SoulCalibur V Vorschau: Give up...and Die!

Robin Schweiger
2

Eigentlich war Schluss. Nach Soul Calibur 4 wollte das Entwicklerteam Project Soul nie wieder die Klinge des magisches Schwertes "Soul Edge" zum Singen bringen. Mitsurugi, Cervantes, Siegfried und Co bereiteten sich auf den wohlverdienten Ruhestand vor. Das war 2008 – das Jahr, in dem mit Street Fighter 4 das sterbende Genre der Prügelspiele plötzlich zu neuem Leben erweckt wurde.

SoulCalibur V Vorschau: Give up...and Die!

Prügelspiele waren quasi über Nacht wieder gefragt und so bekam das Entwicklerteam überraschend grünes Licht für einen weiteren Teil. Das Ergebnis nennt sich Soul Calibur V und flatterte schon vor einiger Zeit in die Redaktion. Wir haben die Fortsetzung in unseren Mittagspausen auf seinen Unterhaltungswert geprüft und kamen dabei zu folgendem Analyse-Ergebnis: “Soul Calibur V” ist bisher hmmm naja…so mittelgut.

“Geht das auch etwas konkreter?”, wird die prügelnde Fangemeinde nun unken. Geht! Erster Stein des Anstoßes war bei uns die allgemeine Präsentation des Spiels. Nachdem wir uns durch ein sehr austauschbares Intro im generischen High-Fantasy Stil gelangweilt haben, empfängt uns ein gewöhnungsbedürftiger Art-Style, der stark an die Renaissance-Zeit erinnert. Damit scheint das Projekt Soul seinen wohl prominentesten Neuzugang gebührend empfangen zu wollen. Der nennt sich nämlich Ezio Auditore und setzt nach zuletzt Darth Vader und Jedi Meister Yoda die Tradition ungewöhnlicher Gastschläger fort.

Ezio wird das neue Design sicher gefallen – wir hatten damit so unsere Probleme. Während die Entwickler es bei den Menüs mit all den Ornamenten und Fresken fast schon übertreiben, fehlte uns bei der Darstellung der Arenen hingegen das eine oder andere Detail. Im direkten Vergleich zu Genre-Konkurrenten wie “Street Fighter” oder “Marvel vs. Capcom” passiert hier im Hintergrund einfach viel zu wenig. Zwar konnten uns die traditionell butterweichen Animationen der umfangreichen Kämpferriege wieder einmal voll auf begeistern – alles in allem hinterließ die für Brawler nicht unwichtige Präsentation aber kaum einen bleibenden Eindruck.

Doch da es bei einem Prügelspiel in erster Linie um die zugrunde liegende Kampfmechanik geht, wollen wir dieses Haar mal in der Suppe lassen und uns aufs Wesentliche konzentrieren. Kampfsystem und Steuerung zählen nach wie vor zu den besten auf dem Markt und dürften lediglich unter den beinharten “Street Fighter”-Fans etwas Nörgelei hervorrufen. Im Gegensatz zu Capcoms Vorzeigetitel spielt sich “SoulCalibur V” nämlich erneut einen kleinen Tick langsamer, bzw. weniger direkt und kontrolliert. Auch die Balance zwischen den verschiedenen Attacken wirkte hier und da noch etwas grobschlächtig und führte dazu, dass wir uns mit manchen Kämpfern einen klaren Vorteil verschaffen konnten. Für jedes Prügelspiel, das etwas auf sich hält eigentlich ein Unding.

Dafür bekommen wir mit dieser Fortsetzung wieder jede Menge abgefahrene Hieb-, Stich- und Mordswaffen sowie das spezielle Bewegungssystem geboten, welches unserer Figur auch die Flucht in die “Tiefe des Raumes” ermöglicht. Sogar eine echte Genre-Neuerung hat sich der Entwickler einfallen lassen. Mit dem sogenannten Guard-Crash können wir dauerblockende Defensivstrategen bearbeiten. Dreschen wir lange genug auf unseren Kontrahenten ein, bekommen wir ein grafisches Feedback, welches uns anzeigt: Der nächste Schlag kommt durch! Eine sinnvolle Neuerung wie wir finden. Als eine sehr nette Dreingabe empfanden wir schließlich noch den umfangreichen Charakter-Editor, der wahrlich keine Wünsche offenlässt. Gerne würden wir euch noch vom stark aufgebohrten Story-Modus berichten, doch der war leider noch nicht spielbar.

Ausblick
“Soul Calibur 5″ haut uns noch nicht so richtig aus den Samurai-Pantoffeln. Das gewohnt gute Kampfsystem wird von der neuen Kämpfer-Genration zwar wieder sehr ansehnlich animiert, für offene Kinnladen, euphorische Siegesschreie und entzündete Daumen fehlt es aber hier und da noch. Vielleicht macht der uns noch unbekannte Story-Modus ja aus diesem guten Beat ´em Up einen Hit.

Ersteindruck: gut

Weitere Themen: Namco Bandai Games

Neue Artikel von GIGA GAMES

GIGA Marktplatz