Kurz nachdem der sehr wortkarge Protagonist aus seinem Cryoschlaf erwacht ist, bemerkt er schnell, dass hier etwas nicht stimmt. Alle anderen Kammern scheinen beschädigt und so sind wir dann wohl der einzige Überlebende aus Arche 437. Als aufgetauter Supersoldat erblicken wir nach unzähligen Jahren das Licht einer extrem verwüsteten Welt. Ohne Furcht, ohne Zaudern machen wir den ersten Schritt und laufen zielstrebig in die erste Script-Sequenz hinein.
Genau das haben wir von id Software erwartet. Nach über vier Jahren ist Rage schließlich fertiggestellt und das Studio scheint auf den ersten Blick seiner Tradition, erstklassige Ego-Shooter zu entwickeln, treu geblieben zu sein.

Die Welt wurde von einem Meteoriteneinschlag gründlich verwüstet und die Zivilisation schüttelt nur langsam den Staub ihres jahrelangen Pflichtexils wieder von sich. Anarchie ist die vorherrschende Regierungsform, während es natürlich auch noch einige tugendhafte Siedler gibt, die ihr Dasein zwischen Tristesse und Terror fristen.
So stellen wir uns als eine Art prophezeiter Hilfssheriff den Nöten der guten Menschen, erledigen gewissenhaft jede Menge Aufgaben und werden dabei nicht nach unserer Meinung gefragt. Ja, hier steht ein waschechter Shooter von id vor uns. Wer ein Rollenspiel erwartet, Erfahrungspunkte oder Perks sucht, ist hier verkehrt. Dennoch schmeichelt uns id mit einer – wenn auch belanglosen – Handlung, die das Endzeit-Western-Ambiente wunderbar einrahmt. So benutzen die Entwickler die Story wunderbar dazu, um uns zu erklären, warum wir wen mit welcher Waffe erschießen sollen und wir tun es, und zwar gerne.

