Need for Speed: The Run Test - Road Trip USA auf Speed

Jonas Wekenborg
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Nachdem Electronic Arts bei seiner NfS-Serie einen Paradigmenwechsel vollzog und auf zwei verschiedene Stile setzte, dachte ich, zukünftig würden alle Racer der Marke unter Hot Pursuit firmieren. Typischer Fall von falsch gedacht. Mit Need for Speed: The Run kommt nämlich plötzlich ein weiterer Ableger der Raser-Reihe auf den Markt, der in ein ähnliches Horn stößt und waghalsige Straßenrennen bietet, jedoch mehr auf das Element Story setzen soll. Typischer Fall von schön wärs!"

Need for Speed: The Run Test - Road Trip USA auf Speed

Die Handlung in Need for Speed: The Run ist leider so was von aufgesetzt, oberflächlich erzählt und am Ende völlig nebensächlich, dass sie kaum eine Erwähnung verdient. Letztlich rechtfertigt sie lediglich die vielen Rennen von A nach B, oder besser gesagt von West nach Ost. Euer Weg führt euch nämlich auf über 3000 Kilometern quer durch die USA, von San Francisco nach New York. Der Grund: Gangster wollen dem Protagonisten Jack Rourke ans Leder und nur mit einem Sieg gegen 200 Konkurrenten kann er seine horrenden Schulden abbezahlen.


Viel mehr muss man über die Geschichte nicht wissen, denn mehr ist da auch nicht. In den Zwischensequenzen gibt es das zu erwartende Blabla der Halbstarken und ein paar belanglose Quicktime-Einlagen. Spannend geht anders. Allerdings überrascht die unbefriedigende Darstellung nicht allzu sehr, wenn man auf den Entwickler schaut: Black Box fabrizierte zuletzt mit Undercover den letzten schwachen NfS-Teil vor der Neuaufstellung der Reihe. Merklich fortentwickelt hat man sich mit “The Run” daher nur punktuell.

Beispielsweise greift man beim technischen Unterbau nun zur umjubelten Frostbite-2-Engine, die bekanntlich Battlefield 3 zu optischen Spitzenleistungen anfeuert. Dessen opulente Strahlkraft erreicht man zwar hier bei Weitem nicht, trotzdem sind die abwechslungsreichen Locations teils wirklich hübsch inszeniert. Vor allem die gelungenen Lichteffekte bringen viel Leben in die amerikanischen Landschaften. Black Box bleibt sich aber treu und reißt mit dem Hintern selbst ein, was man zuvor an positiven Eindrücken aufgebaut hat: Die Framerate ist leider erneut ziemlich instabil. Daran krankt in erster Linie das Geschwindigkeitsgefühl bei Überholmanövern: Während Asphalt und Umgebung glaubhaft fix an uns vorbeisausen, scheinen Widersacher wundersam stillzustehen. Dass dabei gehörig an Rennatmosphäre verloren geht, könnt ihr euch sicher ausmalen. Diese wird zusätzlich durch eher schwachbrüstige Motorensounds belastet, was beim insgesamt doch eigentlich satten Sound ein wenig verwunderlich ist.


Das ist schade, denn was die PS-Wettkämpfe betrifft, bemüht sich The Run um Wiedergutmachung. Bei der Gestaltung der verschiedenen Veranstaltungen gibt man sich zumindest Mühe, abwechslungsreiche Ideen zu präsentieren. Wenn ich auf den zehn Etappen ins Ziel den notwendigen Fortschritt erziele, liefere ich mir Duelle mit den Konkurrenten und versuche, einen bestimmten Rang zu errasen, eine vorgegebene Anzahl von Widersachern zu überholen, Kontrollpunkte rechtzeitig zu erreichen oder im Kampf gegen die Uhr zu bestehen. Sogar Polizeiverfolgungen, Takedowns oder die Umfahrung von Blockaden sind dabei. Zweite Sieger gibt es allerdings nicht, wer nicht ganz oben landet, muss das Event nochmals absolvieren. Das ist bei den freischaltbaren Herausforderungen ein wenig anders, geht es doch primär darum, möglichst gute Zeiten in den Asphalt zu brennen und dafür Medaillen und neue Karossen zu kassieren.

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