Resident Evil: Operation Raccoon City Test – Böses Spiel mit guter Marke

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Zombies und Multiplayer – woran denkt ihr da zuerst? „Left 4 Dead“, “Black Ops“ oder vielleicht “Dead Island“? Doch sicher nicht an die “Resident Evil“-Reihe, oder? Warum eigentlich nicht? Immerhin hat kaum ein anderer Hersteller das Zombiegenre so nachhaltig geprägt wie Capcom. Ein Licht, dass der japanischen Spieleschmiede offenbar gerade noch rechtzeitig aufgegangen ist, um an der aktuellen Beliebtheit der untoten  Mehrspielergefechte teilzuhaben. Mit „Resident Evil: Operation Raccoon City“ springt Capcom bei voller Fahrt auf den Zombie-Zug auf und präsentiert uns damit einen Team-basierten Shooter im Resi-Universum.

Spiele, Filme, Comics – an gutem Material für eine überzeugende Hintergrundgeschichte, atmosphärische Schauplätze und interessanten Figuren sollte es der „Operation Raccoon City“ eigentlich nicht mangeln. Wie der Name schon andeutet, hat man sich bei der Umsetzung der Idee eines teambasierten Third-Person-Shooters  in der Resident Evil-Welt für die historischen Geschehnisse aus dem Jahr 1998 entschieden. Das bedeutet, wir befinden uns in der Zeit von „Resident Evil 2 & 3“.

Die Sache mit der Zombie-Apokalypse

Umbrellas T-Virus ist bereits freigesetzt und hat die Einwohner von Raccoon City in streunende Hirnfresser verwandelt. Mitten in diesem Chaos versucht der Umbrella Security Service (USS) die etwas peinliche Angelegenheit mit der Zombie-Apokalypse so schnell wie möglich zu vertuschen, während sich  gleichzeitig ein Team von US Soldaten daran macht, die viralen Gräueltaten des Unternehmens aufzudecken.

 Dieser Gegensatz dient „Operation Raccoon City“ als Aufhänger für die Mehrspielerkämpfe zwischen Regierungstruppen und Privatarmee. Damit die Schießereien nicht allzu schnell langweilig werden, haben die Entwickler noch die so genannten BOWs  (Bio-organische Waffen a.k.a. fette Monster) implementiert. Kennern der Reihe sind diese gelegentlich auftauchenden, besonders harten KI-Gegner bereits bestens bekannt. Licker, Hunter und Tyrants sollen mit ihren mächtigen Spezialattacken für aufregende Intermezzos im Shooter-Alltag sorgen.

Wer jetzt (erst) an „Left 4 Dead 1 und 2“ denkt, liegt natürlich vollkommen richtig. „Resident Evil: Operation Raccoon City“ ist ein ziemlich offensichtlicher Rip-off des erstklassigen Zombie-Hits aus dem Hause Valve. Insbesondere die Koop-Kampagne, in der wir in die Haut der Umbrella-Spezialeinheit „Wolfpack“ schlüpfen, erinnert stark an das Gameplay der „Left 4 Dead“ Reihe. Endlose Massen von Untoten branden an unsere Mündungsfeuer, während wir die  Angriffe der mächtigen Spezialgegner heil überstehen müssen und den nächsten Ausgang suchen. Hin und wieder wollen noch einfachste Missionsziele (Störsender anbringen, Laborproben aufsammeln etc.) erfüllt  und banale Boss-Gegner besiegt werden.

Left 4 Durchschnitt

Und das war es dann auch schon. Man rennt durch schlauchige Level, wehrt ein paar Gegnerwellen ab und drückt hin und wieder mal die A-Taste. Mag sein, dass auch „Left 4 Dead“ spielerisch nicht viel mehr zu bieten hatte, doch im Gegensatz zur Koproduktion von Capcom und Slant Six Games (bekannt für die „SOCOM“-Reihe) wusste Valve, wie man aus einer simplen Idee maximalen Spielspaß holt. „Resident Evil: Operation Raccoon City“ will genau das einfach nicht gelingen.

Das beginnt schon mal damit, dass wir nicht auf der Seite der Infizierten spielen dürfen. Das ist schade, denn gerade dieses Element sorgte in der „Left 4 Dead“-Reihe für viel Abwechslung, Spielwitz und die richtige Portion Schadenfreude. Eine Chance, die „Operation Raccoon City“ leider nicht nutzt.

Dafür spendiert man uns hier sechs Spielercharaktere, deren Waffen und Spezialfähigkeiten sich mit erhaltenen Erfahrungspunkten ausbauen lassen. Soll für taktische Elemente sorgen, ist aber kaum mehr als ein schlechtes Alibi für den großen Mangel an Spielideen in diesem mehr als konventionellen Shooter.Man kann sich Zombies auf der Karte anzeigen lassen, Zombies vorübergehend kontrollieren oder Zombies mit Brandmunition in Flammen aufgehen lassen. Die Auswirkungen, die diese Upgrades auf das tatsächliche Gameplay haben, sind eindeutig zu gering, um für einen spielerischen Pluspunkt zu sorgen.

Positiv auffallen hätte „Operation Raccoon City“ auch mit packenden Nahkämpfen. Schließlich haben wir es hier mit einem Third-Person-Shooter zu tun und das erlaubt den Entwicklern etwas mehr Freiraum als bei der klassischen Shooter-Konkurrenz. Mit diesen Freiheiten konnte man aber offenbar überhaupt nichts anfangen. Außer der Option, Gegner vorrübergehend als Geiseln nehmen zu können und einem simplen Nahkampfangriff, ist Slant Six Games auch hier nichts Bemerkenswertes eingefallen. Da man gemäß der Serien-Tradition auch in „Operation Raccoon City“ immer mal wieder an Munitionsmangel leidet und die Spielercharaktere zudem auch noch bei jeder Nahkampfattacke ungewollt komische Laute von sich geben, werden die Kämpfe auf engstem Raum oft zu einem ungelenken Chaos. Cool geht anders. 

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