Zwölf Jahre nach Blizzards erstem StarCraft, von denen der Nachfolger allerdings nur sechs in der Entwicklung war, ist nun mit StarCraft 2: Wings of Liberty der erste Teil einer Trilogie erschienen. Spricht man von Public Viewing, so denkt man als Europäer in der Regel als erstes an Fußball oder einem ähnlichen Ballsport. In Südkorea denkt man wiederum an „StarCraft“.

Dort hat sich das Echtzeit-Strategiespiel von 1998 zu einem echten Volkssport entwickelt, mit dem einige Spieler sogar in der Lage sind, ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Am 27. Juli 2010 erschien nun mit „Wings of Liberty“ die erste von drei Kampagnen; ob auch der Nachfolger eine ähnliche Beliebtheit erreicht, bleibt abzusehen. Ein Kassenschlager ist das Spiel mit anderthalb Millionen verkauften Exemplaren innerhalb der ersten 48 Stunden allemal.

Worum geht es? Der bereits aus dem ersten Teil bekannte Rebell Jim Raynor hat seine Männer um sich geschart und befindet sich auf einem privaten Rachefeldzug gegen den terranischen Imperator Arcturus Mengsk. Dieser hat nämlich Sarah Kerrigan, seine frühere Stellvertreterin und Raynors ehemalige Geliebte, auf dem Gewissen. Von den Zerg wiederbelebt fungiert sie nun als deren Anführerin, wofür sich Raynor die Schuld gibt. Wir übernehmen nun die Kontrolle über ihn und kämpfen uns fortan in den knapp 30 Missionen durch die Geschichte von „Star Craft II: Wings of Liberty“. Zwischen den Missionen befinden wir uns auf der Hyperion, einem Raumschiff der Terraner, das als eine Art begehbares Hauptmenü fungiert. In der Bar führen wir mit NPCs aufschlussreiche Gespräche, denen wir allerdings nur lauschen, sie aber nicht beeinflussen können. Dafür fällt hier vor allem die rundum gelungene deutsche Sprachausgabe auf, die sogar durchweg lippensynchron ausgefallen ist.

Wie sieht es aus? Optisch macht „Wings of Liberty“ einiges her – ein Vergleich mit dem Vorgänger erscheint unsinnig, vor aktuellen Titeln braucht sich das neue „StarCraft“ auch nicht zu verstecken und im eigenen Genre der Echtzeit-Strategiespiele werden vor allem in Hinsicht auf Zwischensequenzen neue Maßstäbe gesetzt. Die werden nämlich zum Großteil in Echtzeit gerendert und kommen erstaunlich nah an Blizzards legendäre vorgerenderte Trailer und Cutscenes heran. Auch im eigentliche Strategieteil des Spiels macht die Grafik einen hervorragenden Eindruck, auch wenn man der Engine an einigen schwach aufgelösten Texturen ihr Alter ansieht.

Was uns gefällt Mit gesammelten Credits (Währung des Spiels) kann man sich auf der Hyperion nach jeder Mission Upgrades kaufen. Hält man während einer Mission fleißig Ausschau nach Relikten und Genproben der Protoss bzw. Zerg, kann man mit diesen im Labor neue Einheiten oder Fähigkeiten erforschen, die es allerdings nur im Einzelspielermodus gibt. Dieser ist nämlich vom Multiplayer getrennt – insgesamt neun Missionen fernab der Kampagne bereiten auf die Gefechte online vor, denn hier geht es mitunter viel rasanter zur Sache. Hat man diese absolviert, kann man sich im Battle.net einloggen und entweder allein oder im Team gegeneinander antreten. Die eigene Wertung steigt oder sinkt hierbei je nach Sieg oder Niederlage und das Matchmakin-System findet immer den jeweils passenden Gegner.

Was uns nervt Wirklich nervig ist in „Wings of Liberty“ recht wenig – ein wenig Kritik muss sich aber auch dieser Titel gefallen lassen. So nimmt die Kampagne erst nach dem ersten Drittel an Fahrt auf. Die ersten Spielstunden haben mit einigen Längen zu kämpfen. Ein weiteres Ärgernis sind die mitunter grenzdebilen Einheiten, die teilweise aus heiterem Himmel stehen bleiben und damit den Weg für andere Einheiten versperren. Wegfindung und KI sind also nicht ganz optimal.

Fazit Mit „StarCraft II: Wings of Liberty“ ist Blizzard eines der besten Echtzeit-Strategiespiele der letzten Jahre gelungen – wir freuen uns auf den nächsten Teil der Trilogie.

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