Saints Row: The Third Test – 1A trotz 3D

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Wer bereits in den anarchischen Genuss des Vorgängers gekommen ist, der weiß, dass die Third Street Saints inzwischen große Player in der virtuellen Welt von Stilwater sind. Teil 3 tauscht den Schauplatz der Dauer-Action mit dem nicht weniger großen Städtchen Steelport aus – hier dürfen wir provinzielle Vororte, industrielle Fabrikanlagen und neon-beleuchtete Großstadt-Promenaden im Chaos untergehen lassen.

Da die Third Street Saints bereits so prominent sind, dass sie Werbetafeln schmücken und auf der Straße von Fans erkannt, angesprochen und um Fotos gebeten werden, fangen sie auch gleich mit den großen Aufträgen an. Ein Bankraub leitet die Geschichte ein, die Saints reißen kurzerhand den kompletten Tresorraum aus dem Gebäude und fliehen via Helikopter. Das setzt auch gleich den Standard an Over-The-Top-Action für kommende Missionen. Saints Row: The Third kleckert nicht, es reißt ganze Städte ein.


Überraschend ist dabei, dass die absurd-abgedrehte Geschichte tatsächlich gelungen ist und an einigen Stellen sogar überrascht. Zwar ist der Plot nicht viel gehaltvoller als der eines Samstag Morgen-Cartoons, die sympathischen Charaktere und teils extrem witzigen Dialoge machen allerdings jede Zwischensequenz sehenswert. Shaundi und Pierce kennen Serien-Veteranen bereits aus dem Vorgänger, Neuzugänge wie der exzentrische Zimos, der ausschließlich mit aktiviertem Autotune spricht oder Bösewicht Philippe Loren, der direkt aus einem Bond-Film entsprungen scheint, ergänzen den ohnehin schon verrückten Cast vorbildlich.


Die Story macht – wie vieles andere in Saints Row: The Third – einfach Spaß. Unkompliziert und ohne lästigen Ballast inszeniert Entwickler Volition hier eines der witzigsten Spiele des Jahres. Im Verlauf der Geschichte sprengen wir Flugzeugträger in die Luft, ballern im freien Fall mit einem Panzer auf Jets, vernichten mit einem Senkrechtstarter ganze Militärbasen und nehmen an extravaganten Wrestling-Turnieren teil. Noch nie zuvor haben wir uns in einem Spiel so oft die Frage gestellt: “Machen die das jetzt wirklich!?” Oh ja. Unterwartete TRON-Anleihen, Zombie-Outbreaks und die mörderische Game-Show Professor Genki’s Super Ethical Reality Climax sind da nur die Spitze des Eisbergs.

Allerdings ist nicht jede Mission ein Highlight. Oft werden uns lediglich Nebenmissionen vorgestellt, etwa mit einem Panzer so viel Schaden wie möglich anrichten oder aus einem Helikopter heraus Verbündete eskortieren – mit Minigun oder Raketenwerfer im Anschlag, versteht sich. Gerade letztere Moorhuhn-Passagen sind uns ein paar Mal zu oft begegnet. Zum Dampf ablassen für Zwischendurch eignen sich die realitätsfernen Nebenaufträge trotzdem, zumal wir damit Respekt und Dollarnoten anhäufen, mit denen wir neue Fähigkeiten freischalten und Klamotten, Waffen und Immobilien kaufen.


Wie schon im Vorgänger spielt der Ausbau des eigenen Gangster-Imperiums und die Ausstattung des “Helden” wieder eine große Rolle. Wer sich und seine Bande Krimineller individualisieren will, findet hier mehr als genug Gelegenheit dazu. Wollt ihr den coolen Gangsta mit Sonnenbrille und Goldkettchen spielen? Oder doch eher den bekloppten Soziopathen ganz in pink? Oder einfach nackt? Ist alles möglich, Saints Row: The Third kennt keine Grenzen.

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Weitere Themen: 3d, THQ


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