Pandora’s Tower Kurzcheck: Alles für die Liebste

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Wir hacken und peitschen und klettern und meistern die neun Türme von Pandora, die in Wahrheit gar keine Türme sind und auch irgendwie total an das Gamedesign von Shadow of the Colossus, Zelda und CastleVania erinnern und sowieso: Was ist eigentlich “Pandora’s Tower”?

Das Action-Rollenspiel “Pandora’s Tower” ist einer der Wii-Titel aus japanischer Schmiede, die Spieler in Europa so dringend gefordert hatten, dass er gemeinsam mit “Xenoblade Chronicles” und “Last Story” schließlich doch noch in Deutschland Einzug hielt.

“Pandora’s Tower” ist ein Action-RPG, wie man es aus japanischen Landen kennt. In einer recht offensichtlichen Mischung aus „CastleVania“ und „Zelda“ steuert ihr den Protagonisten Aeron, der mit Schwert und Kettenpeitsche auf die Jagd nach dem Fleisch überl gelaunter Bestien ist. Das tut er aber nicht, weil er gar ein Jägersmann ist, nein, Aeron möchte damit den Fluch seiner Geliebten Helena abwenden. Die wurde nämlich, gerade als sie das Lied der Erntekönigin singen wollte, von einem Jahrtausende altem Fluch heimgesucht, der sie nach und nach in ein Ungeheuer zu verwandeln droht.

Allein das Fleisch der Bestienmeister, Wächter der neun Türme des namensgebenden “Pandora’s Tower“, kann diese Verwandlung endgültig beenden und dem Schicksal der beiden Liebenden eine positive Wendung bescheren. Nicht genug, dass sich der wortkarge Aeron dabei immer wieder in die tödlichen Türme begeben muss, werden die beiden und ihre Begleiterin Mawda von der Armee gejagt. Mit jeder Menge Feind im Nacken arbeitet es sich auch besonders schnell – und Schnelligkeit ist in “Pandora’s Tower” auch besonders wichtig. Unbarmherzig tickt am unteren Bildschirmrand ein Timer herunter, der angibt, wie nahe Helena der endgültigen Verwandlung zum Monstrum steht.

Hat Blondschopf Aeron dann einmal einen Klumpen Bestienfleisch von einem Diener abgeschnibbelt und spurtet den gesamten Weg zurück ins Gasthaus, wo die beiden Frauen warten, dann kann die Verwandlung ein wenig zurückgedreht werden. Allerdings müssen wir uns dann erneut den Weg durch den derzeitigen Turm kämpfen; Ohne Hände keine Kekse.

Nach und nach erschlagen wir also die Obermotze in den Turmspitzen – nebenbei bemerkt handelt es sich nicht um Türme im eigentlichen Sinn, eher Schlossabschnitte ähnlich denen von “CastleVania: Lords of Shadows“. Der Vergleich bleibt auf lange Sicht nicht der einzige, den man zwischen Ganbarions und Konamis Spielen ziehen kann. Die Peitsche an Aerons Handgelenk hätte kaum eine tödlichere oder praktischere Wirkung in der Hand eines Belmonts. Damit können wir nämlich Gegner zusammenketten, abschießen, durch die Gegend schleudern oder zu handlichen Paketen zusammenschnüren. An einem augenscheinlichen Ende angelangt, hilft die Peitsche in ungeahnte Höhen zu kommen, Abgründe zu überwinden oder wir nutzen sie einfach, um unerreichbare Hebel zu betätigen.

Die meisten Anwendungsmöglichkeiten außerhalb des Kampfes gehen schnell ins Blut über, während der Kampf an sich einen wahren Krampf darstellt. Wild mit dem Wii-Nunchuk fuchtelnd kommt es bei den vielen Taktiken, die verschiedene Gegner erfordern, schnell vor, dass der Arm lahmt, die Sehnenscheide sich entzündet und der Controller durch den Raum zu fliegen droht. Noch dazu zieht der Schwierigkeitsgrad bereits im dritten Turm immens an, bleibt dann aber konstant knackig.

Neben der Peitsche gibt es aber auch noch diverse Nahkampfwaffen, die wir bei der mystischen Mawda im Rasthaus aufwerten können. Dazu schleppen wir einfach jeglichen Schund, den wir in den Türmen finden, zu ihr und werkeln daraus nützliche Materialien.

Fazit:

“Pandora’s Tower” ist ja mal sowas von japanisch. Gut, wer auf die ganz krasse Emo-Schiene mit verweichlichten Helden steht, die die Klappe nicht aufkriegen und Liebesgeschichten, die einfach nicht aus dem Knick kommen, der wird sich an der cineastischen Hintergrundstory nicht stören. Dann könnte aber eventuell noch ein wenig an der Steuerung gemäckelt werden. Immerhin hat bereits “The Legend of Zelda: Skyward Sword” unter Beweis gestellt, dass man für das Nunchuk gute Action-RPGs designen kann.

Nicht ganz so episch wie ein “Xenoblade Chronicles” hat sich “Pandora’s Tower” dennoch einen Platz im Spieleregal von Rollenspielfreunden und Wii-Spielern verdient. Nebenbei begeisterten nämlich vor allem die umfangreichen Videosequenzen und der fulminante Soundtrack. Mit einer Spielzeit von fast 15 Stunden hat dieses Spiel unseren Erfahrungsschatz über japanisches Game-Design nachhaltig bereichert.

Wertung: 79%

 

 

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Weitere Themen: Wii, Nintendo


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