Persona 5 im Test: Nah an der Perfektion

Sandro Kreitlow
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Ein halbes Jahr nachdem japanische Spieler Persona 5 schon euphorisch feierten erscheint der Titel nun endlich auch bei uns. Die Erwartungen vieler Spieler ist immens, soll es sich hierbei doch um eines der besten Rollenspiele aller Zeiten handeln. Dabei geht Entwickler Atlus noch einen Schritt weiter.

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Persona 5 - Alles zum JRPG

Anzugträger werden von Neon-Farben angeleuchet, verspielte Klänge schallen durch den Raum. In einem riesigen Spielcasino schleiche ich über den Menschenmassen umher. Eine unbekannte Stimme nennt mich Joker, leitet mich auf meinem Weg. Zwei Sicherheitsbeauftragte stellen sich mir in den Weg. Plötzlich verwandeln sie sich in eine Gestalt, die zwar einem Stier ähnelt, in seiner Form aber keinem realen Tier gleicht. Um mich diesem Wächter zu stellen, rufe ich Arsene, eine dunkle Gestalt. Der Zylinder verdeckt den Großteil des Kopfes. Ohne weitere Erklärung erledigt Arsene die Gegner, ehe mir weitere Sicherheitsbeauftragte entgegenkommen. Die unbekannte Stimme verrät mir einen Fluchtweg. Es folgt eine lange Verfolgung. Am Boden angekommen warten Hunderte Polizisten bereits. Die einzige Möglichkeit, jetzt noch zu entkommen, ist die Leiter. Doch hier ist Schluss – An der letzten Stufe angekommen, ergreifen mich Spezialkräfte. Im Gefängnis aufgewacht muss ich mich dem Verhör stellen. Eine Frau namens Sae bittet mich, ehrlich zu antworten. Was habe ich getan?

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Schnell macht Persona 5 klar: Die Grenzen zwischen echter und alternativer Realität verschwimmen. Nach dem aufregenden Intro darfst Du Dich zwischen den vier Schwierigkeitsstufen Safe, Easy, Normal und Hard entscheiden und Deinen Protagonisten benennen.

Die Chancen, zu gewinnen, liegen bei nahezu null“ erklärt mir eine mysteriöse Stimme. Ein halbes Jahr zuvor - Ich finde mich in einem Zug wieder. Mein Smartphone benachrichtigt mich, während ich mich dank Navigationssystem durch die Menschenmassen Tokios auf den Weg zu meiner neuen Unterkunft mache. Ein rotes Symbol ploppt auf. Die Zeit steht still, als plötzlich blaue Funken auftauchen, in denen ein teuflisches Gesicht grinst. War es ein Tagtraum? Oder eher ein Alptraum? Das rote Symbol gleicht einem Auge. Es ist mir nicht bekannt – App gelöscht. In engen Straßen angekommen, erkundige ich mich bei Bewohnern der Gegend über Sojiro Sakura. An seinem Haus öffnet niemand, ehe ich erfahre, dass Sakura als mein zukünftiger Vermieter noch in seinem Café arbeitet. Es war nicht das Haus, in dem er mich übernachten lassen wird. Stattdessen präsentiert er mir die schäbige, zugestaubte Abstellkammer des Cafés als mein zukünftiges Zimmer.

Das Tokio von Persona 5 basiert auf dem realen Stadtteil Sangenjaya, dessen Cafés und Läden im Spiel nachgestellt wurden. Zwischen dem eigenen Heim, allerlei Geschäften, Bars und Zügen muss sich der Protagonist durch die vielen Menschenmassen Tokios kämpfen.

Nachdem ich stundenlang putze, um jeglichen Staub zu entfernen, der allerlei Möbel umhüllt, wird es Zeit für mich. Wieder erscheint die App auf meinem Smartphone, doch ich bin müde, ich lege mich schlafen – App gelöscht. Meine Augen fallen zu. Ich finde mich in einem Kerker wieder, gefesselt. Ist das ein Alptraum? Was geht hier vor?

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The Velvet Room Welcomes Your Return in Persona 5

Der Velvet Room ist zurück!

Die Wahrheit ist: Der Protagonist befindet sich nicht in einem Alptraum, sondern im Serien-bekannten Velvet Room. Im fünten Persona-Teil ist dieser Raum ein Ort zwischen Traum und Realität, zwischen Geist und Materie. Der Protagonist hat einen Vertrag unterschrieben. Wie der Meister des Ortes namens Igor erklärt, ist der Protagonist ein Gefangener des Schicksals. Gemeinsam mit zwei Zwillingsschwestern führt Igor den Velvet Room. Er ist es, der erklärt, was es mit den Personas auf sich hat.

Nach der wirren Nacht mache ich mich mit Sojiro auf den Weg zur Schule, um mich für das neue Schuljahr anzumelden. Den Rest des Sonntags verbringe ich in meinem neuen zu Hause. Der 11. April steht an – Schulstart in Japan. Mit dem Zug mache ich mich auf den Weg in das neue Schuljahr. Ich treffe auf unzählige buckelig gehende Business-Menschen. Sitzplätze sind im Zug rar. Stattdessen geben mir tausende Menschen Halt, indem keine weitere Person zwischen die Reisenden passt. Nachdem ich mich nach dem Schulweg erkundige und mehrmals umsteige taucht plötzlich das rote Auge erneut auf meinem Smartphone auf. Es regnet in Strömen, doch ich bin spät dran. Ich entdecke eine Schülerin mit gleicher Uniform neben mir.

Ein Lehrer nimmt die Schülerin mit seinem Auto zur Schule. Kurze Zeit später taucht ein weiterer Schüler auf, der sich als Ryuji Sakamoto vorstellt und über Kamochida, so der Name des Lehrers, nur vulgär sprechen kann. Auch er ist spät dran, also machen wir uns gemeinsam auf den Weg zur Schule. Jedoch befindet sich statt des Schulgebäudes ein Palast vor uns. Wo sind wir? Es dauert nicht lange, bis sich uns die ersten Wächter in den Weg stellen. Kein Monster kann uns jetzt helfen – zumindest jetzt noch nicht. Denn chronologisch sind wir weit vor den Geschehnissen im Casino. Nachdem wir eingesperrt werden, prügelt Schatten-Kamochida, eine alternative Version des Lehrers auf Sakamoto ein, ehe mich die mysteriöse Stimme erreicht, die mir verrät: Um Sakamoto und mich aus dieser Lage zu bringen, muss ich die Schutzmaske von mir reißen. Ich löse jegliche Ketten, reiße die Maske von meinen Augen – Arsene erscheint. Mit ihm gelingt es uns, aus dem Palast zu entkommen, nachdem wir einer sprechenden, katzenähnlichen Figur begegnen, die ebenfalls ein Monster beschwören kann. Sie schließt sich uns an. Ihr Name: Morgana.

50% Rollenspiel, 50% Alltagssimulation

Persona 5 wartet nicht lange ab, um Dich direkt ohne große Erklärungen in die alternative Welt, dem sogenannten Metaversum, zu werfen. Dabei ist die Reihe seit dem dritten Teil dafür bekannt, aus 50 Prozent Rollenspiel und 50 Prozent Alltagssimulation zu bestehen. Auch Persona 5 ändert das nicht, doch erst nach den ersten beiden furiosen Spielstunden beginnt der erste Schultag für den Protagonisten, wenn er deutlich zu spät mit Ryuji in der Schule ankommt und auf den Lehrer Kamochida trifft, der allerdings nichts von den Geschehnissen kurz zuvor zu wissen scheint. Nach einigen Unterrichtsstunden treffen sich die beiden auf dem Dach der Schule, doch sie wissen zu diesem Zeitpunkt genauso wenig, wie Du.

Der Protagonist und seine Schulfreunde werden nicht nur mit alltäglichen Schul-Problemen konfrontiert. In Persona 5 geht es weit darüber hinaus. Gerüchte besagen, dass Kamochida Schüler misshandelt. Er ist einer von vielen Menschen, die von der Gesellschaft gezwungen werden, Masken zu tragen, um ihre innere Verwundbarkeit zu schützen. Um Mitmenschen zu helfen, muss die Gruppe um den Protagonisten nicht nur die Schutzmasken anderer Personen herunterzureißen, sondern auch ihre eigenen. Dabei führen sie noch ein zweites Leben als Diebes-Bande, sogenannte Phantomdiebe, die jedoch nicht auf den Diebstahl haptischer Reichtümer aus sind, sondern auf die inneren Gelüste von Menschen, die oft verzerrt und fehlgeleitet sind.

Persona als Eigenschaften von Menschen

Das Innere eines Menschen wird als Palast dargestellt. Im Zentrum dessen ist ein Schatz manifestiert, den es zu stehlen gilt, um die Gelüste und damit das Böse des Menschen zu besiegen. Um das zu erreichen, wechselt der Protagonist per App in die alternative Welt, ehe mithilfe von Personas Gegner besiegt werden, die sich im Palast in den Weg stellen. Personas sind die Kraft, die der Gruppe die Möglichkeit gibt, ins Innere eines Menschen vorzudringen. Dargestellt werden sie von Dämonen aus der Welt von Shin Megami Tensei. Sie repräsentieren verschiedene innere Eigenschaften, Gefühle und Wünsche einer Person. Mit der Zeit überwindet jedes Gruppenmitglied immer mehr innere Dämonen, wodurch sie in der Lage sind, sie heraufzubeschwören und für sich kämpfen zu lassen.

Einen Tag nach Schuljahres-Beginn machen sich der Protagonist, Ryuji und Morgana per App erneut auf den Weg in den Palast. Wieder treffen wir auf Schatten-Kamochida. Er ist zu stark, Morgana und ich besiegt. Der unsägliche Schmerz in Ryuji ist so groß, dass auch er nun seine Maske fallen lässt. Plötzlich offenbaren sich uns die Gelüste Kamochidas, indem eine Schülerin im Bikini auftaucht. Es ist Ann Takamaki, jene Mitschülerin, die der Protagonist auf dem Weg zum ersten Schultag traf.

Zurück in der realen Welt erlebe ich einen Tag später im Volleyball-Unterricht einen ersten Eindruck dessen, wie Kamochida mit Schülern umgeht: Er schmettert ihnen Bälle an den Kopf, sie leiden, sie haben Schmerzen. Und er soll es sein, dem die schöne Ann Takamaki gefällt? Es gibt nur einen Weg, den ersten Schritt zu machen: Ich suche das Gespräch mit ihr.

Freitag. Wäre die Woche mit all ihren Gerüchten nicht schon negativ genug, setzt Takamaris beste Freundin noch eins drauf: Sie will Selbstmord begehen. Ist sie tatsächlich eines der Opfer von Kamochida? Um das herauszufinden und dem Spuk ein Ende zu setzen, mache ich mich nach der Schule erneut mit Ryuji und Morgana auf den Weg in den Palast. Mit dabei ist allerdings auch Ann Takamaki. Auch sie ist bereit, die Maske von ihren Augen zu reißen, um Kamochida aufzuhalten. Ab sofort ist sie Teil des Teams. Die Phantomdiebe Joker (Protagonist), Skull (Ryuji), Mona (Morgana) und Panther (Ann) sind vereint, um ab sofort gegen die inneren Gelüste zu kämpfen und Mitmenschen zu helfen. Da uns Kamochida auf der nächsten Lehrerkonferenz von der Schule verweisen will, bleibt nicht mehr viel Zeit, um ins Zentrum seines Palastes zu gelangen. Zwar kann ich ihn so bekehren, um nicht gegen meine Bewährungsauflagen zu verstoßen, doch in meinem Kalender darf auch der Schulalltag nicht vernachlässigt werden. Kann ich es mir heute erlauben, in ein Palast zu gehen, um Menschen zu helfen oder habe ich morgen Prüfungen, für die ich eigentlich lernen sollte?

Der Spielverlauf gestaltet sich dadurch sehr frei, meist voller Druck, da Quests bis zu einer bestimmten Frist erledigt werden müssen. Spannung wird außerdem erzeugt, da die Taten der Phantomdiebe sowohl von der Polizei, als auch von Hobby-Detektiven verfolgt werden. Die Dungeons werden übrigens nicht mehr prozedural generiert. Stattdessen sind sie clever durchgeplant. Um ins Zentrum zu gelangen und den Schatz im tiefsten Inneren zu stehlen, schleicht das Team dabei durch den Palast, umgeht immer aufmerksameren Feinden oder greift sie rücklings an.

Frische Elemente im altbekannten, rundenbasierten Kampfsystem

Das Kampfsystem ist simpel, aber komplex. In den Dungeons kämpft die Gruppe rundenbasiert. Physische Angriffe bestehen sowohl aus Nahkampf- als auch Schusswaffen-Angriffe. Letztere bedienen sich zwar nicht unendlicher Munition, können aber mehrmals in einer Runde abgefeuert werden. In der Wahl der Waffen ist eine taktische Herangehensweise erforderlich, da einige Gegner Stärken und Schwächen gegenüber verschiedenen Waffentypen zeigen. Wenn ein Gegner einen kritischen Treffer erleidet, können zudem zusätzliche Angriffe ausgeführt werden.

Gehen alle Gegner gleichzeitig k.o., startet die Truppe eine spektakuläre Finisher-Attacke. Sie können aber auch verschont werden: Im neuen Konversationssystem kann sich die Gruppe nämlich in einem Kreuzverhör mit Gegnern unterhalten, um Geld oder Gegenstände zu erhalten.

Oder aber gegnerische Dämonen werden ins eigene Team rekrutiert, indem sie in Dialogen nach Kämpfen überzeugt werden. So sammelt der Protagonist immer mehr Masken und damit Persona. Während des Kampfes kann der Protagonist frei zwischen höchstens zwölf unterschiedlichen Personas wechseln, um möglichst effektiv gegen feindliche Dämonen zu kämpfen. Während Anns Persona Carmen feurige Attacken ausübt, fokussiert sich Morganas Persona Zorro auf Wind- und Heilmagie. Die Persona unterscheiden sich nicht nur in ihren Stärken, sondern auch in ihrer vielfältigen Optik. Vom kleinen Atlus-Maskottchen Jack Frost bis zum riesigen grünen, Wagen-reitenden Eidechsen-Monster Mara sind allerlei religiöse und mythologische Wesen dabei.

Bildergalerie Vielfalt in Persona 5

Neben den Palästen kannst Du Mementos erforschen, das kollektive Unterbewusstsein der Menschen. Hier werden Kämpfe trainiert, Personas gesammelt und Nebenquests erledigt. Mit dem Protagonisten und seinen Begleitern gehst Du nämlich nicht nur zur Schule, wo hin und wieder kurze Aufgaben in unterschiedlichen Fächern auf Dich warten, sondern erledigst auch Minijobs und triffst Dich in der Freizeit mit Freunden. Um seine Persona auszubilden, müssen Beziehungen und Freundschaften mit anderen Personen gepflegt werden. So geht der Protagonist mit ihnen nach der Schule essen, ins Kino, oder anderen Hobbys nach, um die fünf Basis-Statuswerte Mut, Charme, Wissen, Güte und Geschick zu stärken und dadurch bessere Boni für Persona zu erhalten. Des Weiteren werden Persona und damit auch der eigene Charakter entwickelt, indem sie nicht nur gesammelt, sondern auch fusioniert werden. So lassen sich abhängig vom Level des Protagonisten Masken/Persona aus mehr als 200 verschiedenen Spezies fertigen.

Nach jeder verbalen oder kämpferischen Auseinandersetzung erhälst Du Geld, EP sowie Gegenstände, die in neue Waffen und Fähigkeiten investiert werden. Da die Kämpfe sehr anspruchsvoll sind, ist es notwendig, den nächsten Eingriff ins Metaversum mit einem guten Plan anzugehen. Das hat den Vorteil, dass sich Kämpfe selten gleich anfühlen, sondern dynamisch und individuell gestaltet werden können. Gespeichert werden kann nahezu jederzeit, in Dungeons müssen dafür allerdings Schutzräume aufgesucht werden, die auch als Schnellreisepunkte dienen.

Nur etwas für Leseratten?

In der offenen Welt wird viel Lust zum Lesen verlangt. Denn die sehr gute englische Sprachausgabe kommt nur in Zwischensequenzen und in wichtigen Dialogen vor, während die meisten Dialoge per englischer Texttafel inklusive dem sprechenden Charakter eingeblendet werden. Gute englische Kenntnisse sind also Voraussetzung. Das mag den ein oder anderen vorerst abschrecken, jedoch gibt es in der immensen Anzahl der Dialoge nie einen langweiligen Moment während eines Dialogwechsels. Zu jeder Zeit gibt Dir Persona 5 das Gefühl, dass erzählerische Stücke inklusive der Nebensätze in Dialogen einen Mehrwert bieten und lieber nichts verpasst werden sollte. Wie Persona 3 und 4 kleidet sich der fünfte Teil in ein Gegenwarts-Setting und verbindet alltägliche Schulgeschichten mit einem großen Mysterium. Dieses erzählerisches Konzept gelingt, da schwerwiegende, sensible Themen wie Selbstmord und Vergewaltigung immer mit dem richtigen Ton erzählt werden – Eine Kunst!

Das Herzstück des Spiels: Die Hauptcharaktere

Der Protagonist befindet sich im zweiten Jahr der High School, musste sich wegen eines angeblichen Gesetzesverstoßes allerdings mit Bewährungsstrafe in die Obhut eines fernen Verwandten begeben und damit auch zu einer neuen Schule in Tokio wechseln. Auf dem ersten Blick erscheint er ruhig und kultiviert, doch er erzeugt einen komplett anderen Eindruck, wenn er seine Verkleidung als Phantomdieb trägt. Während es beim Protagonisten ein wenig dauert, schließen sich die drei anderen Hauptcharaktere sofort in Dein Herz. Besonders die geheimnisvolle Morgana, die sich mit dem Protagonisten das Bett und das Essen teilt, weiß zu gefallen. Auf der einen Seite benutzt sie eine gewalttätige Sprache, auf der anderen Seite ist sie der Gruppe jedoch ebenso tief verbunden, wie der rebellische Ryuji und die charmante Ann. Es folgen weitere Gruppenmitglieder, die in der Party jederzeit ausgetauscht werden können, wie die für Gerechtigkeit kämpfende Makoto Niijima oder der intelligente sowie elegante Yusuke Kitagawa. Jeder Charakter der Gruppe hat mindestens genauso viele Schwächen, wie Stärken und jedem wird eine berührende Geschichte gewidmet.

Bildergalerie Charakterdesign in Persona 5

Technisch kann Persona 5 wenig vorgeworfen werden. Zwar macht sich die einstige Entwicklung für die PlayStation 3 bemerkbar, indem die Qualität vereinzelter In-Game-Animationen (z.B. Cel Shading) schwankt, doch das weiß Persona 5 vor allem durch den einzigartigen Stil zu kaschieren.

Last but not least

Ganz nach dem Motto „Das Beste kommt zum Schluss“ macht besonders der Stil Persona 5 zu einem ganz besonderen Spiel. Der wertige Anime-Stil in Zwischensequenzen ist auf allerhöchstem Niveau, aber auch in den kleinsten Details weiß das besondere Art Design zu begeistern. Angefangen bei wackelnden Menüoptionen, die zu neuen Formationen aufblinken bis hin zu kreativ gestalteten Ladebildschirmen – Inhalte, die in sonstigen Spielen nerven, blühen hier auf. Selbst die Animationen nach dem Kampfgeschehen wissen zu überzeugen, indem das Team weiter durch einen Dungeon läuft, während die Ergebnisse des Kampfes stylisch aufploppen. Jeder der Paläste bietet einen anderen spielerischen Fokus, einen eigenen visuellen Stil und individuelle Musik. Diese ist dabei besonders herausragend. Gefühlvolle Szenen werden von Balladen mit Geigen und Gesang unterstützt, während fröhliche Pop-Rock- oder Jazz-Klänge Dich in Kämpfen der Dungeons begleiten. Jede Situation der rund 100 Spielstunden wird je nach Thema musikalisch intensiv untermalt.

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Zusammenfassung

Persona 5 nimmt all die Stärken der letzten beiden Vorgänger und verfeinert sie nicht nur, sondern fügt ebenso starke Elemente hinzu. Wenn Du Dich auf den einzigartigen und unkopierbaren Stil einlässt, wird Dich die komplexe, tiefgründige Geschichte mit ihren starken Charakteren so sehr in den Bann ziehen und das rundenbasierte Kampfsystem so sehr motivieren, dass Du den Controller nur schwer aus der Hand legen wirst. In all der Kreativität geht Atlus einen Schritt weiter und definiert das Genre neu. Persona 5 ist nicht nur Pflichtprogramm für Rollenspiel-Fans, es ist ein Meisterwerk.

Wertung

9/10
Getestet von Sandro

Persona 5 hat mich in all seinen Geschichten berührt und in jeder Stunde begeistert. Atlus hat eines der besten Rollenspiele aller Zeiten entwickelt, das mich über 100 Stunden lang begeisterte. Was eine Leistung!

Weitere Themen: Persona, E3 2016, Atlus

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