Für klassiche Rollenspieler gibt es derzeit nicht viel zu lachen. Die altehrwürdige “Gothic”-Reihe ist quasi tot, deren letzter Ableger „Arcania“ entpuppte sich als gigantischer Reinfall. Bis zum nächsten “Risen” dürfte es noch eine ganze Weile dauern, ansonsten halten lediglich kleine (aber feine) Nischentitel wie “Two Worlds 2″ oder “Divinity 2″ die Fahne des altehrwürdigen Genres hoch. Und jetzt will auch noch Bioware, Hauslieferant für begeisterte RPG’ler, auf den umwucherten MMO-Markt aufspringen.
Zum Glück gibt es noch die andere große und nicht minder geniale Spieleschmiede mit B (nein, Bullfrog gibt es nicht mehr!): Bethesda, die Schöpfer der Elder-Scrolls-Reihe, wenden sich nach der überstandenen Apokalypse in “Fallout 3″ wieder der klassischen Fantasy zu. Zuletzt bewiesen sie ja mit “Elder Scrolls 4: Oblivion“, dass ihnen auf diesem Gebiet kaum jemand gewachsen ist. Tugenden wie die dichte Handlung, die frei begehbare Welt und die zahllosen Interaktionsmöglichkeiten mit der Umgebung, machten die Reihe einst zum Hit.
Die früheren Teile wie etwa “Daggerfall” aus dem Jahre 1996 galten jedoch noch als legendär unspielbar – das Spiel war übersät mit Bugs, Plotstoppern und Glitches. “Morrowind” war da 2002 schon sorgfältiger designt, wenn auch nicht fehlerfrei, protze aber mit einer für damalige Verhältnisse bombastischen Grafik. Allerdings stießen sich Einsteiger an der steilen Lernkurve – wer einmal vom Weg abkam, war meist dem Tode geweiht.
Auf den Video Game Awards 2010 (VGA) wurde der Nachfolger von „Oblivion“ nun offiziell angekündet. Bethesda hat ihn „The Elder Scrolls 5: Skyrim“ getauft. Die Ankündigung wurde – wie es sich gehört – von einem atmosphärischen Debüt-Trailer begleitet, der aber wenig über die Inhalte und Konzepte des Rollenspiels verrät.
Andeutungen gibt es jedoch genug. So wird im Trailer auf einen drohenden Angriff verwiesen, der nur durch den „Dragon-Born“ verhindert werden kann. Zudem ist bereits bekannt, dass „Skyrim“ nach den Geschehnissen von „Oblivion“ spielt und wieder im Land „Tamriel“ angesiedelt ist. Laut Executive Producer Todd Howard sieht das Spiel unglaublich gut aus. Die betagte Oblivion-Engine, die auch in Fallout 3 Verwendung fand, wird also in „The Elder Scrolls 5: Skyrim“ nicht noch einmal verwendet
Neben dem Trailer gab Bethesda auf den Video Game Awards 2010 auch schon einen offiziellen Release-Termin bekannt. Angeblich soll das epische Rollenspiel am 11. November 2011 in den Läden stehen. Unklar ist bisher, für welche Systeme „The Elder Scrolls 5: Skyrim“ entwickelt wird. Sobald es Fakten zum Gameplay oder erste Screenshots gibt – werden wir ausführlich berichten.
