Need for Speed: Undercover - Motor vergessen?

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(Maxi) Der Name Need for Speed hatte in den letzten Jahren einen schweren Stand. In Fankreisen kursierte immer mehr die Meinung, dass die Serie im Laufe der Zeit an Qualität verloren hätte. Der letzte Teil Pro Street gilt als herbe Enttäuschung. Nun hat sich Entwickler Black Box zurück ans Zeichenbrett begeben, um ein völlig neues Rennspiel zu kreieren. Neben dem typischen Need for Speed-Flair sollen die Verfolgungsjagden wieder mit von der Partie sein, ebenso eine spannungsgeladene Hintergrundgeschichte.

Need for Speed: Undercover  - Motor vergessen?

Ihr spielt einen verdeckten Agenten, der von der Polizei in die örtliche Raser-Szene geschmuggelt wird. Von nun an nehmt ihr an acht unterschiedlichen Renntypen Teil, die euren Ruf in der Szene und eure Finanzen steigern. Mit dem frisch verdienten Penunzen tuned ihr euer vorhandenes Auto oder kauft euch direkt ein neues Fahrgestell. Wenn ihr euch in der frei befahrbaren Stadt zu schnell bewegt, habt ihr sofort die Polizei im Nacken. Das hört sich doch alles stark nach “Most Wanted” an, nicht wahr? Richtig, denn “Undercover” eifert dem “NFS”-Teil aus dem Jahre 2006 an einigen Stellen stark nach.

Wenn ihr das Spiel startet, ist erst mal alles in Ordnung. Die Kamerafahrten in den Zwischensequenzen sind erste Sahne, und auch die Optik lässt erstmal keine Wünsche offen. Eine etwas schwache Framerate trübt das Erlebnis ein wenig, aber das liegt noch im verschmerzbaren Bereich. Der eigentlich Knackpunkt in der Grafik sind die Lichteffekte: Ich habe noch nie eine Sonne so stark strahlen sehen wie in diesem Spiel. Und ich wohne in Bayern! Dem sonnigsten Land auf diesem Planeten!

Genug vom Größenwahn. Das komplette Szenario spielt sich in den frühen Morgenstunden ab. Und das hat eben zur Folge, dass ihr gefühlte 90 Prozent der Zeit gegen die Morgensonne fahrt. Ich nehme an, damit versucht man zwei Dinge zu erreichen. Das eine ist das Übertünchen der schwachen Umgebungsgrafik und das andere ist das Hoffen auf Coolness. Beides funktioniert in den ersten Minuten problemlos, allerdings fällt dem geschulten Gamer-Auge dieser Trick nach einiger Zeit auf. Trotzdem kann man nicht abstreiten, dass es hübsch aussieht. Aber nach einiger Zeit nervt die stechende Morgensonne massiv.

Der nächste Punkt ist die freie befahrbare Stadt. Die ist nämlich, meiner Einschätzung nach, komplett sinnlos. Nehmen wir doch mal die Stadt aus “Midnight Club LA” als Beispiel. Dort muss man von A nach B fahren, um zum Startpunkt der jeweiligen Rennen zu gelangen. Manchmal meldet sich ein Kollege von euch über den PDA, oder ihr könnt eure Garage oder Werkstatt aufsuchen. Kurz gesagt: Die Stadt wird als vollwertiges Element der Spielmechanik behandelt und trägt zur Atmosphäre bei. Im aktuellen “NFS”-Pendant gibt es überhaupt keinen Grund sich in der Stadt fortzubewegen.

Es gibt weder Gegner, denen ihr auf den Straßen begegnet, um sie herauszufordern, noch existiert eure Garage auf der Karte. Die Rennen müssen ebenfalls nicht manuell angefahren werden, sondern ihr drückt ganz einfach die Tabulator-Taste und springt über diese Qickjump-Funktion direkt in die Rasereien. Diese Gründe führen dazu, dass es keinen wirklichen Grund gibt die Stadt zu erforschen. Schade.

Wenn ihr mehr zu “NFS: Undercover” erfahren wollt, könnt ihr heute Abend gerne der gemeinen Raserei beiwohnen. Um 23:30 starten wir die Motoren und ihr hoffentlich die Diskussion in den Comments!

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