Junger Russe spielt in der Kirche Pokémon GO – jetzt drohen ihm bis zu fünf Jahre Haft

Thomas Lumesberger
2

Der russische Blogger Ruslan S. hat sich dabei gefilmt, wie er in einer Kathedrale Pokémon GO spielt. Er wurde daraufhin von der Polizei verhaftet. Jetzt droht ihm eine Haftstrafe von bis zu fünf Jahren.

Junger Russe spielt in der Kirche Pokémon GO – jetzt drohen ihm bis zu fünf Jahre Haft

Im Sommer 2016 hat Pokémon GO weltweit einen Hype ausgelöst und nahezu jeder ist den virtuellen Monstern nachgejagt. Auch viele YouTuber haben sich mit dem Augmented-Reality-Spiel auseinandergesetzt und unzählige Videos veröffentlicht. So auch der junge Russe Ruslan S. Sein YouTube-Clip, der ihn beim Spielen von Pokémon GO in einer Kathedrale in Jekaterinburg zeigt, wurde im August 2016 veröffentlicht, zählt mittlerweile mehr als 1,6 Millionen Views und hat ihn gleichzeitig in massive Schwierigkeiten gebracht. Aufgrund des Videos wird ihm die Verletzung religiöser Gefühle vorgeworfen und das gilt in Russland nicht als Kavaliersdelikt.

Der Fall ist mittlerweile bei einem russischen Gericht gelandet. Sollte Ruslan S. verurteilt werden, droht ihm im schlimmsten Fall eine fünfjährige Haftstrafe. Der Angeklagte zeigt sich reumütig und würde sich freiwillig entschuldigen sowie gemeinnützige Arbeit verrichten. Die Haftstrafe hält er dagegen nicht für angemessen, weshalb er die Anklage zurückweist. Sein Anwalt fordert eine Bewährungsstrafe, so die Agentur Tass.

Auf der anderen Seite steht der Priester der Diözese, der mit den Worten „Wir setzen uns für Umerziehung ein und uns ist egal, wie das erreicht wird“ klarstellt, dass man das Gericht nicht um Nachsicht bitten werde. Wer hier auf christliche Werte wie Vergebung gehofft hat, wird enttäuscht.

714.100
Pokémon GO: Profi-Tipps
Träumerisch schön: Diese Pokémon-Gemälde gehören in jede Wohnung

Ähnlicher Vorfall im Jahr 2012

Einen ähnlichen Vorfall gab es bereits im Jahr 2012: Die Frauen-Punkband Pussy Riot hatte damals in einer Kathedrale in Moskau Präsident Wladimir Putin kritisiert und zu enge Verbindungen zwischen Kirche und Staat angeprangert. Zwei Bandmitglieder wurden sogar zu Haftstrafen verurteilt, welche allerdings durch eine Begnadigung durch Putin fallengelassen wurden. Ob Ruslan S. im Falle einer Verurteilung auf ähnliche Milde hoffen kann, werden die nächsten Monate zeigen.

via: heise.de

Neue Artikel von GIGA TECH