Charaktereditoren in Rollenspielen: Wer die Wahl hat, hat die Qual

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Der Charakter-Editor stellt für Rollenspieler die Individualisierung ihres eigenen, höchst speziellen Helden dar. Ob es sich dabei um ein möglichst exaktes Ebenbild des Spielers oder aber genau dessen Gegenteil handelt, steht für ihn meist schon vorher fest. Die meisten Spieler schaffen es dann auch, relativ zufrieden mit ihrer Wahl, das Ende des Spieles mitzuerleben. Für alle anderen gilt die Diagnose: Entscheidungsneurose Charaktergenerierung.

Charaktereditoren in Rollenspielen: Wer die Wahl hat, hat die Qual

Ich leide an einem Tick. Nein, nicht die Art, wo man immer mit dem Auge zuckt oder so etwas. Ich bin lediglich nie zufrieden mit meinem Charakteraussehen. Ich liebe Rollenspiele und ich liebe es Charaktere zu erstellen. Allerdings ist es fast krankhaft, wenn man bedenkt, dass ich kurz vor dem Finale entschließe, dass mir mein Alter Ego nicht mehr gefällt und ich von vorne anfange, nur um einen anderen Bart zu wählen.

1. Charakter-Editoren: Du bist der Auserwählte

Es ist aber auch echt eine Krux: Da bieten uns die Entwickler heutzutage so viele Möglichkeiten, vorher erdachte Konzepte in einem Spiel umzusetzen und dann fällt uns später im Spiel auf, dass es doch alles irgendwie gar nicht so aussieht, wie wir das am Anfang noch gedacht hatten. Beispiel Skyrim: Ich habe alleine über 200 Stunden (bei 500 Stunden Spielzeit) mit Charaktergenerierung und anschließendem Tutorial verbracht. Der Grund war, dass mir sehr schnell mein Charakter nicht mehr gefallen hat. Plötzlich sollte es doch eine neue Frisur, ein anderer Bart, neue Augenbrauen oder einfach die Narbe auf der anderen Seite des Gesichts sein. Das alles nur, um später wieder festzustellen, dass sich optisch kaum etwas verändert hat.

Mass Effect 2 hätte sicherlich keine Herausforderung für mich dargestellt, wenn ich vorher den ersten Teil mit einem Charakter bewältigt hätte, der meinen Vorstellungen entsprochen hätte. So hingegen musste der behelmte Shepard zu Beginn des Spiels etliche Tode sterben, damit ich im Endeffekt dann doch den Sci-Fi-Knaller durchspielen konnte – mit einem Helm, weil mir das Gesicht nicht zugesagt hatte.

2. Charakter-Editoren: Nimm, was du kriegen kannst

Mitunter bin ich froh über Rollenspiele mit vorgefertigten Charakteren. Muss ich mich hier zwar ewig lange an die Typen gewöhnen, die nicht meiner Fantasie entsprungen sind, lerne ich sie doch schnell lieben, sofern sie einen fundierten Hintergrund besitzen. Und kernig müssen sie natürlich sein – wie meine Helden.

Der namenlose Held aus Gothic beispielsweise schaffte es recht schnell in mein Herz, auch wenn die Frisur – die er sicherlich bei Guybrush Threepwood geklaut hatte – nicht meiner Wahl entsprochen hätte. Was hier fehlte, war die Hintergrundgeschichte. Daher überdauerte der Pferdeschwanz auch nur bis zum Ende des zweiten Teils. Ein Spiel mehr mit dem platten Sprücheklopfer wollte ich mir nicht antun.

Ein überaus positives Beispiel stellen hingegen die Spiele von Rockstar dar, die es doch tatsächlich so gut wie jedes Mal geschafft haben, mich mit den neuen Charakteren aus Grand Theft Auto oder Red Dead Redemption zu überzeugen.

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