Rift – Vorabtest: Wir sind immer noch in Azeroth

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Irgendetwas stimmt nicht. Unser Schurke erkundet gerade im Auftrag der Skeptiker die Strände der Freimark, als sich der strahlend blaue Himmel über ihm plötzlich unnatürlich verzerrt. Eine Säule aus gleißendem Licht fährt zu Boden und scheint die Luft zu elektrisieren. Dann geht alles ganz schnell: das Firmament reißt auf, riesige, schwarze Tentakel entfahren dem Himmel, fremdartige Gebilde ragen aus dem Boden, Blitze zucken und wir stehen plötzlich knietief im Wasser.

Rift – Vorabtest: Wir sind immer noch in Azeroth

Es ist ein Riss in der Realität, ein Tor zur Elementarebene des Wassers. Monströse Kreaturen tauchen auf und fallen über alles her, was sich ihnen in den Weg stellt. Von überall her eilen andere Mitglieder der Skeptiker-Fraktion, um gemeinsam mit uns den Kampf gegen die Invasionstruppen aufzunehmen. Unser Schurke entschließt sich aber das dramatische Geschehen schlichtweg zu ignorieren. Warum? Nun, dynamische Ereignisse dieser Art finden im MMORPG “Rift” im Minutentakt statt und irgendwie haben wir für heute unser Interesse daran verloren. Bleibt die Frage, was es in der Fantasywelt Telara sonst noch zu tun gibt. Unser Vorab-Test zu “Rift” gibt erste Antworten.

Wir haben uns durch mehrere Beta-Phasen von “Rift” gelevelt – das erlaubt uns eine erste, vorsichtige Einschätzung mittels einer Wertungstendenz. Ein Gesamturteil behalten wir uns selbstverständlich für einen Langzeittest vor, denn der Endcontent von “Rift” (“Expertendungeons”, Schlachtzug-Risse und der 20-Mann Raid “Grünschuppes Pesthauch”) wie auch einige PvP-Elemente verdienen mehrere Kontrollbesuche.

Willkommen im Freizeitpark Telara

Wer eine neue Fantasywelt erschaffen möchte, der braucht eine stimmige Mythologie, sagenhafte Heldengeschichten, fantastische Fabelwesen und einen überzeugenden Bösewicht, um sie mit Leben und Magie füllen zu können. In “Rift” heißt diese Welt Telara. Sie ist der schicksalhafte Ort einer epischen Erzählung rund um die verfeindeten “Blutsturmgötter” und die sich öffnenden Risse zu deren Elementarebenen. Es geht um wiedergeborene Heldenseelen, um Zeitreisen, einen erbittert geführten Bürgerkrieg und um den geisterhaften Oberschurken “Regulos”.

Damit sind eigentlich alle Voraussetzungen für die Erschaffung einer glaubhaften Welt erfüllt. Leider verpasst es Entwickler Trion Worlds, uns Telara auch als einen geschichtsträchtigen und schützenswerten Ort zu präsentieren. Es ist nur ein weiterer MMO-Freizeitpark, der sich voll und ganz dem stereotypen Einheitsbrei der gängigen High-Fantasy-Standards verschrieben hat. Zwar punktet Telara mit abwechslungsreichen Landschaften und dem stets präsenten Fraktionsgeplänkel zwischen den rechtschaffenden Wächtern und den pragmatischen Skeptikern – die Bewohner dieser Welt sind uns bei unseren Besuchen aber dennoch recht gleichgültig. Trion Worlds hat seine fein ausgearbeitete Hintergrund-Geschichte leider zwischen den Zeilen banal geschriebener Questtexte versteckt. Wirklich atmosphärische Momente sind in Telara daher eine Seltenheit.


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