Wie Quake 3 den Weltfrieden erreicht hat

Alexander Gehlsdorf

Kennst du schon die Herz erwärmende Geschichte, wie eine Handvoll Quake-Bots ihre Differenzen hinter sich ließ und lernte, Frieden zu schließen?

Aktuell setzt Bethesda mit Quake Champions ein Zeichen für Frieden und Toleranz:

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Quake Champions - Ungeschnittenes Gameplay
Der heutige Weltfriedenstag ist ein guter Anlass sich darauf zu besinnen, dass die Menschheit auch ohne Konflikte und Gewalt miteinander leben kann. Wenn alle Menschen allerdings Quake 3 gespielt hätte, wäre dieser Tag hingegen überflüssig und der Weltfrieden schon längst Realität.

Alles begann 2011 in einem 4chan-Thread. Dort berichtete ein Quake-Spieler, dass er vor vier Jahren einen privaten Server aufgesetzt hatte, auf dem sich seitdem rund um die Uhr 16 Bots bekämpfen. Der Hintergrund: Die Bot-KI von Quake 3 lernt aus dem Verhalten der Gegner. Nach vier Jahren sollten aus den Bots also unschlagbare Kämpfer geworden sein, die für jeden Spieler eine tödliche Bedrohung darstellen. Doch das Gegenteil war der Fall.

Als der Spieler den Server nach vier Jahren erneut betrat, machte er eine verwundernde Feststellung: Statt sich gegenseitig abzuschießen standen alle 16 Bots regungslos im Level. Als der Spieler daraufhin selbst das Level betrat und einer der Bots abschoss, griffen die übrigen nach der nächstgelegenen Waffe und töteten den Spieler, nur um anschließend wieder friedlich zu verweilen.

In Quake 3 mag es friedlich zugegangen sein, in anderen Spielen sah das jedoch ganz anders aus:

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Was war geschehen? Offenbar sind die Bots innerhalb der vier Jahre zu dem Schluss gekommen, dass eine Kill-Death-Ratio von 0:0 statistisch besser ist als 1:1 oder gar 50:50. Der beste Weg zu überleben ist, den Kampf zu vermeiden. The only winning move is not to play. Die damaligen Thread kannst du dir hier durchlesen.

16 Quake Bots ist es gelungen, was die Menschheit nach hundertausenden Jahren nicht vermochte: Sie haben Frieden geschlossen. Umso passender also, dass Quake 3 im Jahr 2000 Deutschland von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien, kurz BPjM, aufgrund der enthaltenden Gewaltdarstellung und der davon ausgehenden verrohenden Wirkung indiziert wurde. Die BPjM: Ein Schlagloch auf der Straße zum Weltfrieden.

Oder etwa nicht? So ganz wahr ist die Geschichte letztlich leider nicht. Wie der Business Insider bereits 2013 berichtete, steckt hinter der Geschichte ein cleverer Hoax, der aufgrund der Screenshots und dem Gesprächsverlauf besonders authentisch wirkt. In Wahrheit passen sich die Bots von Quake 3 nicht dem gegnerischen Verhalten an, Versuche dieser Art sind allerdings als Mod verfügbar. Als Lagerfeuergeschichte alá Creepypaste erfreut sich die Anekdote jedoch auch heute noch großer Beliebtheit.

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