Nehmen wir “Modern Warfare”, den König der “schnell mal einloggen und losballern”-Shooter, die es um jeden Preis vermeiden, komplex oder kompliziert zu sein. Schaden wird da einfach weggewartet, wird der Bildschirm rot, heißt das “No!”, wird er weiß, ist das ein “Go!”. Alles an diesem Spiel, und vielen seiner zahlreichen Nachahmer, ist darauf ausgelegt, die Aufmerksamkeitsspanne des Spielers möglichst schnell von A nach B zu befördern.

Warum also dieser Schritt zurück in eine Zeit, in der Shooter noch mehr waren, als ein überinszenierter Tunnelblick? Die Antwort ist so simpel wie einleuchtend: Weil es Spaß macht. Es macht Spaß, in “Resistance 3″ endlich wieder taktisch vorzugehen, mal keinen unbesiegbaren Übermenschen zu spielen. Vielmehr müsst ihr kühl kalkulieren: Wenn ich da jetzt mit wehenden Fahnen hinein renne, komme ich zwar vielleicht lebendig davon, stehe danach aber mit drei Lebenspunkten in der Botanik. Macht das Sinn?
Meistens nicht. Und genau deshalb, und um “Resistance 3″ nicht zu einem zähen Stellungskrieg geraten zu lassen, spielt Insomniac die studioeigene Trumpfkarte und serviert quasi im Nebengang eines der spaßigsten Waffenarsenale der jüngeren Shooterhistorie. Die können das, also machen sie’s auch. Shotgun, MG, Revolver, Raketenwerfer – alles hat hier einen sekundären Feuermodus, der immer irgendetwas mit sprengen/pulverisieren/Spaßmachen zu tun hat. Der “Atomisierer” verschießt sogar kleine Antimateriesog…äh, dinger, die alles aufsaugen bzw. auflösen, was sich ihnen nähert.
“Resistance: Fall of Man” und “Resistance 2″ konnten das auch bereits richtig gut, hatten aber mit anderen Dingen zu kämpfen. Teil eins war schlicht durchschnittlich, Teil zwei deutlich besser – letzter erlaubte aber lediglich das Tragen zweier Waffen gleichzeitig. Angesichts eines derart kreativen Arsenals ein unverzeihlicher Fauxpas. Und siehe da: “Resistance 3″ gibt euch wieder alles in die Hand, was nicht niet- und nagelfest ist. Wo Joe Capelli das alles hinsteckt? Wen interessiert’s…
Joe Capelli ist übrigens der Neue der “Resistance”-Reihe, Nathan Hale, der Protagonist der Vorgänger, steht nicht mehr als Weltenretter zur Verfügung. Warum, wieso, weshalb und wie es weitergeht ist eigentlich relativ nebensächlich. Die Nummer mit den außerirdischen Invasoren, ist so alt, wie das Actiongenre selbst, wirklich überraschen wird die Handlung von “Resistance 3″ niemanden, vor allem, wenn man Teil eins und zwei gespielt hat.

