Super Meat Boy Test – Wie gut ist Super Meat Boy wirklich?

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Meat Boy mag Bandage Girl. Niemand mag Dr.

Fetus, deshalb hasst Mr. Fetus alle anderen, vor allem hasst er Meat Boy. Darum entführt er Bandage Girl. Das gefällt Meat Boy gar nicht und er macht sich auf zur Rettung. Mehr hat es vor zwanzig Jahren für eine Videospiel-Geschichte nicht gebraucht, mehr ist auch heute nicht nötig. Vor allem, wenn das Spiel „Super Meat Boy“ heißt und uns in bester Jump&Run-Manier durch wahnwitzig schwere Level hetzt – da ist für Storytelling sowieso kein Platz.

Schon seit Oktober gibt es den Fleischjungen auf der Xbox360, seit Kurzem hüpft er auch über hauseigene Computer via Steam. Wir verraten euch, was Team Meats kleines Maskottchen so drauf hat, in unserem „Super Meat Boy“-Test!

Worum geht's?

Die Story haben wir bereits angerissen... wobei, eigentlich haben wir sie in der Einleitung schon komplett verraten. Zugegeben: Augenscheinlich ist „Super Meat Boy“ keine komplizierte Angelegenheit – ein Hüpfspiel eben, mit einem merkwürdigen Helden. Dabei ist es viel mehr als das, nämlich ein nahezu perfekter 2D-Plattformer, der den Nostalgie-Button älterer Spieler penetriert und die Reflexe der jungen Generation auf die ultimative Probe stellt.

Super Meat Boy Test

Wie sieht es aus?

Oberflächlich könnte man „Super Meat Boy“ mit einem alten Jump & Run aus der 8- oder 16-Bit Ära verwechseln. Wenn man sich dann mal näher mit dem Spiel beschäftigt hat, ändert sich daran auch nichts. Gut so, sagen wir als Retro-Fans – so manch ein HD-verwöhnter Zocker mag dem Pixelstil jedoch nichts abgewinnen können. Dabei ist Meat Boy geschmeidig animiert und kehrt in manchen Levels sogar in die monochrome Welt der Gameboy-Spiele zurück. Auf Soundebene reisen Team Meat mit ihrem Spiel ebenfalls in der Zeit zurück und präsentieren uns Chiptune-Rock at it's best. So manch ein Track wird euren Gehörgang selbst Stunden nachdem ihr das Gamepad niedergelegt (oder an die Wand gepfeffert) habt noch begleiten.

Was uns gefällt:

„Super Meat Boy“ müsste uns eigentlich zur Weißglut treiben, denn bereits nach den ersten paar Stages ist Schluss mit lustig. Also Schluss mit sterbefreien Level-Durchgängen und virtueller Sorglosigkeit. Dann wird es knüppelhart – anfangs sind rotierende Sägeblätter unser größter Feind, später werden es zielsuchende Laser und Dämonen, gemein platzierte Portale und glühend heiße Lavaschluchten. Dass wir nicht an diesen Hürden verzweifeln, liegt an der präzisen Steuerung des Spiels – wenn wir Meat Boy in den blutigen Tod schicken, dann ist das auch unsere Schuld. Wenn wir den flinken Helden in Scharlach wiederum gekonnt kontrollieren, wirken wir beim Spielen wie ein Genre-Gott.

Das fleischige Rumgehüpfe ist zudem erfreulich abwechslungsreich. Stets werden uns neue Elemente präsentiert, neue Fallen eingeführt oder neue Charaktere vorgestellt. Die können wir mit versteckten Bandagen freischalten und uns so etwa mit Tim aus Braid, Commander Video aus BitTrip oder gar der PC-exklusiven Headcrab aus Half-Life durch die Levels sterben. Die Bonus-Helden sind dabei nicht einfach nur Meat Boy mit neuem Skin, sondern haben ihre eigenen Fähigkeiten – Commander Video kann wie einst Prinzessin Peach in „Super Mario Bros. 2“ für kurze Zeit schweben, die Headcrab kann länger an Wänden hängen. Keine dieser Spezialfähigkeiten brechen die Balance des Spiels, dennoch fühlt es sich mit dem superschnellen Meat Boy noch am besten an.

Kribbeliges Retro-Feeling erwartet angehende „Super Meat Boy“-Spieler nicht nur in den herrlich abgedrehten Zwischensequenzen, sondern auch in den versteckten Warpzones. Das sind Mikro-Levels im Gameboy-Look, die mit ihrer Lebensbegrenzung für eine zusätzliche Herausforderung sorgen. Und wo wir gerade bei Herausforderungen sind: Jedes Level des Spiels gibt es in einer „Darkworld“-Variante, d.h. noch mehr Fallen, noch mehr Abgründe, noch mehr Blutvergießen. Frustresistenz ist Pflicht, der häufige Besuch des digitalen Jenseits hat aber auch etwas für sich: Im Replay seht ihr stets all eure Versuche, all eure Fehlschläge auf einmal. Es hüpfen also Hunderte Meat Boys gleichzeitig über den Bildschirm und stürzen sich wie die Lemminge in gezackte Rotorblätter oder werden von brennenden Lasern zerfräst – super!

Super Meat Boy Review

Was uns nicht gefällt:

Der Schwierigkeitsgrad mag zwar ein Feature von „Super Meat Boy“ sein, dennoch müssen wir sagen: Der Einstieg hätte besser ausfallen können. Nach vier bis fünf kurzen Einführungs-Stages bekommen Einsteiger die Härte von Dr. Fetus‘ fiesen Todesapparaten zu spüren – wer mit Trial & Error nichts anfangen kann, sollte lieber zum echten Fleisch aus der Kühltheke greifen.

Weiterhin hätte Team Meat noch ein wenig mehr Ressourcen in die Präsentation stecken können – Umgebungsgeräusche fehlen, viele Umgebungen wirken trist und leblos und so manche Figur ist in den Zwischensequenzen zu grob ausgeschnitten.

Fazit:

Perfekte Steuerung, Zitate vieler Spiele-Klassiker, genial fieses Level-Design und ein charmanter Comic-Look – „Super Meat Boy“ wird euch zum Schwitzen bringen, aber auch zum Lachen (witzige Zwischensequenzen) und zum Weinen (knüppelharte „Darkworld“-Level).  Ein Spiel für Jump&Run-Liebhaber, die sich nach den simpleren 2D-Zeiten zurücksehnen oder die ultimative Herausforderung suchen – Zugreifen!

Wertung: 90%

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