Sorcery Kurztest: Verflogener Zauber

7

Nun gibt es Playstation Move schon seit 1 ½ Jahren und noch immer müssen Exklusivspiele mit der Lupe gesucht werden. Zwar kommen regelmäßig Games, die die Bewegungssteuerung optional unterstützen, nur selten ist diese Einbindung aber auch wirklich sinnvoll oder nützlich. „The Workshop“ will da Abhilfe schaffen und möchte mit „Sorcery“ ein vollwertiges Action-Adventure abliefern, das nur mit Move spielbar ist.

Dabei könnte „Sorcery“ grundsätzlich viel Spaß machen. „The Workshop“ steckt euch in die Schuhe des Zauberlehrlings Finn, dessen Meister von einer bösen Hexe getötet wird und der daraufhin durch die Landen zieht, um sie aufzuhalten. Die Story rückt nie besonders stark in den Mittelpunkt und gibt sich damit zufrieden, eine nette Bühne für spektakuläre Landschaften zu liefern.  So kämpft ihr euch dann durch Städte, magische Wälder und Ruinen und erledigt eure Gegner mit verschiedenen Zaubersprüchen.

Hier kommt der Move-Controller ins Spiel, der euch in „Sorcery“ als Zauberstab dient. In den ersten Spielstunden steht euch lediglich ein arkaner Blitz und ein wenig nützlicher Erdzauber zur Verfügung. Bald schon kann Finn seine Feinde aber auch einfrieren oder einen Tornado auf sie hetzen. Das Problem dabei: Jeder einzelne Zauber wird auf exakt die gleiche Art und Weise ausgelöst. Ihr müsst lediglich den Move-Controller kurz nach vorne schnellen lassen, schon fliegt der ausgewählte Zauber in die entsprechende Richtung. In jedem einzelnen Kampf seid ihr also damit beschäftigt, mit eurer Hand vor und zurück zu wippen. Das wird innerhalb von Minuten langweilig und tut nach ein oder zwei Stunden unter Umständen sogar richtig weh.  In einer früheren E3-Demo musste man noch verschiedene Bewegungen für verschiedene Zauber ausführen, weshalb der Move-Controller durchaus seine Daseinsberechtigung hatte.

Nun wackelt ihr mit ihm jedoch nur noch hin und her und hofft darauf, dass die Zauber ihr gewünschtes Ziel erreichen. Gleiches hätte man mit einem normalen Controller und einem Fadenkreuz leichter hinbekommen. Das ist dann auch das Frustrierende an „Sorcery“: Das Spiel sieht klasse aus, hat einen tollen Soundtrack und könnte als grundsolides Action-Adventure funktionieren, wenn die Steuerung nur nicht so umständliche wäre.

Sorcery: Gutes Spiel, miese Steuerung

Abseits von der Steuerung hat „The Workshop“ jedoch reichlich Abwechslung in das leider recht kurze Abenteuer eingebaut. Langweilt euch „Sorcery“ zu Beginn noch mit seinem arkanen Blitz, könnt ihr später mit Feuer, Wind und Eis ordentlich die Sau rauslassen. Die verschiedenen Elemente lassen sich sogar kombinieren:  Zunächst beschwört Finn einen Orkan, lässt ihn mit seinem Eiszauber zur Hälfte erfrieren und setzt die andere Hälfte dank eines brennenden Arkanblitzes unter Feuer. Jeder Gegner, der sich dort hinein wagt, ist innerhalb weniger Sekunden erledigt.

In den linearen Levels findet ihr zudem immer wieder verschiedene Zutaten, die ihr in einem Minispiel zusammenbraut und damit dann die verschiedensten Tränke bastelt. Dadurch erhöht sich etwa eure Gesundheit oder eure Zauber machen mehr Schaden.

Fazit:

Sorcery“ ist in allererster Linie eine weitere Bestätigung dafür, dass momentan nichts über den klassischen Controller geht. Statt mit einem Fadenkreuz und auf Knopfdruck die Zauber auf den Weg schicken zu können, müsst ihr nun wild mit der Hand wackeln und riskiert damit nach wenigen Stunden schon eure erste Sehnenscheidenentzündung. Das macht keinen Spaß, bereitet Schmerzen und ist umständlich. Was bleibt ist ein solides Spiel, das jedoch zu keiner Zeit eine andere Besonderheit als seine Steuerung aufzuweisen hat.

Wertung: 66%

 

Folge uns auf Facebook, Twitter oder Youtube. So bist du immer auf dem neuesten Stand.

Neue Artikel von GIGA GAMES

GIGA Marktplatz