Star Trek Bridge Crew: Wenn aus Fremden Freunde werden

Alexander Gehlsdorf
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Star Trek: Bridge Crew lässt dich im Sessel des Captains auf einem Föderationsraumschiff Platz nehmen und erfüllt damit den Traum eines jeden Trekkies. Aber ist auch der Spielspaß so unendlich wie die Weiten des Alls?

Keine Zeit für den gesamten Test? Ganz unten findest Du eine Zusammenfassung!

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Star Trek Bridge Crew - Trailer
Die USS Aegis hat gerade den Warpraum verlassen. Wir befinden uns tief im klingonischen Territorium. Die Feuerkraft unseres Schiffes könnte es vielleicht noch mit den klingonischen Schiffen, den Warbirds, aufnehmen, aber der fragile Waffenstillstand zwischen der Förderation und den grimmigen Widersachern vom Planeten Qo’noS würde den Kampf nicht überleben. Ich gebe meinen Offizieren den Befehl, die Signatur unseres Schiffes so weit es geht zu reduzieren, woraufhin diese die Schilde deaktivieren, die Waffensysteme deaktivieren und die Geschwindigkeit senken. Ein Blick auf die lokale Sternenkarte: Es funktioniert. Der Radius unserer Schiffssignatur schrumpft merklich. Jetzt können uns die Scanner der Warbirds nur noch aus nächster Nähe erfassen.

Davon haben Star-Trek-Fans 50 Jahre lang geträumt

In Star Trek: Bridge Crew ist der wahr gewordene feuchte Traum eines jeden Trekkies: An Bord eines Föderationsraumschiffs unterwegs im All. Dabei kannst du es dir nicht nur im Sitz des Captains gemütlich, sondern dich alternativ auch als Steuermann, taktischer Offizier oder Chef-Ingenieur nützlich machen. Das beste daran ist jedoch, dass das gesamte Spiel in virtueller Realität präsentiert wird. Mehr Star-Trek-Immersion war bisher außerhalb des TV-Sets nicht möglich. Aber auch in den Missionen kann das Spiel mit genau der Atmosphäre punkten, die Millionen von Fans in den letzten 50 Jahren vor den Bildschirm gefesselt haben.

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So etwa die eingangs beschrieben dritte Kampagnen-Mission, die sich wie ein U-Boot-Einsatz im Kalten Krieg anfühlt. Kein Wunder, schließlich standen den Entwicklern klassische Star-Trek-Episoden wie „Balance of Terror“ als Vorbild zur Verfügung. Die besagte Episode basiert wiederum auf dem Film „Duell im Atlantik“ von 1957, in dem sich ein deutsches und amerikanisches U-Boot im Zweiten Weltkrieg gegenüberstehen. So schließt sich der Kreis. Anders als in der TV-Vorlage bist du allerdings nicht in der legendären Enterprise unterwegs, sondern steuerst die zuvor unbekannte USS Aegis. Das Design des Schiffes basiert dabei auf der aktuellen Filmreihe, die im Jahr 2009 mit Star Trek begann.

Exit VR - Das nächste Level der Virtual Reality

Nach dem Prolog stehen dir insgesamt fünf Kampagnen-Missionen zur Auswahl, die eine kleine, aber nicht unbedingt spektakuläre Geschichte erzählen. Böse Klingonen machen schlimme Dinge und du funkst dazwischen. Viel spannender sind hingegen die „Fortlaufenden Missionen“, die dich und deine Crew in zufällig generierte Abenteuer schicken, die deine Fähigkeiten stets aufs neue testen. Du verfolgst Weltraum-Piraten, reagierst auf Notrufe, lieferst dir Phaser-Gefechte mit den Klingonen oder erforscht unbekannte Planetensysteme. Zugegeben, am Ende des Tages bestehen auch diese Missionen aus immer wiederkehrende Bausteinen, trotzdem stellen sie jedes Mal aufs neue eine echte Herausforderung dar. Verzichten musst du allerdings auf die so Star-Trek-typische Diplomatie. Die Klingonen in Star Trek: Bridge Crew lassen eben nicht groß mit sich reden.

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Neben der USS Aegis steht dir in den „Fortlaufenden Missionen“ auch die gute alte USS Enterprise aus dem TV-Original der 1960er Jahre zu Auswahl. Doch Vorsicht: Die Brücke von Captain Kirk strotzt zwar nur so vor Retro-Feeling, statt praktischer Touchpads musst du allerdings mit zahlreichen, unbeschrifteten(!) Knöpfen Vorlieb nehmen. Eine Hilfefunktion blendet auf Wunsch zwar ein, welcher Knopf welcher Funktion zugeordnet ist, wirkliche Übersicht kann aber auch diese nicht verschaffen. Somit ist die Enterprise das Äquivalent des höchsten Schwierigkeitsgrades, denn wer das legendäre Schiff unter Kontrolle haben will, muss den Willen mitbringen, seine Position und seine Konsole bis ins letzte Details auswendig zu lernen.

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Kameraden, Kommunikation und Kooperation

Obwohl Star Trek: Bridge Crew in erster Linie als Multiplayer-Erfahrung konzipiert wurde, kannst du dich auch allein auf der Brücke der USS Aegis austoben. Allerdings steht dir in diesem Fall nur die Position des Captains zur Verfügung. Von dort aus erteilst du deinen KI-Crewmitgliedern Befehle, idealerweise mithilfe der PlayStation-Movesticks (einigermaßen intuitiv) oder dem regulären Controller (bitte nicht). Langfristig wirst du als Einzelgänger jedoch wenig Spaß haben, da die KI-Kollegen jede Menge Micromanagement erfordern und das Kommandieren somit in Fummelei ausarten kann. Immerhin hast du die Möglichkeit, kurzzeitig in die übrigen Positionen zu wechseln, um etwa im entscheidenden Moment das komplizierte Ausweichmanöver selbst auszuführen oder rechtzeitig die nötigen Reparatur-Teams zuzuweisen.

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Sein wahres Potential entfaltet Star Trek: Bridge Crew hingegen im Multiplayer. Wenn Befehle nicht umständlich per Movestick sondern per Voice Chat gegeben werden, jeder Spieler seine Position beherrscht und in sekundenschnelle auf jede Situation reagieren kann. Außerdem ist jeder Spieler ein unverzichtbarer Teil des Teams; ein Zahnrad, das nur in Verbindung mit allen anderen die Maschine zum Laufen bringt. Dadurch zwingt dich Star Trek: Bridge Crew auch zur sozialen Interaktion, denn auch wenn du nicht in der Rolle des Captains unterwegs bist müssen Befehle bestätigt und Meldungen gemacht werden. Schüchterne Spieler, die sich nicht gern am Voice Chat beteiligen, werden es daher deutlich schwerer haben. Genau dieser verbale Austausch und das enge Teamwork machen Star Trek: Bridge Crew aber so einzigartig. Klar, immersive Koop-Spiele mit jeder Menge Fokus auf Teamwork gab es auch schon vorher, in der Virtual Reality sucht der Titel bisher jedoch seinesgleichen.

StarTrekReview

Zusammenfassung und Fazit

Star Trek: Bridge Crew ist eine einzigartige VR-Koop-Erfahrung, die derzeit ihresgleichen sucht. Für Einzelspieler verpufft die Faszination allerdings nach kurzer Zeit in einer Wolke aus Fummelei und Micromangement. Allerdings solltest du stets die Möglichkeit haben, genügend Mitspieler zu finden, da das Spiel mit der Ocolus Rift, der HTC Vive und PlayStation VR alle gängigen VR-Plattformen unterstützt, sondern all diese System auch gemeinsam spielen können. Nach fünf Kampagnen-Missionen mit mäßiger Story erwartet dich mit den „Fortlaufenden Missionen“ das Herz des Spiels, dass dich und deine Teamkollegen in immer neue, zufällig generierte Abenteuer schickt. Im Team zu agieren ist dabei das A und O, die enge Zusammenarbeit und die Kommunikation per Voicechat schweißt dich jedoch binnen kürzester Zeit mit deinen Kollegen zusammen, auch wenn du diese erst zehn Minuten zuvor per Matchmaking kennengelernt hast.

Wertung

8/10
Getestet von Alexander

Für Einzelgänger nutzt sich das Spiel schnell ab, im Multiplayer gehört der Koop-Titel hingegen zum Besten, was derzeit in der Virtual Reality möglich ist.

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