken ab. Die dadurch gefundenen Gegenstände wandern in unser Inventar, von wo aus wir sie mit anderen Items kombinieren oder an einem anderen Ort einsetzen können; das alles passiert ganz einfach über Drag & Drop. Für Anfänger gibt es noch die “HotSpot”-Hilfe die, wenn aktiviert, sämtliche Gegenstände im Bildschirm mit Druck auf die Leertaste sichtbar macht.

Und genau hier stößt “Treasure Island” an seine Grenzen. Denn dadurch, dass man alle Gegenstände durch einen Glitzereffekt hervorheben kann verkommt dieses Spiel zum stupiden “abklicken” von Punkten und die schönen Areale verblassen dadurch nur zur Kulisse. Die Vertonung der Charaktere ist natürlich immer eine Frage des Geschmacks, aber uns sind nur wenige wirklich schlechte Sprecher aufgefallen. Ein Großteil (darunter alle Hauptcharaktere) sind sauber gesprochen und bringen “Treasure Island” einen großen Pluspunkt ein. Auch die Rätsel können sich durchaus sehen lassen.

“Treasue Island” ist zusammen mit “eXperience 112″ das schönste Adventure der letzten Zeit. Die Umgebungen laden zum Erforschen und ein und die Bedienung geht locker von der Hand. Die Story nimmt einen angenehmen Verlauf an und die Charaktere sind schön anzuhören. Mit diesem Spiel können Adventure-Freunde sicher etwas anfangen.

In eigener Sache:

Jedes mal wenn ich ein Point&Click Adventure spiele, fällt mir immer wieder auf wie angestaubt dieses Genre einfach ist. Nur in ganz seltenen Fällen kommt so etwas wie “Spannung” auf, und noch seltener fängt man an wirklich ernsthaft zu lachen. Während sich die alten Spiele nur auf Rätsel beschränkt haben, versuchen die Spiele der neuen Generation mit hübscher Grafik, Vertonung und großer Story zu kaschieren was sie wirklich sind. Rätselspiele und sonst nichts anderes.

Wie seht Ihr das? Seid Ihr Point&Click-Fanatiker? Oder könnt Ihr dieses Genre einfach nicht mehr sehen? Schreibt Eure Meinung dazu in die Comments, denn ich brauche sie für die Sendung heute Abend um 22 Uhr!

Weitere Themen: LucasArts

Neue Artikel von GIGA GAMES

GIGA Marktplatz