Super Mario Maker für 3DS im Test: Verschlimmbessertes Meisterwerk

Martin Eiser

Der Super Mario Maker für Wii U gehörte zu den besten Spielen des letzten Jahres. Dank der Veröffentlichung für den Nintendo 3DS kannst Du nun auch unterwegs Deine eigenen Welten basteln und in die Kreationen von anderen eintauchen. Im Test erfährst Du, wie gut die Umsetzung gelungen ist.

Nintendo hat mit dem Super Mario Maker eine ganz besondere Software erschaffen, die perfekt zur Wii U passt. Der Hersteller gab Dir ein Werkzeug, mit dem Du Klassiker mit anderen Augen sehen und Dich neu in sie verlieben konntest. Es war ein großer Sandkasten zum Experimentieren und Ausprobieren, ein Baukasten mit kinderleichter Bedienung. Und noch dazu konntest Du diese besondere Erfahrung in Form eigener Level mit der ganzen Welt teilen. Für mich gehörte dieses Meisterwerk zu den besten Spielen des letzten Jahres.

Die Ankündigung, den Super Mario Mario Maker auch auf dem Nintendo 3DS zu veröffentlichen, löste bei mir natürlich zunächst eine große Begeisterung aus. Ich wäre nicht mehr an die heimische Konsole gebunden und womöglich hätte ich sogar meine Entwürfe der Wii-U-Version einfach übertragen und überall mit hinnehmen können. Doch statt einer engeren Verbindung zwischen beiden Spielen, zog Nintendo eine deutliche Grenze zwischen den Titeln. Auf dem Nintendo 3DS gibt es neue Features, dafür fehlen bestimmte Annehmlichkeiten der Wii-U-Version.

Was macht Super Mario Maker für 3DS besser als die Wii-U-Version?

Es ist auf jeden Fall großartig, dass Du nun auch unterwegs Level bauen kannst. Dafür gibt es fast keine Einschränkungen im Umfang oder bei den Funktionen – auf die wenigen Limitierungen komme ich später zu sprechen. Nintendo hat das Freischalten der Inhalte allerdings etwas verändert. Es gibt zehn spezielle Lektionen, unterteilt in Grundlagen und Fortgeschritten, die erste Elemente freischalten. Um die restlichen Bauteile zu erhalten, musst Du die bereits von der Wii U bekannte „Super Mario Herausforderung“ spielen. Sie besteht aus von Nintendo erstellten Welten, wobei die einzelnen Level auf dem 3DS aber entweder neu sind oder aber zumindest überarbeitet wurden. Drei durchgespielte reguläre Level und ein Bowser-Level spendieren Dir zwei weitere Elemente für den Level-Editor.

Und noch etwas wertet diesen Spielmodus gegenüber der Wohnzimmer-Version auf: Jedes Level der 3DS-Version bietet zwei zusätzliche Medaillen-Herausforderungen, die das Durchspielen noch fordernder und manchmal sogar witziger machen. Es ist ein großer Spaß, wenn Du versuchst, in einem Level nie mit dem Steuerkreuz nach links zu lenken. Du darfst nicht bremsen und solltest entsprechend mit Mario nie zu schnell unterwegs sein. Die zweite Medaille gibt es in diesem Level übrigens, wenn Du in einem weiteren Durchlauf mit dem Steuerkreuz permanent nach rechts lenkst, also ohne Unterbrechung bis zum Ziel rennst – quasi als Vorgeschmack auf Super Mario Run.

Ein weiterer Vorteil ist, dass Du nun deine selbst erstellten Level über StreetPass teilen kannst.

Was macht Super Mario Maker für 3DS schlechter als die Wii-U-Version?

Du kannst keine selbst erstellten Level über eine Online-Verbindung teilen. Sämtliche Level, die Du Dir herunterladen und ausprobieren kannst, stammen von der Wii U. Wenn Du also auf dem Nintendo 3DS ein Level baust, musst Du es auf der Wii U nachbauen oder Du teilst es direkt mit einem Freund über eine lokale Verbindung. Das ist ein echtes Manko, denn damit fällt ein wesentliches Motiv weg, warum Du ein wirklich tolles Level bauen solltest. Warum die Mühe machen, wenn es wahrscheinlich sowieso niemand sehen wird? Außerdem werden Amiibo-Figuren und der dazugehörige Spezial-Pilz nicht unterstützt. Damit fallen sämtliche Level der Wii-U-Version weg, die andere Charaktere als Feature genutzt haben. Dazu gehören ein paar der coolsten Level, die von anderen Nutzern erstellt wurden.

Auf der Wii U waren einige Spieler genervt davon, dass Nintendo die Inhalte für den Level-Editor nur nach und nach freigeschaltet hat und sie nicht automatisch zur Verfügung gestanden haben. Auf dem 3DS hat Nintendo durch die Lektionen und die „Super Mario Herausforderungen“ einen anderen Modus gefunden, der aber ebenfalls nur eine Verschlimmbesserung darstellt. Vorher hat Dich Nintendo noch genötigt, die neuen Elemente selbst anzuwenden, um sie wirklich zu verinnerlichen. Nun musst Du Dir das zum Teil ziemlich langweilige Geblubber von Mashiko und Yamamura (eine Taube!) anhören und zunächst viele Level spielen. Meiner Meinung nach wird Dir dadurch zu viel vorgegeben und Du setzt Dich zu wenig mit jedem einzelnen Bauelement auseinander.

Der 3D-Effekt auf dem Nintendo 3DS wird nicht unterstützt.

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Mein Test-Fazit zu Super Mario Maker für 3DS

Auf der Wii U habe ich Super Mario Maker geliebt, aber auf dem Nintendo 3DS ist aus dem kreativen Remix-Baukasten eher ein Abspielgerät geworden. Vielleicht haben manche Änderungen mit der schwächeren Technik zu tun. Auf dem New Nintendo 3DS gab es keine Probleme mit der Performance, aber auf dem regulären Nintendo 3DS soll es bei aufwendigeren Level-Designs durchaus zu gelegentlichen Einbrüchen kommen. Ohne die Amiibo-Unterstützung und die Möglichkeit, eigene Level zu teilen, fehlen zwei essentielle Features.

Die Ergänzung der Medaillen-Herausforderungen sind natürlich toll, denn sie machen wirklich Spaß. Allerdings verstehe ich nicht, warum so etwas nicht als Update auf der Wii U nachgereicht wird. Natürlich geht von dem Spiel noch immer eine große Faszination aus. Du kannst auch auf dem Handheld viel über Level-Design und deine Lieblings-Klassiker lernen. Es gibt Bausets aus Super Mario Bros., Super Mario Bros. 3, Super Mario World und New Super Mario Bros. U und du kannst völlig verrückte Sachen miteinander kombinieren. Nein, Super Mario Maker für Nintendo 3DS ist wirklich kein schlechtes Spiel, es bleibt ein Meisterwerk – aber leider auch eine Verschlimmbesserung der ursprünglichen Idee.

Wertung

8/10
Getestet von Martin

Wer nur einen Nintendo 3DS hat, sollte sich Super Mario Maker unbedingt holen, denn es ist ein toller Baukasten, der viele lustige Möglichkeiten bietet. Ansonsten bleibt die Version für die Wii U die bessere Entscheidung.

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