ReCore angespielt: Metroid trifft Star Wars (E3 2016)

Kristin Knillmann
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ReCore in der Vorschau (E3 2016)
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ReCore ist irgendwie unscheinbar, und doch gehörte es zu den besten Spielen, welche die E3 in diesem Jahr zu bieten hatte. Warum der spirituelle Nachfolger von Metroid Prime so gut ist, verraten wir in der Vorschau.

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Was mir an ReCore gut gefallen hat:

ReCore ist das neue Spiel von Keiji Inafune (Mega Man) und Mark Pacini (Metroid Prime) und schafft es, dass ich mich für das Schicksal seiner Figuren interessiere. Protagonistin Joule erwacht nach einem Cryo-Schlaf auf dem Wüstenplaneten, an dessen Wiederaufbau sie mitgearbeitet hatte. Bloß sind alle Menschen, die mit ihr an dem Projekt gearbeitet hatten, plötzlich verschwunden, während so gut wie alle Roboter inzwischen feindlich gesinnt sind. Ein Mysterium, das gar nicht so außergewöhnlich klingt, aber durch sein an Tattooine (Star Wars) erinnerndes Setting und seine einfühlsame, charismatische Hauptdarstellerin zu funktionieren scheint. Ohne zu weit vom Gameplay abzuweichen, zeigt Joule Nuancen der Einfühlsamkeit, wenn sie sich zu ihrem Roboter-Hund Mack kniet, um seine verletzte „Pfote“ zu tätscheln.

Auch im Bezug auf das Gameplay machte ReCore in der Demo und Präsentation eine gute Figur. Das liegt vor allen Dingen am Flow, den das Spiel aufbauen kann. Wir dashen und nutzen einen Doppelsprung um die Welt zu navigieren, und bleiben dabei an keiner Ecke hängen. Selbst dann nicht, wenn Joule einen Vorsprung hochklettern möchte, aber minimal daneben gegriffen hätte. Eine Ungenauigkeit, die an anderen Stellen fehl am Platz wäre, hier aber dazu führt, dass sich die Bewegungen der Protagonistin absolut reibungslos anfühlen.

recore

Wenn es dann an die Kämpfe geht, ist ReCore gar nicht mehr so sehr Action-Adventure, wie wir im Ankündigungstrailer noch gedacht hatten. Stattdessen erwartet uns eine Mischung aus Puzzle-Elementen, Shooting-Sequenzen und Kombo-Meter. Das fühlt sich in der Essenz ein bisschen so an, als würden wir eine verlorene Darksiders-Schwester spielen.

Mit einem Klick auf den Bumper des Xbox-Controllers wechseln wir im Geschehen unsere mechanischen Begleiter. Ein spinnen-ähnlicher Roboter kann uns dann beispielsweise helfen, große Abgründe zu überwinden. Hund Mack hingegen ist ein wichtiger Begleiter im Kampf gegen andere Roboter und kann dabei helfen, das Kombo-Meter in die Höhe zu treiben. Das macht ihr sonst auch durch eure Munition, die ihr bestenfalls farblich auf die Gegner abstimmt, um mehr Schaden zu machen. Generell ist das Thema „Wechseln“ in ReCore ein Wichtiges: Der Wechsel des Begleiters mitten im Kampf ist kein Zeitfresser, sondern zählt zum Kombo-Meter hinzu und kann in großartigen Attacken resultieren. Diese Wechsel aus Farben, Begleitern und – zum Ende des Kampfes – Roboter-Cores, die stets auf die Situation abgestimmt sind, machen Laune und tragen zusätzlich zum guten Flow von ReCore bei.

Video-Bild: Recore - E3 2016 - E3 Gameplay Trailer (2)

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Was mir an ReCore nicht so gut gefallen hat:

Wer von ReCore ein klassisches Action-Adventure im Stile eines Uncharted erwartet hat, wird wohl leider enttäuscht werden. Zu groß scheint mir hier der Fokus auf Kombo-Gameplay, und zu wenig wurde der Titel zumindest vergleichsweise inszeniert. Während das Grundgerüst trotzdem stimmt, muss das Spiel vor allen Dingen beweisen, dass es eine gute Geschichte erzählen kann und im Gegner-Design genug Abwechslung für schöne Farb- und Begleiter-Kombinationen bereithält.

Dass ReCore einfach nicht aussieht wie ein aufpolierter AAA-Titel, finde ich hingegen sogar klasse. Was anderen nicht gefallen mag, ist meiner Meinung nach etwas, das dem Spiel richtig viel Charakter gibt.

Ausblick:

Gut bis Sehr Gut

ReCore erscheint schon am 16. September 2016 für die Xbox One. Der Titel erscheint nicht zum Vollpreis, sondern wird direkt zu Release für 39,99 Euro zu haben sein.

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