Planetside 2


Spielbeschreibung

Dann also doch. Ich habe „Planetside 2“ gespielt. Aus bisher ungeklärten Gründen erwischte mich in meinen verlängerten Weihnachtsferien urplötzlich die Lust auf einen guten Shooter. Die „Far Cry 3“ Insel war zu diesem Zeitpunkt schon bis zur letzten Wildsau ausgeweidet, Zero hatte ich nach seiner finalen Begegnung mit Handsome Jack in den verdienten Ruhestand geschickt und an „Black Ops 2“ hatte ich schneller die Lust verloren, als ich »laaaangweilig« sagen kann. Auch der Blick in die Steam-Bibliothek und die ausführliche Untersuchung meines ungespielten Spielestapels brachte nicht die erhoffte Inspiration. Was also tun? Aus dem Nichts fiel mir ein auffällig energischer Kommentar unter einer Folge Radio GIGA wieder ein:»Ihr müsst unbedingt Planetside 2 spielen! Ihr verpasst da echt etwas«. Ok, dachte ich mir – koscht ja nix.

Wer mich ein bisschen kennt, der weiß: Meine Meinung zum Free2Play-Markt ist nicht die höchste. Der Spielspaß zersetzende Einfluss des Geschäftsmodells auf das eigentliche Gameplay war oft das Objekt meiner leidenschaftlichen Kritik. Oder um es ein bisschen differenzierter auszudrücken: Es gibt Tage, an denen ich F2P für den Anti-Christen halte.

Zu zahlreich waren in der Vergangenheit die geleakten Dokumente vom hinterfotzigen Monetarisierungswahn der F2P-Hersteller, zu schamlos die hastige Verramschung altehrwürdiger Klassiker auf der kostenlosen Downloadrampe, zu schlimm die Erfahrungsberichte gebeutelter Whistleblower, die von ihren Vorgesetzten dazu gezwungen wurden, aus einem guten Spiel eine statisch durchleuchtete Geldmachine zu machen.

Ausnahmen aus meiner persönlichen F2P-Regel gibt es natürlich („LoL“,“Lotro“, “SW:Tor“), der “Klick auf das „Planetside 2“-Logo kostetet mich dennoch einiges an Überwindung. Aber meine unbändige Lust auf gehobene Shooter-Kost hatte mich an diesem Tag nun einmal hierher geführt – fürs Umkehren war es zu spät.

Hier, das ist die Seite 7Games, die große Kostenlos-Spielen-Offensive der ProSiebenSat.1 Networld. Zwischen all den „Farmeramas“ und „Maestia“ empfing mich dort nun das Billo-Artwork von „Planetside 2“. Kurze Zeit und eine bemerkenswert generische Charaktererstellung später wurde ich mit einem Affenzahn in einem Drop-Pod auf eine der drei kontinentalen Karten geschossen und dort erst einmal mir selbst überlassen.

Ich stand mitten im Nirgendwo, eine endlos erscheinende Steinwüste so weit das Auge reichte, gähnende Leere, keine Menschenseele weit und breit, keine Action. Ich hatte noch exakt zwanzig Sekunden Zeit, um mich über das fehlende Tutorial und die beeindruckende Grafik-Pracht von „Planetside 2“ zu wundern. Dann schoss mir ein terranischer Heckenschütze von hinten in den Kopf. Was für ein Start – der Client war so gut wie deinstalliert. Auf öde Gewaltmärsche mit abschließenden Frust-Kill hatte ich nun wirklich keinen Bock.

Schätzungsweise zehn Respawns später kam die Sache dann aber doch ins Rollen. Die anfängliche Desorientierung war ersten Erfolgserlebnissen gewichen. Ich hatte mich einer kleinen Gruppe des neuen Konglomerats angeschlossen und diese in meiner Rolle als Ingenieur beim Sturmlauf auf eine Basis der Vanu-Souveränität mit Munition und Rückendeckung versorgt. Und das hatte verdammt viel Spaß gemacht.

Langsam begriff ich, worum es in „Planetside 2“ geht. Wer schon einmal eine Partie „Battlefield“ gezockt hat, der weiß, mit welchem Wasser Sony Online Entertainment hier kocht. Eine von sechs Angriff- oder Supportklassen wählen, bei Bedarf Fahrzeuge bemannen, einem Squad beitreten, Stützpunkte erobern bzw. verteidigen und dabei möglichst viele XPs für neue Ausrüstung und Skills sammeln. Das Kerngeschäft ist schnell verinnerlicht und so groß wie an einigen Stellen behauptet, sind die Einstiegsprobleme dann doch nicht.

„Planetside 2“ ähnelt dem erfolgreichen Militär-Shooter von DICE aber nicht nur in dessen spielerischen Grundstrukturen, auch Gunplay, Tempo und grafische Aufbereitung befördern bei „Battlefield 3“-Veteranen sofort das wohlige Gefühl, Zuhause zu sein. Alles ist an seinem Platz, alles folgt der guten alten Conquest-Logik, alles macht genauso viel Spaß. Allerdings mit dem kleinen Unterschied, dass dieses Zuhause ganz plötzlich um das Zweihundertfache gewachsen ist. Wer sich schon von einer 64 Mann starken „Battlefield“-Partie beeindrucken lässt, dem wird in den ersten Stunden von „Planetside 2“ gehörig die Hupe gehen.

Bis zu 2000 Spieler ziehen pro Kontinent in den ewigen Krieg. Wie abstrakt diese Zahl tatsächlich ist, bemerkte ich, als ich zum ersten Mal die heftig umkämpfte Frontlinie erreichte. Was für ein Anblick! Ein Schwarm aus unzähligen Luftstreitkräften begleitete ein koordiniert vorrückendes Panzerheer an dessen Spitze ein Wirrwarr aus Explosionen und Mündungsfeuer einen nicht abreißenden Strom von Fußsoldaten verschluckte. Die Szenerie erinnerte an die berühmte Szene aus „Apokalypse Now“. „Planetside 2“ ist näher an einer realistischen Abbildung des Krieges als jedes andere Spiel, das ich bisher gespielt hatte.

Dabei waren es weniger die schiere Masse eines marodierenden Zergs in „Planetside 2“ oder die zugrundeliegende Technik, die mich faszinierte – es war vielmehr der Gedanke daran, wie sich all das auf die zukünftige Entwicklung des Genres auswirken würde. Denn auswirken, es sich wird – um mal den großen Propheten Yoda gänzlich kontextfrei zu zitieren. In der folgenden Woche spielte ich fast jeden Tag, um Antworten auf diese Frage zu finden.

Leider endete meine Woche mit „Planetside 2“ diesbezüglich in Ernüchterung. Der MMO-Shooter hat grundlegende Probleme. Zum einen erscheint mir der virtuelle Krieg ähnlich sinnlos wie der echte.

Meist tobt auf jedem Kontinent eine große Massenschlacht, bei welcher zwei gewaltige Heere in einem endlosen Stellungskrieg um einen bestimmten Stützpunkt kämpfen. Strategische Truppenbewegungen, in denen ein großes Outfit über Voice-Chat Anweisungen koordiniert vorgeht, sind extrem selten.

In der Regel sind diese Massenschlachten ein recht statisches Hin und Her ohne Sinn und Verstand. Da es als Spieler zudem extrem schwer ist, spürbar auf den Verlauf einer solch riesigen Schlacht einzuwirken – etwa durch die Zerstörung eines Schildgenerators oder die Übernahme eines Kontrollpunktes – sucht man nach einiger Zeit sein persönliches Heil in den kleinen Konflikten abseits der großen Massen.

So fand ich mich immer häufiger in einem kleinen Squad wieder, um gemeinsam mit elf anderen Spielern Basen einzunehmen und das Ressourcenkonto unserer Fraktion zu verbessern. Eine Tätigkeit, die mich sehr schnell ermüdete, denn in meisten Fällen trifft man hier auf keinerlei nennenswerten Widerstand. Stell dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin – weil alle an der Front sind. Hier sollte SOE unbedingt bessere Anreize für die Verteidigung eines Stützpunktes schaffen.

Da mich letztlich weder die gewaltigen (aber chaotischen) Massenschlachten noch die koordinierten (aber langweiligen) Stützpunkteroberungen auf Dauer befriedigten, sah ich mich irgendwann nur noch auf die stoische Erfüllung meiner Klassenaufgaben zurückgeworfen. Kurz: Das Meta-Game von „Planetside 2“ ist zu dünn – der Reiz ist momentan, langfristige Ziele fehlen.

Das alles würde mich nicht weiter stören, gelänge es „Planetside 2“, mich über das Erreichen neuer Erfahrungsstufen ausreichend zu motivieren. Das tut es leider nicht. Zwar gibt es massig neue Waffen, Klassenfähigkeiten und Ausrüstung freizuspielen, ohne das nötige Kleingeld dauert das aber vergleichsweise lange.

Für meinen Geschmack zu lange. Wer teamorientiert spielt, alle Support-XPs mitnimmt, fortwährend Basen erobert und ordentlich Abschüsse mitnimmt, der kann im Durchschnitt pro Stunde 100 Einheiten der erforderlichen Spielwährung Certification-Points verdienen. Eine gute, neue Waffe gibt es aber zum Beispiel erst für 1000 CP. Vielleicht habe ich bisher zu wenige F2P-Titel gespielt, aber mir sind zehn Stunden Spielzeit für ein vernünftiges Item irgendwie zu viel. Also zückt man den Geldbeutel und bezahlt. Für die erwähnte Waffe etwa 7,50 Euro oder – wie in meinem Fall – für einen XP-Boost (doppelte Erfahrungspunkte) für eine Woche ca. 5 Euro. Die Uhr läuft, Tobias – deine Investition muss sich ja lohnen.

Irgendwann stand für mich dann fest: Free2Play ist einfach nichts für mich. Während mich die clever dosierten Gratifikationen in „Battlefield 3“ oder „CoD“ perfekt bei der Stange halten, fühle ich mich vom mageren Erfahrungspunkteoutput in „Planetside 2“ auf eine zehrende Folter gespannt. Hätte mir „Planetside 2“ etwas mehr gegönnt – vielleicht würde ich jetzt noch spielen. Stattdessen habe ich einem tollen, innovativen Shooter schon nach einer aufregenden Woche den Rücken zugekehrt. Schade eigentlich.

Und was sagt ihr zu „Planetside 2“ und seinem F2P-Modell? Wie waren eure Erfahrungen oder habt ihr “Planetside 2″ gar nicht erst angerührt?

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      Schlage dich auf die Seite einer der drei Fraktionen und zeige im MMO-Shooter Planetside 2, dass der beste Online-Fighter in dir steckt.

      Planetside 2: Viele Performance-Updates geplant

      Sony Entertainment Online hat neue Pläne bezüglich des Free2Play-Shooters Planetside 2 im offiziellen Forum verkündet. Demnach will der Publisher das Spiel schneller machen.

      Im offiziellen Posting heißt es, dass Planetside 2 soweit fertig sei. Doch egal, wie viele Inhalte nun noch eingebaut würden, macht das Spiel keinen Spaß, wenn es ruckelt. Daher sollen in Zukunft etliche Optimierungen vorgenommen werden. Sony nennt dies „Operation: Make Faster Game“.
      Alle Spieler sollen davon profitieren, ganz gleich ob der oder diejenige vor einem Low-End oder High-End-Rechner sitzt. Dabei soll unter anderem die Bildwiederholrate erhöht werden, damit es flüssiger und schneller zu spielen ist.

      Quelle: Planetside 2 Forum

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      Planetside 2: Trailer zeigt die PhysX Features

      Auch Sony nutzt in Planetside 2 die PhysX Technologie von Nvidia. Wie schön das Spiel dadurch aussieht, zeigt ein neuer Trailer.

      Der Online-Shooter wird durch PhysX mit weiteren Partikeln und Effekten ausgestattet, die zum Beispiel Explosionen noch realistischer und epischer machen.

      PhysX wird übrigens zusammen mit der APEX Technologie auch auf der Playstation 4 unterstützt werden.

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      Planetside 2: Und was kann euer Shooter?

      Gut eine Woche ist Planetside 2 nun draußen, Sony ist sicher aber sicher, dass noch nicht jeder vom Online-Sandbox-FPS überzeugt ist. Deshalb veröffentlichte man nun einen neuen Trailer, welcher die Vorzüge des Spiels herausstellen soll.

      In welchem Shooter kann man schon mit Hunderten Mitspielern in den Krieg ziehen und lauter verrückter Manöver durchführen? Sony ist von den Qualitäten von “Planetside 2″ überzeugt und fragt euch deshalb ganz direkt, ob euer bisheriger Lieblingsshooter denn überhaupt mithalten kann.

      Planetside 2 kann kostenlos auf der offiziellen Website heruntergeladen werden, finanziert wird das Shooter-MMO durch einen Ingame-Shop.

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      Planetside 2: SOE nennt Release Termin

      Die lange Testphase hat bald ein Ende: Sony Online Entertainment gab nun den finalen Release Termin von Planetside 2 bekannt und enthüllte zudem den dritten Kontinent für das Spiel.

      Am 20. November wird das Shooter-MMO so erscheinen, Planetside 2 ist dabei für jeden Interessierten komplett kostenlos – natürlich wird das Ganze durch einen Ingame-Shop und Microtransactions finanziert. Zum Launch des Spiels wird SOE zudem auch neue Inhalte für Teilnehmer der Beta bieten können.

      Mit Amerish führt man nämlich einen dritten Kontinent ein, welcher die bisherigen Kriegsgebiete Indar und Esamir ergänzt und Spieler in ein hügeliges Sumpfgebiet schickt. Wie das Ganze in Aktion aussieht, verraten das Ankündigungsvideo und ein paar Artworks:

      Bildergalerie planetside2-amerish

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      Planetside 2 – Anmeldung für Beta möglich

      Kaum einer hätte noch damit gerechnet, ein Sequel zu dem 2003 erschienenden Online-Shooter Planetside zu erleben. Sony Online Entertainment hat uns aber eines Besseren belehrt und gibt euch nun sogar die Möglichkeit, das Spiel in der Betaphase zu testen.

      “Planetside” war 2003 seiner Zeit voraus. Riesige Kämpfe mit hunderten Teilnehmern, Fahrzeugen und Mechs formten hier das Geschehen, was Internetleitungen zum Schwitzen brachte und Spieler in Verzügung geraten ließ.

      Das Konzept einen Massively Multiplayer Online First Person Shooters war damals etwas ganz Neues und bis heute gibt es kaum Spiele, die sich noch einmal daran versucht haben. Schließlich ist es nicht leicht, einen Netzcode zu erstellen, mit dem sich so riesige Gefechte flüssig und ohne Lags darstellen lassen.

      Wenn sich also kein Konkurrent daran versucht, macht es halt “Planetside” selbst mit dem offiziellen Nachfolger. Ihr bekommt nun selbst die Gelegenheit, dass selten genutzte Konzept auszuprobieren und könnt euch auf der offiziellen Website für die Beta-Phase anmelden.

      Für alle, die sich noch nichts unter dem Spiel vorstellen können, gibt es hier noch einen Trailer:

      Planetside 2 wird als Free-To-Play-Titel an den Start gehen. Ob es später mit Mikrotransaktionen finanziert wird – etwa durch mit Realgeld bezahlbare Waffen – hat Sony Online Entertainment noch nicht endgültig entschieden.

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      Planetside 2 – Sony enthüllt Fortsetzung des MMOFPSs

      Lange mussten die Fans von “Planetside” auf eine Fortsetzung des ersten Teils warten. Gerüchte kursierten bereits und schließlich präsentierte Sony am gestrigen Abend den Online-Shooter Planetside 2 vor.

      Nach der Ankündigung eines neuen “Tribes” vor einigen Wochen, gilt “Planetside 2″ als weitere Rückkehr eines Klassikers. Im Zuge des Sony Online Entertainment FanFaire wurden nun einige Bilder, Artworks und ein erster Trailer veröffentlicht.

      Bleibt das Gameplay wie im Vorgänger, freuen wir uns umso mehr über die bessere Grafik. Ich meine, hey, es handelt sich hierbei um einen Massively-Multiplayer-Online-First-Person-Shooter! Genaue Infos zum Bezahlmodell, Gameplay oder Storyline gibt es bisher noch nicht. Aber am besten seht ihr selbst.

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  1. Planetside 2 – Anmeldung für Beta möglich

    von Robin Schweiger
    Planetside 2 – Anmeldung für Beta möglich

    Kaum einer hätte noch damit gerechnet, ein Sequel zu dem 2003 erschienenden Online-Shooter [b]Planetside[/b] zu erleben. Sony Online Entertainment hat uns aber eines Besseren belehrt und gibt euch nun sogar die Möglichkeit, das Spiel in der Betaphase zu testen...

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