Super Street Fighter 4 3D Edition - Test: Die dritte Dimension des Schmerzes

David Hain
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Das wohl interessanteste Spiel im Line-Up des 3DS gehört gleichzeitig auch zur Speerspitze seines Genres: "Super Street Fighter 4" ist derzeit der Beat’em Up-Titel der Wahl, wenn es um schnelle, taktisch anspruchsvolle Kämpfe geht. Was bisher fehlte, war die Möglichkeit, sich auch unterwegs die Grübchen aus dem Gesicht zu bolzen und die Kinnlade auszurenken. Da hilft Nintendo nun nach. Ab sofort heißt es auch in der U-Bahn: "HADOUKEN!"

Super Street Fighter 4 3D Edition - Test: Die dritte Dimension des Schmerzes

Üblicherweise verhält es sich mit Handheld-Portierungen großer Titel immer so: Aus einem gigantischen Open-World-Abenteuer wie “Assassin’s Creed 2″ wird im Kleinformat (siehe Assassin’s Creed 2: Discovery) ein simples Jump’n Run in Fitzelgrafik. Nur selten halten die Umsetzungen mit den großen Formaten mit, “God of War” für die PSP gilt da als einsame Ausnahme. “Super Street Fighter 4″ macht’s nun anders, hier entspricht das Kleine nahezu ausnahmslos dem Großen.

Will heißen: Alle 35 Kämpfer der Vorlage sind drin, die Neuzugänge der “Super”-Auflage inklusive, dazu gibt’s die Bonus-Stages, in denen wir Autos zertrümmern und auf Fässer einprügeln. Die Wahl zweier Ultra-Moves ist ebenfalls individuell für jeden Kämpfer möglich, die Stages sind ebenfalls komplett. Alles drin, alles dran. Der Wahnsinn daran ist aber, dass “Super Street Fighter 4″ auch in optischer Hinsicht an das Original heranreicht: Der Grafikchip des 3DS leistet tatsächlich deutlich mehr, als der Handheld-Vorgänger.

Die Kämpfer sind jedenfalls ebenso detailliert wie auf PS3 und Xbox360, die Effekte der Supermoves mindestens so protzig. Lediglich den Hintergründen sieht man das “kleine System” an: Optisch sind da zwar ihren NextGen-Vorbildern nachempfunden, es fehlen aber sämtliche Animationen. Wo im großen “SSF4″ Lowrider cool vor sich hin bouncen und umstehende Passanten klatschen, herrscht hier starre

Der wichtigste Kaufgrund der 3DS-Variante dürfte aber ein anderer sein: die dritte Dimension. Und die steht dem ohnehin sehr ansehnlichen Titel ausgesprochen gut. Schaltet man den 3D-Effekt ein, entwickelt das Bild eine schöne Tiefenwirkung. Mehr als ein Gimmick ist das natürlich nicht, aber der “Wow”-Effekt der teils spektakulären Moves wird dadurch noch weiter verstärkt. Wirklich cool ist das nur, wenn wir in die neue Perspektive wechseln: Auf dem 3DS können wir nämlich auch eine Schulterperspektive wählen – so wirken Ryus Hadoukens gleich doppelt so gut.


Allerdings wirken vereinzelte Bildelemente mit aktiviertem 3D deutlich unschärfer, zudem kommt es im Eifer des Gefechts häufig dazu, dass der Bildschirm verwackelt und so das Bild starke Schlieren zieht – ein Effekt, der wahrscheinlich auf sämtliche 3DS-Titel zutreffen dürfte. In normalem 2D ist “Super Street Fighter 4 3D” hingegen das deutlich schönere Spiel. Und das geschmeidigere: Ist der 3D-Modus ausgeschaltet, läuft “SSF4″ mit 60 Frames.

Trotz Edeloptik haben uns die Kämpfe mit dem 3DS weitaus weniger Spaß gemacht, als mit den großen Versionen. Schuld ist hier in erster Linie die Peripherie: Mit großen Händen gerät das Handling zur sehr schmerzhaften Angelegenheit – da das Digitalkreuz wegen dem Analogstick nach unten gewandert ist, müssen wir den Daumen über längere Zeit leicht nach unten spannen. Die Schultertasten lassen sich wiederum auch nur mit Verrenkungen aktivieren, vor allem auf der linken Seite sorgt die Kombination aus angespannten Daumen und verzogenem Zeigefinger für Krämpfe.

Weitere Themen: 3d, HTC EVO 3D, Street Fighter IV, Capcom

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