Prototype 2 Vorschau: Ein Blutbad im Open-World-Spektakel

Und das Thema Zerstörung wird im Nachfolger genüsslich ausbuchstabiert. Da werden einfach mal komplette Panzerkanonen abgerissen, um damit im gleichen Atemzug einen aus allen Rohren feuernden Kampfhubschrauber stilvoll vom Himmel zu holen. Gingen uns diese Fahrzeug-Takedowns im Vorgänger irgendwann doch arg auf die Nerven, sollte die Over-The-Top Action dieses Mal deutlich länger bei Stange halten können. Radical bedient unsere Zerstörungswut mit beachtlicher Kreativität.

Ein paar Minuten mit dem vollausgebauten Endgame-Heller zeigten zudem, dass auch dessen virale Fähigkeiten ein variantenreicheres Gameplay versprechen.  Heller kann zum Beispiel eine Reihe von tödlichen Fangarmen aus dem Boden sprießen lassen, um damit ganze Gegnergruppen zu zer...eh...ihr wisst schon. Doch Radical setzt nicht nur auf billige Gewaltorgie, das überarbeitete Upgrade-System stellt Heller auch Fähigkeiten zur Verfügung, die sich sinnvoll kombinieren lassen. So erhalten die spektakulären Kämpfe hin und wieder auch mal eine taktische Note. Mehr als bedachtes Vorgehen bei besonders starken Gegnern erfordert „Prototype 2“ aber auch nicht.

Im Gespräch mit einem Kollegen stellen wir schließlich noch fest, dass auch das neue „Prototype“ wieder den Kardinalsfehler des Genres begeht. Auch wenn es einen Heidenspaß macht, sich vollkommen frei und rasend schnell über Häuserfassaden gen Skyline zu katapultieren, fehlt uns noch immer das Gefühl für die Körperlichkeit der Spielfigur. Anstatt Hellers Bewegungen und Aktionen ein spürbares Eigengewicht zu geben, warten auch hier wieder nur absurde und merkwürdig kraftlose Animationen darauf, aneinandergereiht zu werden. Aber das ist natürlich Jammern auf hohem Niveau.

Fazit:

„Prototype 2“ hat sich im Verhältnis zum Vorgänger in jeder Hinsicht verbessert. Die Spielwelt ist überzeugender,  das Gameplay abwechslungsreicher und die Story gerichteter. Radical hat sich die lange Liste der Kritikpunkte sehr genau angesehen und sie pflichtbewusst abgearbeitet. Wer also mit dem in Deutschland  indizierten Erstling bereits seinen Spaß hatte, darf für „Prototype 2“ schon mal einen „Riesenspaß“ draus machen. Gehört ihr aber zu jenen, die „Prototype“ seinerzeit wegen seiner überzogenen Gewaltdarstellung, seiner blassen Hauptfigur und dem formelhaften Open-World-Prinzip links liegen ließen, dürfte euch auch der Nachfolger ziemlich kaltlassen. Eine Öffnung zu neuen Spielideen hat hier nämlich nicht stattgefunden. „Prototype 2“ ist einfach nur ein „Prototype 1“ in sehr gut. Ob uns das für eine Empfehlung reicht, wird die finale Version zeugen.

Tendenz: „sehr gut“

 

 

 

 

 

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