Ninja Gaiden 3 Test – Ninja meiden!

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Die Ninja Gaiden-Saga wird erneut zur Trilogie. Zwar ohne Großmeister Itagaki, aber das macht nichts, schließlich kann Team Ninja auch ohne den exzentrischen Japaner gute Spiele schaffen. Dachten wir jedenfalls, bis wir Ninja Gaiden 3 gespielt haben. Zwar sind wir keine Hardcore-Fans der Ninja Gaiden-Reihe, können also die Enttäuschung der wahren Fans nicht ganz nachvollziehen. Aber wir mögen gute Actionspiele und selbst als solches versagt Teil 3 in nahezu jeder Hinsicht.

Es muss schon wirklich schwer gewesen sein, eine so etablierte Formel wie die der Ninja Gaiden-Spiele derart zu verhunzen. Das komplexe Kampfsystem wurde stark simplifiziert, der knackige Schwierigkeitsgrad zurückgeschraubt, die Kameraführung scheinbar Michael Bay überlassen. In „Ninja Gaiden 3“ stimmen tatsächlich so viele Dinge nicht, dass man sich ernsthaft fragen darf, ob die Jungs und Mädels bei Team Ninja überhaupt Bock auf dieses Spiel hatten oder es einfach nur „hinter sich“ bringen wollten.

Man merkt keine Leidenschaft hinter diesem Projekt, man sieht keine Vision. Nur den Versuch, ein sehr japanisches Actionspiel dem westlichen Markt durch Quick-Time-Events aller Art anzupassen. Alles ist natürlich nicht schlecht am neuen „Ninja Gaiden“, der Funke hinter der Story ist sogar ein sehr interessanter.

Team Ninja erzählt die Geschichte von Ryu Hayabusa, dem Drachen-Ninja, der schon unzählige Seelen auf dem Gewissen hat. Hat er dadurch seine Menschlichkeit verloren, obwohl er vermeintlich Gutes tut? Zu Beginn verschmilzt Ryus rechter Arm mit seiner Drachenklinge und mutiert, das Blut und die Qual all jener, die er auf dem Gewissen hat, rotieren nun in seinem Körper. Den Fluch will er natürlich wieder loswerden und muss sich auf dieser Reise seinem wahren Ich stellen.

Klingt vielversprechend, die Umsetzung des Ganzen lässt aber zu wünschen übrig. Ryu redet zwar wesentlich mehr als zuvor, ein glaubwürdiger Charakter ist er aber nicht. Dafür ist der Kontrast zwischen gnadenloser Schnetzelei, wimmernder Soldaten und freundlichen Gesprächen mit der kleinen Tochter seiner Auftraggeberin einfach zu hoch.
Spaß macht die wirre Geschichte dann aber doch irgendwie, was vor allem am Oberfiesling, dem Alchemisten, liegt. Der hat einfach nur unglaublich viel Freude daran, böse zu sein und die Dialoge mit dem wahnsinnigen Maskenträger im roten Gewandt erinnern an das Hin und Her zwischen Solid Snake und Liquid in „Metal Gear Solid“. Alle anderen Charaktere bleiben blass und sämtliche Geschehnisse sollten besser nicht hinterfragt werden – Logik und Nachvollziehbarkeit sitzen hier in der zweiten Reihe.

Damit wären die positiven Aspekte von „Ninja Gaiden 3“ aber auch schon fast abgehandelt. Das Prunkstück der Reihe – das umfangreiche, komplexe und unheimlich befriedigende Kampfsystem – wurde komplett verändert. Statt sich grazil und flüssig mit Combos, Ausweich- und Blockmanövern durch Gegnerreihen zu schneiden, verlässt sich Ryu dieses Mal auf eine simplere Vorgehensweise.

Einfaches Spammen der leichten Attacke reicht in 80% aller Kämpfe locker aus, um zu gewinnen – zumindest auf dem normalen Schwierigkeitsgrad. Dadurch lässt sich „Ninja Gaiden 3“ teilweise einhändig spielen, denn dank Auto-Zielerfassung wird nicht mal mehr der Analogstick wirklich im Kampf benötigt. Gezieltes Vorgehen ist aber auch schwierig, denn die Kamera ist meistens zu nah dran oder zu weit weg, außerdem wackelt das Teil die ganze Zeit. Dadurch soll das Gemetzel intensiv wirken, tatsächlich bereitet es aber nur Kopfschmerzen.

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