NostalGIGA - Folge 4: The Elder Scrolls: Arena

Jonas Wekenborg
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1994. Das Internationale Jahr des Sports und des Olympischen Ideals. Kurt Cobain nimmt sich laut offiziellen Stellen das Leben. Totale Sonnenfinsternis in Südamerika. Sony bringt die PS One auf den Markt und Bethesda veröffentlicht den ersten Teil der Elder Scrolls: Arena. Ein geschichtsträchtiges Jahr.

Wie ging es los?

Ursprünglich war “The Elder Scrolls: Arena”, wie der Name schon vermuten lässt, als 3D-Gladiatorenspiel im Zuge einer Dungeons & Dragons-Kampagne geplant. Das hätte ja prima zum Internationalen Jahr des Sports gepasst, schließlich merkte Bethesda aber, dass man viel mehr daraus machen konnte und schuf ein Rollenspiel mit einer ganz eigenen Welt und Geschichte. Die ursprünglich produzierten 9.000 Stück waren so schnell vergriffen, dass Bethesda kaum hinterher kam, weitere hunderttausend Exemplare nachzureichen.

Was ich geliebt habe

Zwar gilt “Arena” nicht als Begründer des First-Person-RPGs, dafür gab es bereits vorher schon “Wizardry”, doch schaffte es Bethesda damals dennoch eine Legende aufzubauen, die uns ja bis heute begleitet. Ohne die D&D-Lizenz im Rücken schuf man eine enorm umfangreiche Welt mit grundverschiedenen Völkern, Religionen und einem eigenen Almanach voll bunter Geschichten. Die Welt Nirn war so unglaublich groß und je länger man überlebte, desto größer wurde der Ansporn, dem bösen Magier Jagar Tharn das Handwerk zu legen. Ja gut, es war ein wenig schwierig zu ihm zu kommen, doch hatten wir ja fast allnächtlich seine ehemalige Zauberin Ria Silmane an unserer Seite, die uns zärtliche Worte der Motivation ins Ohr säuselte.


Was ich gehasst habe

Sterben. Wer nicht gerade “Demon’s Souls” oder Nachfolger spielt, wird mir beipflichten. Sterben ist so ziemlich das Ärgerlichste, was einem in einem Computerspiel passieren kann. In “Arena” bei weitem aber keine Seltenheit. Denn bereits im Anfangsdungeon kreuchen so viele Super-Ratten herum, man kann auch in den “sicheren” Nischen nicht campen und sitzt man in einer Pfütze und versucht rauszuklettern, schlägt einem ein Goblin seine Keule über den Schädel. Ein weiteres Manko an “Arena” war die Steuerung. Cool, wir können mit den Pfeiltasten laufen und mit der Maus Schwünge ausführen. Nicht so cool, mit der Taste J springen wir… nach oben. Drücken wir zusätzlich Shift springen wir geradeaus. Abgesehen davon, dass man in einem Spiel wie “Arena” niemals, aber auch wirklich nie, nach oben springen muss, müsst ihr euch die Verrenkungen vorstellen, die man dabei vollführt.

FunFact


“The Elder Scrolls: Arena” war der Beginn einer wunderbaren Reihe von Rollenspielen, die es uns Pen&Paper-Kellerkinder-Nerds ermöglichte, vom Würfelbecher zum PC zu wechseln. Die Zeit, in der man sich mit den Freunden um fallengelassene Schätze schlagen musste, war vorüber. Der Dungeonmaster wurde ersetzt durch eine generische Matrix, die sich allerhand Charaktere, Dungeons und Städte ausdachte und bei der man sich nicht mehr beschweren konnte. Ob sich unsere Eltern allerdings darüber gefreut haben, dass wir nicht mehr mit unseren komischen Freunden im Keller mutmaßlich satanische Spiele spielten und dafür unsere Portion Vitamin A durch den Röhrenmonitor unseres PCs gegen Sonnenlicht eintauschten, bleibt fraglich.

Das Erbe

Mit “The Elder Scrolls: Arena” verwurzelte Bethesda den Grundstein für eine Serie von Rollenspielen, die genauso geliebt wie verflucht wird. “Daggerfall” als direkter Nachfolger behielt viele Features des Originals bei, nur wurde der Pool an Fähigkeiten größer, man konnte sogar klettern. “Battlespire” und “Redguard” kennen sogar noch weniger Leute als “Arena” selbst. “Morrowind” war allein durch seine aufgefrischte Grafik eine Sensation, war aber bei genügend Anstrengungen viel zu schnell vorüber.

“Oblivion” protzte mit in Echtzeit wachsenden Grashalmen, war aber durchzogen von diesen kleinen lästigen Viechern, Bugs. Was wir von “Skyrim” erwarten können, zeigt sich in nicht mal mehr einem halben Jahr. Gewiss ist – lässt man die alten Spiele noch einmal Revue passieren – dass die Spiele alle klasse waren. Man versuchte das optimale Gameplay zu finden und ist stets der fantastischen Geschichte der Elder Scrolls treu geblieben.

 

Weitere Themen: Scrolls, The Elder Scrolls: Arena Download, Bethesda Softworks

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