StarCraft 2 Komplettlösung, Spieletipps, Walkthrough

Ulli Kunz

Multiplayer-Leitfaden für Anfänger Du hast gerade die Singeplayer-Kampagne beendet und möchtest dein strategisches Geschick nun im Multiplayer unter Beweis stellen? Vielleicht befindest du dich auch gerade in deinem dritten Platzierungsspiel und stellst dir die Frage, ob du jemals fähig sein wirst, nach ganz oben aufzusteigen?

Spielst du lieber gegen den Computer, weil du Angst davor hast, dir im Spiel gegen einen  anderen Spieler die Blöße zu geben? Oder wurdest du gar von deinem Mitspieler aus dem Team geschmissen, mit der Begründung, es sei deine Schuld, dass ihr das letzte Match verloren habt? Solltest du bei einer oder mehreren dieser Fragen heftigst nicken müssen, ist dieser Leitfaden genau das richtige für dich und eine erste Orientierungshilfe, um dich im großen StarCraft-Universum zurechtzufinden.

Dieser Leitfaden zum Mehrspielermodus von “StarCraft 2″ richtet sich vor allem an Neueinsteiger – wir haben uns darum bemüht, die Sprache so einfach wie möglich zu gestalten, damit echte Anfänger auch etwas mit ihm anzufangen wissen. Mit der Zeit (und entsprechender Übung) wirst du dich zu einem guten, wenn nicht sogar großartigen „StarCraft II“-Spieler entwickeln. Wollen wir anfangen? Na, dann mal los!

Noch ein kurzer Überblick über die Themen, die im Folgenden angesprochen werden:

  1. Warum man sich auf eine Rasse konzentrieren sollte
  2. Vor- und Nachteile der einzelnen Rassen
  3. Warum man wissen sollte, was die eigene Rasse kann
  4. Wichtige Hotkeys, und warum man sie kennen sollte
  5. Kriegspsychologie – den Gegner studieren
  6. Fehlerfreundlichkeit und wie man aus Fehlern lernen kann
  7. Macro-Management – wie man richtig wirtschaftet
  8. Micro-Management – wie man Einheiten richtig kontrolliert

Vor Beginn noch ein wichtiger Hinweis: Wir können dir versichern, dass du komplexe Strategien sowie spezielle Feinheiten von „StarCraft II“ weder verstehen noch selbst von ihnen profitieren kannst, wenn du nur Beiträge in Foren liest, dir deine Replays anschaust oder wieder und wieder gegen den Computer spielst. Bevor dir das überhaupt etwas bringt, musst du dich zunächst einmal mit den Grundlagen beschäftigen.

1. Entscheide dich für eine Rasse!

In „StarCraft 2“ gibt es wie bereits im Vorgänger drei unterschiedliche Rassen: die menschlichen Terraner, die hochentwickelten Protoss und die insektenähnlichen Zerg. Probiere alle Rassen aus und versuche herauszufinden, welche dir am besten gefällt und mit welcher du die besten Gewinnchancen hast. Es ist unmöglich, alle Rassen gleichzeitig zu lernen – es erfordert nämlich einiges an Zeit und Übung, um auch „random“ spielen zu können, also alle drei Rassen gleichermaßen zu beherschen. Später ist es natürlich jederzeit möglich, zu einer anderen Rasse zu wechseln. Es geht erst einmal nur darum, dass du die Grundlagen erlernst. Hast du dich für eine Rasse entschieden, ...

2. ... lernst du die Vor- und Nachteile deiner Rasse in- und auswendig!

StarCraft II“ basiert dem klassischen Schere-Stein-Papier-Prinzip, das heißt, jede Rasse hat ihre Vor-, aber auch Nachteile. Diese zu kennen ist für den Sieg einer Partie ganz entscheidend. Im Folgenden geben wir dir einen groben Umriss, welche Stärken und Schwächen die einzelnen Rassen haben:

2.1 Terraner – die Alleskönner

Vielseitig und flexibel, so sind die Menschen in „StarCraft II“ – sie können alles ein bisschen, aber nichts richtig gut. Eher defensiv verfügen die Terraner trotzdem über einige starke Einheiten, die dem Gegner mitunter mächtig einheizen können. Als einzige Rasse sind sie in der Lage, beschädigte Gebäude zu reparieren. Sehr nett: Wird es mal allzu brenzlig, kann die Basis mit wenigen Mausklicks zu einem anderen Standort geflogen werden.

2.2 Protoss – weniger ist manchmal auch mehr!

Als außerirdische Hochkultur haben die Protoss schon längst erkannt, dass man mit Qualitätsware einfach besser fährt. Qualität hat jedoch ihren Preis, was die Ausgaben schnell in die Höhe schnellen lässt; dafür sind die Einheiten umso stärker. Ein damit verbundener Nachteil ist, dass man sich ständig in der Unterzahl befindet. Gutes Micro-Management (siehe unten) ist daher von entscheidender Bedeutung.

2.3 Zerg – getreu dem Motto: Masse statt Klasse

Die schleimigen Insekten haben recht wenig mit den Protoss gemein, vermehren sich dafür aber rasant weiter. Deswegen setzen die Zerg statt auf Qualität auch lieber auf Masse und überrennen den Gegner mit riesigen Armeen. Die zerg’schen Einheiten sind zwar billig, will man sie aber produzieren, hat man weniger Arbeiter zur Verfügung. Hat man jedoch keine Arbeiter und somit irgendwann keine Rohstoffe mehr, kann man auch keine neuen Einheiten produzieren und der Gegner ist im Vorteil.

3. Was kann meine Rasse eigentlich, und wofür brauche ich das?

Schere-Stein-Papier-Prinzip bedeutet, dass es für jeden Angriff des Gegners auch einen entsprechenden Konter gibt. Theoretisch kann man also nie besiegt werden, wenn man denn auch perfekt spielt. In der Praxis unterlaufen aber selbst besten Spielern immer wieder Fehler. Trotz allem musst du wissen, was du mit deiner Rasse eigentlich machen kannst. Welche Einheiten kannst du bauen? Und welche Fähigkeiten haben sie? Wie kannst du diese im Kampf gegen den Gegner nutzen?

Es empfiehlt sich, zunächst ein paar Spiele gegen den Computer zu bestreiten, der Übung wegen. Baue jedes Gebäude, finde heraus, was dir die einzelnen Truppentypen und Strukturen bringen und welche Einheiten wie stark gegen welche andere Einheiten sind. Bewahre dir dieses Wissen, um nicht später im Multiplayer auf einen Angriff des Gegners mit Einheiten zu kontern, die dessen Angriff gar nicht kontern können; weil du etwa versuchst, fliegende Einheiten mit Bodentruppen anzugreifen, um es mal überspitzt zu formulieren.

4. Mach dich mit den Hotkeys vertraut!

Hotkeys sind Tastenkombinationen – um beispielsweise unter Windows den Task-Manager zu öffnen, drückst du gleichzeitig + + , einfach, um Zeit zu sparen. Vermutlich weiß auch kaum jemand, wo man ihn sonst finden würde, (den Verfasser dieser Zeilen eingeschlossen). In „StarCraft II“ weiß man zwar in der Regel, wo man was mit der Maus findet, aber Zeit ist das entscheidende Stichwort: Je effizienter du spielst, desto stärker bist du.

Rechts unten findest du die so genannte Befehlskarte, über die du deinen Einheiten unterschiedliche Befehle erteilen kannst. Diese lässt sich komplett durch Hotkeys auf der Tastatur ersetzen, wobei es hier eine sinngemäße sowie tabellarische Orientierung gibt. Sinngemäße Orientierung bedeutet schlicht und ergreifend, dass du beispielsweise mit angreifen kannst. Tabellarisch heißt, der Hotkey ist wie folgt von der Position in der Befehlskarte abhängig:

                       

                         

                       

Um alle Einheiten eines Typs gleichzeitig auszuwählen, genügt bei gedrückter -Taste ein einfacher Linksklick auf eine beliebige Einheit. Auch ist es möglich, diese nun in einer Gruppe zu speichern, indem man die Tastenkombination + nutzt. Drückst du nun die jeweilige Zahl, sind die Einheiten sofort ausgewählt. Drückst du dieselbe Taste nun noch einmal, springst du zum jeweiligen Punkt auf der Karte. Dies kannst du dir aber nicht nur bei Einheiten, sondern auch bei Gebäuden zunutze machen, um zum Beispiel noch schneller produzieren zu können. Faulenzen gilt nicht: + wählt alle Arbeiter aus, die gerade Raucherpause machen, allein wählt nur einen beliebigen Arbeiter allein aus. + speichert ganze Bildausschnitte, die entsprechende F-Taste geleitet dich bei Bedarf dorthin.

Möchtest du neue Einheiten einer bereits bestehenden Gruppe zuweisen, funktioniert dies mittels + . Mit der Leertaste springst du immer zum zuletzt gemeldeten Ereignis – so bist du stets dort tätig, wo gerade Not am Mann ist. Wer Einheiten bei gedrückter -Taste Befehle erteilt, kann so ganze Befehlsketten erstellen, um beispielsweise einem Arbeiter aufzutragen, ein Gebäude zu errichten und danach Mineralien abzubauen.

Willst du im hitzigen Gefecht eine ganz bestimmte Einheit anwählen, findest diese aber auf Anhieb nicht, kannst du per -Taste durch alle Einheiten schalten. Kämpfst du mal nicht allein, sondern mit einem Freund an deiner Seite und hast während des Matches etwas Interessantes entdeckt, machst du deinen Mitstreiter per + / darauf aufmerksam. Mittels druckst du nicht, sondern speicherst einen Screenshot des aktuellen Geschehens in deinem „StarCraft II“-Ordner.

Es dauert einige Zeit, bis du dir alle Hotkeys eingeprägt hast – um ein guter Spieler zu werden, ist es aber unabdingbar, sie zu kennen. Die zeitliche Ersparnis ist enorm und die initiale Zeitinvestition ist das Lernen der Hotykeys aufjedenfall wert.

5. Kenne deinen Gegenspieler und seine mögliche Strategie!

Gegen einen Terraner spielst du anders als gegen einen Zerg. Gegen den spielst du wiederum anders als gegen einen Protoss. Behalte dies im Hinterkopf, und überlege dir bereits beim Ladebildschirm, wie der Gegner vorgehen könnte. Zu wissen, für welche Rasse sich dieser entschieden hat, reduziert die Anzahl der Möglichkeiten auf ein Minimum. Dennoch ist es natürlich von Nöten, regelmäßig zu „scouten“, also das Gebiet zu erkunden, um zu wissen, was der Feind gerade macht, um rechtzeitig entsprechende Gegenmaßnahmen einzuleiten. Vorausgesetzt, du weißt inzwischen auch, was jede einzelne Rasse kann oder nicht, so dass du die Spielweise des Gegners auch richtig interpretieren kannst.

Sobald das Match begonnen hat, solltest du sofort damit beginnen, Feindesland zu erkunden. Und zwar nicht nur einmal, sondern immer wieder – wann und wie oft du deinen Gegner scoutest, bleibt dir überlassen, aber vergiss es auf keinen Fall. Gerade zu Spielbeginn ist es wichtig, zu erfahren, was der Gegner plant, um nicht von diesem plötzlich überrannt zu werden; auch, um zu entscheiden, was zu tun ist und wie du dabei vorgehst. Vergiss dabei aber nicht, dein Vorgehen an deinen jeweiligen Gegenspieler anzupassen.

Es gibt nicht die eine Strategie, mit der jedem Gegner beizukommen ist. Vielmehr gibt es unzählige Möglichkeiten – wenn du das verstanden hast, wirst du schon bald in der Lage sein, mehr Spiele für dich zu entscheiden. Eine hundertprozentige Gewinngarantie gibt es aber auch hier nicht, weil auch dein Gegner scoutet und womöglich von euch beiden gerade die bessere Strategie hat.

6. Erkenne deine Fehler und lerne aus ihnen!

Hast du mal wieder eine vernichtende Niederlage erlitten, war dein Gegner wohl besser. Wenn du nicht weißt, was du falsch gemacht hast, kann es hilfreich sein, sich das Match im Replay anzusehen. Am besten beobachtest du das Spiel aus der Sicht des Gegners: Was hat er wann und wie gemacht? Wusste er, was du vorhattest? Was hat er dagegen unternommen? Wie hättest du darauf reagieren müssen, um nicht zu verlieren? Dazu kann das Replay auch in doppelter Geschwindigkeit abgespielt werden. Hast du das einige Male gemacht, brauchst du kein Replay mehr, weil du nach einem Match praktisch sofort weißt, was schief gelaufen ist und wie es besser geht.

7. „Macro“ – wie wirtschafte ich richtig?

„Macro“ steht für Macro-Management und stellt den Gegensatz zum Micro-Management (siehe nächster Unterpunkt) dar. Wer sich mit Macro auskennt, weiß, wie er Ressourcen abbaut und effektiv nutzt. Hört sich im ersten Moment leicht an, ist es aber nicht, wenn du dich intensiver damit beschäftigst. Das musst du über kurz oder lang aber, denn in der Regel gewinnt der Spieler, der besser mit Macros umgehen kann.

Am wichtigsten ist zu wissen, was du zu bauen hast, wann du es bauen musst und wann du genug hast, beziehungsweise du noch mehr brauchst – das gilt für Ressourcen wie Gebäude gleichermaßen. Eine Faustregel: Es ist sinnlos, über das Match hinweg Ressourcen anzusammeln. Du wirst nicht ein Spiel gewinnen, weil du mehr Mineralien oder mehr Gas gesammelt hast. Anstatt wie unser Staat zu sparen und den Gürtel immer enger zu schnallen, solltest du vielmehr daran interessiert sein, deine Ressourcen so schnell wie möglich zu investieren.

Einer der größten Anfängerfehler überhaupt ist, anfangs nur wenig zu bauen und im weiteren Spielverlauf gar nichts mehr. Das kann nicht gut gehen, weil Macros nicht nur am Anfang wichtig sind, sondern über das gesamte Match hinweg. Wessen Wirtschaft besser floriert, dessen Niederlage ist auch fast ausgeschlossen. Simples Beispiel: Wer mehr Produktionsstätten hat, kann auch mehr Einheiten produzieren. Wer mehr Einheiten hat, befindet sich in der Überzahl und hat die besseren Karten.

Was nimmst du aus diesem Kapitel mit? Ungenutzte Ressourcen bringen dich nicht weiter. Eine Produktionsstätte ist zu wenig. Bemühe dich darum, deine Ressourcen die meiste Zeit auf null zu halten, indem du alles in den Gebäudebau, Einheiten oder Upgrades steckst. Um nach einem Match zu überprüfen, ob dir dies geglückt ist, empfiehlt sich im Zweifelsfalle noch ein genauerer Blick ins Replay.

8. „Micro“ – wie kontrolliere ich meine Einheiten richtig?

Neben Macros ist das Wissen um dass so genannte Micro-Management ebenfalls von essentieller Bedeutung. Treffen zwei Spieler aufeinander und schicken die gleiche Anzahl von Einheiten mit gleicher Stärke in den Kampf, gewinnt derjenige, der besser mit ihnen umzugehen weiß. Hört sich simpel an, ganz so einfach ist es aber nicht.

Wählst du eine deiner Einheiten aus und greifst mit ihr per eine gegnerische Einheit an, so spricht man dabei von Focus Fire, dem konzentrierten Angriff. Deine Einheiten bewegen sich auf ihr Ziel zu und greifen ausschließlich dieses an. Eine andere Möglichkeit des Angriffs ist der so genannte A-Move. Hierbei wählst du wieder deine Einheiten aus, klickst diesmal aber in die Nähe feindlicher Einheiten oder Gebäude mit auf den Boden. Nun greifen all deine Einheiten alle möglichen Ziele in der Nähe an – im Idealfall verteilt sich das Feuer so auf alle gegnerischen Ziele.

Greifst du nun deinen Gegenspieler an, so entscheidet oftmals die Form der Front über Sieg oder Niederlage. Die besten Chancen hast du, wenn du mit einer geraden wie parallelen Front angreifst, noch besser ist jedoch die Form eines Halbkreises. Das Problem ist nämlich folgendes: Hat dein Gegner für entsprechende Engpässe gesorgt, durch die jeweils nur eine deiner Einheiten passt, kannst du auch immer nur mit einer Einheit gleichzeitig angreifen, außer, du traust dich noch weiter ins feindliche Niemandsland hinein. Die Einheiten, die sich nicht an der Front befinden, können sich nämlich nicht am Kampf beteiligen. Nicht etwa aus Unlust – es ist nur so, dass die hinteren Reihen nicht unbedingt daran interessiert sind, ihre Kollegen umzunieten, um auch mal mit dem Feind Sichtkontakt zu haben.

Während Engpässe beim Gegner eher störend sind, sind diese für deine Basis nur zu empfehlen, um den Gegner effektiver stoppen zu können und Zeit zu haben, neue Einheiten zu ordern. Im Extremfall kannst du dich wie in einem Bunker einbauen, sodass es für den anderen fast unmöglich ist, in deine Basis einzudringen. Passenderweise nennt sich so eine Vorgehensweise auch “Bunkern.”

Außerdem solltest du darauf achten, dich nicht selbst zu blockieren. So sollten Nahkämpfer unbedingt vor Fernkämpfern laufen – sonst bleiben letztere einfach stehen, sobald sie ihre Feuer-Reichweite erreicht haben. Die Nahkämpfer werden so blockiert und können nicht an deinen Fernkämpfern vorbei. Du verlierst unnötig Zeit, in der dein Gegner auf deinen Angriff reagieren kann, etwa in Form eines Konters, dem du nichts mehr entgegenzusetzen hast, weil du noch mit dem Micro-Management beschäftigt bist.

Wie du siehst, ist das Micro-Management eine weitere Königsdisziplin des „StarCraft II“-Multiplayers, die man nicht erlernen kann, sondern sogar erlernen muss, um in den Riegen der guten Spieler eine Chance zu haben. Ohne Macros Micro-Management sieht man dort nämlich selbst mit der besten Strategie ziemlich schnell ziemlich alt aus.

Weitere Themen: StarCraft 2 Demo, Activision Blizzard

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