South Park – Die rektakuläre Zerreißprobe: Ein kleiner Albtraum für YouTuber

Marcel-André Wuttig

Seit dem Sommer gibt es auf YouTube aktualisierte Richtlinien für werbefreundliche Inhalte, die es einigen YouTubern erschweren, mit ihren Videos Geld durch Werbeeinnahmen zu verdienen. Im Gaming-Bereich sind aktuell vor allem Videos zu South Park: Die rektakuläre Zerreißprobe betroffen.

Polygon berichtet, dass sich South Park: Die rektakuläre Zerreißprobe für einige YouTuber tatsächlich zu einer Zerreißprobe entwickelt. Ähnlich wie die TV-Serie behandelt auch der Nachfolger zu Der Stab der Wahrheit kontroverse Themen mit einer guten Prise vulgärem Humor. Das Spiel strotzt also nur so vor anzüglichen Witzen, derber Sprache und rassistischer Terminologie. Wer die Serie kennt, weiß, dass dies nicht geschieht, um offenkundige Unwissenheit und Vorurteile zu verbreiten, sondern um sie auf humorvolle Weise zu dekonstruieren. YouTubes neuer Algorithmus, der kontroverse Inhalte sucht und demonetarisiert, macht diesen feinen Unterschied jedoch nicht.

Wir haben South Park: Die rektakuläre Zerreißprobe eine Stunde lang angespielt. 

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South Park: Die rektakuläre Zerreißprobe - 1 Stunde angefurzt

Denn seit dem Sommer werden in „Videos mit Inhalten, bei denen der Fokus auf Blut, Gewalt oder Verletzungen liegt und die ohne Kontext präsentiert werden,“ keine Werbung mehr eingeblendet. Gerade für kleinere YouTuber ist dies oftmals ein fataler Schlag. Auch der deutsche YouTuber LeFloid hatte sich schon kritisch zu dem Thema geäußert.

So berichtet Polygon über den YouTuber Haedox, der in seinem Video analysiert, wie beide South Park-Spiele mit traditionellen RPG-Strukturen brechen. Das originale Video wurde aufgrund seiner obszönen Inhalte demonetarisiert, was den Videoproduzenten überraschte, da die Serie doch für seine kontroversen Inhalte bekannt sei. Erst eine neu geschnittene Fassung des Videos konnte dem Algorithmus entgehen.

Das waren die bisher größten Skandale auf YouTube. 

Das waren die bisher größten YouTube-Skandale

Es scheinen nicht alle South Park-Videos von der Demonetarisierung betroffen zu sein, wie unter anderem PewDiePies Let’s Plays zeigen. Das liegt laut Ryan Wyatt, YouTubes Head of Gaming and Content, daran, dass die automatisierten Systeme, die problematische Videos herausfiltern sollen, nicht Video-spezifische Entscheidungen treffen. In einer Pressemitteilung schreibt er, dass YouTube möchte, dass möglichst viele Gameplay-Videos hochgeladen werden, mit denen die YouTuber auch Geld verdienen können. Es sei nicht die Absicht der Plattform, solche Videos zu demonetarisieren.

Denn gerade hier sei der Kontext wichtig. So sei etwas Gewalt in Gameplay-Videos in Ordnung, doch dürfe sie nicht der unnötige Fokus sein.

Wyatt erklärt weiterhin, dass der Algorithmus nicht perfekt sei. Da jede Minute über 400 neue Stunden an Videomaterial auf YouTube hochgeladen werden, gäbe es noch einige Probleme beim Herausfiltern der problematischen Inhalte. Er rät betroffenen Let’s Playern Widerspruch einzulegen, wenn sie glauben, dass ihre Videos zu Unrecht demonetarisiert wurden.

Weitere Themen: South Park, Ubisoft

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