Street Fighter III: 3rd Strike Online E. - Test: Die Rückkehr eines Prügelspiel-Klassikers

David Hain
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Eigentlich ist ja “Street Fighter X Tekken” das nächste Schlachtschiff der Capcom-Prügelflotte, bekanntlich hält das den japanischen Unterhaltungsriesen natürlich nicht davon ab, an anderer Stelle mit dem Franchise Geld zu verdienen. Statt des x-ten “Super”-, “Ultra”- oder Wasauchimmer-Updates für Teil vier, kramt man dieses Mal einen Klassiker aus. Street Fighter III: 3rd Strike wird ins neue Jahrtausend gehievt – und bekommt damit endlich die Aufmerksamkeit, die es verdient.

Street Fighter III: 3rd Strike Online E. - Test: Die Rückkehr eines Prügelspiel-Klassikers

Als die finale Version von “Street Fighter III” nämlich 1999 erschien, lag das 2D-Prügelgenre bereits im Sterben. Spektakuläre Polygonschleudern vom Schlage eines “Half-Life” ernteten damals die großen Ohhs und Ahhs, für flache Pixel war da kein Platz mehr. Warum dann also ausgerechnet diesen Beat’em Up-Opa aus der Versenkung holen? Ganz einfach: In Punkto Kampfsystem kam und kommt bis heute kein anderes “Street Fighter” an den dritten Teil heran.

Nicht nur, dass die Super-Moves – woraus später die Ultramoves von “Street Fighter 4″ entstanden – hier ihren Einstand feierten, Capcom begründete gleich noch ein völlig neues Feature: die sogenannten Parrys. Statt zu blocken konnte man nun im exakten Moment nach vorn oder unten drücken, um so den Schlag des Gegners zu parieren. Anders als beim Blocken, gab es dafür keinen Schaden, sogar die mächtigen Super-Moves konnten auspariert werden.

Diese Parrys verliehen “Street Fighter 3″ eine ungeheure Tiefe, die gerade im Turniersektor großen Anklang fand. Capcoms Entscheidung, diesen Klassiker neu aufzulegen und für das Onlinezeitalter fit zu machen, erscheint also nur logisch. Die “Online Edition” nutzt denselben Netzcode, der schon “Street Fighter 4″ zum Erfolg verholfen hat, führt Ranglisten ein, Quick-Matches, Onlinelobbys, Trials und und und – willkommen in 2011, “Street Fighter III”.


Endlich darf man nun also auch seine Parrykünste gegen Spieler aller möglichen Kontinente auf die Probe stellen. Wie gewohnt verläuft das Matchmaking relativ reibungslos, auch wenn man selbst zu Hauptzeiten relativ lange wartet. Auch auf kleinere Lags muss man sich einstellen, die Masse der Spiele verläuft allerdings reibungslos. Dank der Herausforderungen, die euch für Combos, Super-Moves, Parrys und gewonnene Matches belohnen, steigt ihr stetig im Rang auf – die Motivation bleibt hoch, der Spaß sowieso.

Leider verpasst Capcom, “3rd Strike” ein grafisches Update zu verpassen. Mit dem passenden Filter, den man im Optionsmenü auswählen kann, werden zwar die gröbsten optischen Mängel ausgebessert, echtes HD geht aber anders. Ebenfalls ein visuelles Trauerspiel sind die Replays, die man bequem und direkt bei Youtube hochladen kann – deren Qualität ist nämlich nochmals schlechter, als die eigentliche Ingame-Grafik.


Wer “Street Fighter III: 3rd Strike” noch nicht kennt, dürfte sich übrigens verwundert zeigen – bis auf Ryu, Ken und Chun-Li ist keiner des klassischen Roosters an Bord. Stattdessen feiern hier relativ skurrile Gestalten wie der deutsche Wrestler Hugo, der “Rorschach”-Lookalike “Q” oder das….öhm, Ding “Oro” ihren Einstand. Die Handhabung ist hier ebenfalls klar auf Profis ausgelegt. Wie für nahezu jeden Aspekt an “3rd Strike” gilt auch hier – Anfänger haben ohne viel Übung keine Chance.

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