The Evil Within 2: Gibt es ein Geheimrezept für Angst?

Marina Hänsel

Hey, du. Ja, du. Könntest du mir sagen, was das Bild zum Artikel in dir auslöst? Nein, nicht nur ein kurzer Blick, sieh' es länger an. Konzentriere dich darauf. Vielleicht schaltest du das Licht in deinem Zimmer aus. Sag mir, ist es schön? Hässlich? Was fühlst du? Macht es dir Angst?

The Evil Within 2: Gibt es ein Geheimrezept für Angst?

In The Evil Within 2 von Bethesda übernimmst du wie schon im ersten Teil die Rolle von dem ernsten Sebastian Castellano, dessen Tochter Lily angeblich während eines Hausbrandes gestorben ist. Im Spiel jedoch gelangst du an einen Ort namens Union, eine kleines, düsteres STEM-Städtchen, das aus Lilys Gedankenwelt materialisiert wurde. Wirst du deine Tochter doch noch retten können?

Horrorgenie Shinji Mikami, der Erfinder der Resident-Evil-Serie , ist wieder die maßgebende Stimme hinter dem zweiten Teil. Die Texte und Charaktere im Spiel stammen jedoch aus der Feder des Filmregisseurs Trent Haaga. Im Interview habe ich ihn gefragt, wie er uns in The Evil Within 2 Angst machen will.

Wie wird Angst zubereitet?

Angst ist alt; uralt. Seit Anbeginn unserer Existenz krabbelt sie unter unsere Haut, lässt uns bibbern und beben im Angesicht von Feinden, Naturkatastrophen, anderen Artgenossen; ja eigentlich allem, das uns umgibt. Kurz gesagt, wir haben immer Angst. Auch heute noch. Angst zu versagen, nicht gemocht oder gar krank zu werden, Angst, Dinge zu verlieren oder zu sterben. Sollte es ein geheimes Rezept für Angst geben, dann ist es wohl das Leben selbst. Und Trent Haaga, der hauptverantwortliche Autor hinter The Evil Within 2, sieht das genauso:

Du siehst es in einer Millionen Filme. Jump-Scares funktionieren immer, aber ist das Angst?“, fragt er im schummrigen Licht eines Berliner Kinos, während sein neuer Film 68 Kill, eine brutale, rabenschwarze Komödie, im Saal nebenan läuft, “Wo ich aber wirklich Gänsehaut bekomme, was ich am meisten liebe, das ist Grauen. Du hast Angst, du hast Schrecken und du hast das Grauen…und Grauen spricht etwas in uns an, das... – wie, wenn du dein Kind verlierst, weißt du, das sind deine allerschlimmsten Albträume. Wenn mir das passieren würde, es wäre die schrecklichste Situation, die ich mir vorstellen kann. Ich würde mich verlieren.

Und genau das passiert Sebastian Castellano, dem simplen, mutigen Mann, der im ersten Teil von The Evil Within gegen fiese Monstren, böse Menschen und letztendlich auch sich selbst kämpfen musste. Ihm wird sein kleines Mädchen, Lily, entrissen – und das nicht von einem Fabelwesen oder Monster, sondern von einem Menschen. Stefano Valentini.

Theodor und Stefano, das sind die Jungs, die ich wirklich schreiben durfte. Ich habe ihre Stimmen erschaffen, wie sie reden und was sie denken. Weißt du, da ist diese Kreatur im Trailer, Obscura. Sie hat eine Kamera als Kopf und lange, spinnenartige Beine. Sie wird von Stefano kontrolliert. Aber wie klingt Stefano, was denkt er?

Was Stefano mit Hannibal Lecter zutun hat, erfahrt ihr im nächsten Kapitel: Stefano und das Hannibal-Lecter-Rezept.

Weitere Themen: The Evil Within, Bethesda Softworks

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