Um das vorweg klarzustellen: Es handelt sich dabei um ein Gerücht bzw. eine Theorie. Aber die These klingt so plausibel, dass sie tatsächlich wahr sein könnte. Denn eigentlich hätte die ohnehin schon sehr gute Sony-Konferenz mit einem absoluten Highlight abschließen sollen. Doch die Pläne haben sich in allerletzter Minute geändert.

Habt ihr die Sony-Pressekonferenz von vorletzter Nacht noch einigermaßen im Kopf? Unglaublich, mit welch hervorragendem Timing und auf welch fokussierte, pointierte Art und Weise die Titel für die PlayStation 4 vorgestellt wurden. Ein Hit jagte den nächsten, Release-Daten wurden enthüllt (The Last Guardian), neue Konzepte für Altbewährtes wurde angekündigt (God of War), die Rückkehr von heißgeliebten Charakteren wurde bestätigt (Crash Bandicoot) – eigentlich gab es nichts, das man als geneigter Zuschauer vermissen konnte.

Nichts? Doch. Etwas. Im Vorfeld der E3 hat TakeTwo nämlich verlauten lassen, dass uns zur E3 Großes erwartet. Natürlich haben wir Mafia 3 zu Gesicht bekommen, aber sollte es das wirklich schon gewesen sein? Haben nicht sämtliche Vorzeichen auf eine Rückkehr des Western-Franchise Red Dead Redemption gedeutet? Haltet euch fest: Der Titel hätte auf der Sony-Konferenz vorgestellt werden sollen. Wenn im Vorfeld der E3 nicht diese schreckliche Gräueltat in Orlando passiert wäre.

Aus Respekt vor den Opfern, den Verletzten, den Angehörigen und der LGBT-Community haben Rockstar und Sony nämlich auf die Enthüllung von Red Dead Redemption 2 (bzw. Red Dead 3) verzichtet. Im Trailer sah man angeblich eine Szene, in der ein Bandit einen Saloon betritt und sämtliche Besucher erschießt. Verständlicherweise viel zu nah dran an der grauenvollen Tat vom vergangenen Wochenende.

Der YouTube-Kanal GameRiot untermauert diese aufgestellte Theorie mit aufmerksamen Fakten: Die Sony-Pressekonferenz war ein rundes Ding, es gab keine Längen, keine Präsentation war zu kurz oder unvollständig, das Timing war absolut auf den Punkt getroffen – mit Ausnahme vom Ende. Weshalb sollte man eine geniale Pressekonferenz mit derartigen Enthüllungen mit einem Gameplay vom neu angekündigten Days Gone abschließen? Versteht mich nicht falsch, Days Gone klang verdammt interessant. Eine neue IP, ein (für die PlayStation 4 zumindest) frischer Ansatz von Zombie-Setting, der Trailer versprach viele Emotionen und eine große Story. Weshalb aber wurde dieses Spiel bereits in den ersten zwanzig Minuten angekündigt, nur um dann am Ende der Konferenz nochmal eine Gameplay-Sequenz zu zeigen? Das passte nicht, das wirkte irgendwie inkonsequent. Außerdem bestätigte Shawn Layden in seiner Aussage, dass es sich beim abschließenden Gameplay von Days Gone um eine Live-Demo handelt – dies entsprach definitiv nicht der Wahrheit, da sich das Gameplay bereits zu Beginn der Konferenz (wenn auch nur für kurze Zeit) auf dem YouTube-Kanal von PlayStation befand.

Im Video von GameRiot wird ebenfalls gesagt, dass PlayStation während der Konferenz die Trailer und Gameplays parallel auf ihrem YouTube-Kanal veröffentlichte. Bei Days Gone wurde zeitgleich zum Trailer bereits das Gameplay veröffentlicht, wenige Minuten später allerdings wieder entfernt (diese Aussage können wir von Seiten der GIGA GAMES Redaktion auch bestätigen).

Hätte uns also am Ende der Sony-Konferenz die große Enthüllung von Red Dead Redemption 2 (Red Dead 3) erwartet, wenn der schlimmste Massenmord in der jüngsten Geschichte der USA nicht am Wochenende stattgefunden hätte? Shawn Layden war am Anfang der Pressekonferenz, als er sein Beileid und tiefstes Mitempfinden für die Opfer und Angehörigen ausgedrückt hat, sichtlich berührt und aufgelöst. Die Entscheidung fiel vielleicht tatsächlich in allerletzter Minute.

Vielleicht erwarten uns in den nächsten Tagen oder auf der gamescom Neuigkeiten dazu, für die spektakuläre Enthüllung auf der wohl wichtigsten Konferenz des Videospieljahres ist es jedoch jetzt zu spät.

Quelle: GameRiot

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