Saints Row: The Third Vorschau – Die Mutter aller Spiele

Was tun, wenn der Tresorraum einer Bank fest verschlossen ist? Mit Schweißbrennern nachhelfen? Nee, hat keinen Stil. Die Tür sprengen? Schon besser, aber die 3rd Street Saints machen das anders. Sie reißen kurzerhand den gesamten Raum aus dem Gebäude, befestigen das Teil an einen Helikopter und fliegen unter heftigem SWAT-Beschuss davon. Das ist nur der Anfang von Saints Row: The Third – ab da wird es immer besser.

Saints Row: The Third Vorschau – Die Mutter aller Spiele

Das Highlife einer renommierten, ja regelrecht prominenten Gangsterbande kann schon anstrengend sein – und gefährlich! Gleich zu Beginn des Spiels läuft für die Saints nämlich einiges schief. Das Syndikat taucht auf – mitsamt französ… äh, pardon, belgischem Oberfiesling im Designeranzug, verlangt 60% all unserer Einnahmen und kriegt prompt eins in die Fresse. Doof nur, dass das einen Bandenkrieg entfesselt, den es nun zu schlichten gilt. Mit Raketenwerfern, Panzern, Militärhubschraubern und Senkrechtstartern. Saints Row The Third kennt keine Kompromisse – nur abgedrehte Action und Spielspaß.

Es ist schon ein verdammt cooles Gefühl, sich mit einer Knarre in jeder Hand von einem Hubschrauber auf ein Hochhaus abzuseilen, um anschließend im Alleingang die Party einer verfeindeten Gang zu crashen, all das während Kanye Wests Power im Hintergrund ertönt und das Adrenalin zum Pumpen bringt. Saints Row: The Third hat unheimlich viel Style und Coolness, trieft nur so vor Selbstironie und lässt keine zehn Minuten vergehen, in denen wir nicht entweder laut loslachen, oder mit einem fetten Grinsen absolutes Chaos in Steelport anrichten.

Dabei führt uns das Spiel in einem Großteil der Hauptmissionen nur in die verschiedenen Nebenaktivitäten ein. Mit vorgegebenen Waffen in kurzer Zeit so viel Schaden wie möglich anrichten, im Trailblazer-Modus gegen die Zeit fahren und wertvolle Sekunden gewinnen, in dem man andere Fahrzeuge rammt (die sofort explodieren), sich selbst vor andere Autos werfen, um Versicherungsgelder einzuheimsen. In dieser Stadt gibt es keine Langeweile, doch hätte man die verschiedenen Nebenmissionen auch gänzlich von der Story abkoppeln können.

Die ist übrigens überraschend gut, packt uns mit unerwarteten Wendungen und behält dabei ihren bekloppten Over-the-Top-Humor, für den die Reihe berühmt ist. Alte Bekannte kehren zurück – allen voran Pierce, Shaundi und Johnny Gat. Letzteren erwischt es gleich zu Beginn der Gangstergeschichte. Ob er aber tatsächlich bei den Fischen schwimmt, wagen wir zu bezweifeln.


Abseits der Anarchie im Story-Modus wartet der Whored-Mode auf wagemutige Spieler. Hier müssen wir unter verschiedensten Bedingungen Wellen schwer bewaffneter (und nicht immer nur weiblicher) Huren zurückschlagen. Etwa nur mit einem elektrisch geladenen Kriegshammer oder als geschrumpfter Winzling oder ausschließlich über Kopfschüsse. Klar, das Szenario ist geschmacklos, Spaß macht die arcadige Action trotzdem.

Wir haben Saints Row: The Third auf dem PC angespielt – im Gegensatz zu anderen Multiplattform-Titeln erscheint die PC-Version von THQs Open World-Ballerei nämlich zeitgleich mit der Konsolenfassung. Wer sich an den furchtbaren Port des Vorgängers erinnert, den können wir beruhigen: Saints Row: The Third läuft auch auf Mittelklasse-Rechnern mit passabler Framerate und sieht dabei noch ganz ordentlich aus. Gelegentliche Ruckler konnten wir dennoch feststellen, leider ist es auch nicht möglich, die Sichtweite zu regeln, um die Ressourcen zu schonen.

Fazit:

Am 15. November erscheint Saints Row: The Third zwischen Titeln wie Uncharted 3, Skyrim und Modern Warfare 3. Harte Konkurrenz ist das, keine Frage. Ob das aber auch die besseren Spiele sein werden, wage ich zu bezweifeln. Die Stunden, die ich bisher im neuen Steelport verbracht habe, gehörten mit zu den besten, die ich in diesem Spielejahr erlebt habe.

Um es noch deutlicher auszudrücken: Für mich als Open World-Liebhaber ist Saints Row: The Third ein Spiel des Jahres-Kandidat. Es ist der perfekte Sandkasten – technisch ein wenig unausgereift und mit diversen Ecken und Kanten. Aber Spielwitz, Einfallsreichtum und Humor sitzen. So abwechslungsreich, so abgedreht und verrückt wurde ich schon lange nicht mehr unterhalten. Ich will mehr davon. Sofort!

Ersteindruck: Genial!

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