The Legend of Zelda: Warum Breath of the Wild auch eine Rückkehr zu den Wurzeln der Serie ist

Martin Eiser
2

Im kommenden Jahr erscheint The Legend of Zelda: Breath of the Wild für Wii U und NX. Nintendo wagt mit dem Spiel eine neue Richtung für die Serie und will mit einer offenen Welt punkten. Wer aber genau hinschaut, sieht die Parallelen zum ersten Abenteuer von Link auf dem NES. So gesehen ist Breath of the Wild gar kein Neuanfang, sondern eine Rückbesinnung auf alte Wurzeln.

9.849
The Legend of Zelda: Breath of the Wild - E3 2016 - E3-Trailer

Über 30 Jahre ist The Legend of Zelda inzwischen alt. Die Serie kennt sicher jeder, aber das Spiel wahrscheinlich nur ein Bruchteil der Fans. Das Action-Adventure ist erstmals 1986 für das NES (Nintendo Entertainment System) auf den Markt gekommen, wurde aber auch für den GameCube, Game Boy Advance, Wii und Wii U veröffentlicht. Es bildet die Grundlage für das heutige Hyrule, aber ist trotzdem so ganz anders. Viele der heute vertrauten Melodien und Gegenstände wurden hier erstmals verwendet. Selbst das Masterschwert, die Triforce-Fragmente und der fiese Gegenspieler Ganon tauchen das erste Mal in diesem Abenteuer auf. Und natürlich mussten wir Prinzessin Zelda retten – die ewige und sich immer wiederholende Quest der Reihe.

Damals gab es allerdings noch so viele Limitierungen durch die Hardware, weshalb ungewöhnliche Lösungen gefunden werden mussten. Vor allem hinsichtlich der Optik gab es viele Einschränkungen: Gespielt wurde aus der Vogelperspektive mit minimalistischen Effekten. Die Welt bestand aus 128 Feldern, von denen eines einen ganzen Bildschirm ausfüllte; manchmal gab es auch Zugänge zu geheimen Räumen oder Dungeons. Die Mehrheit der heutigen Zelda-Fans hätte vermutlich Probleme überhaupt zu erkennen, um was für ein Spiel es sich handelt, denn die Konsole war von 3D ungefähr so weit entfernt, wie die Wii von HD-Grafik.

Die Hymne der Zeit in der E3-Demo von Breath of the Wild

Und dennoch war dieses erste Abenteuer vor 30 Jahren etwas ganz Besonderes. Trotz all der Einschränkungen war The Legend of Zelda ein bisschen wie ein großer Sandkasten: Überall gab es etwas zu entdecken. Es war eine Reise ins Ungewisse, auch weil zunächst nicht so richtig klar war, was eigentlich unser Ziel ist. Und es war ein wirklich schweres Spiel – vor allem anfangs, weil wir die Gegner und die Welt nicht kannten. In der ersten Stunde hat mein kleiner Pixelheld mit Sicherheit ebenso oft das Zeitliche gesegnet, wie viele Jahre später der namenlose Kämpfer bei meinem ersten Ausflug mit Demon's Souls.

Es mag aus der heutigen Sicht nicht mehr ganz nachvollziehbar sein, was so faszinierend an The Legend of Zelda war. Für viele ist schon The Legend of Zelda: Ocarina of Time eine Retro-Erfahrung. Sich mit dem Original auseinanderzusetzen fällt schon aufgrund der Präsentation unglaublich schwer. Ich aber habe es vor etwas mehr als zehn Jahren staunend aufgesaugt, weil es in Sachen Spieldesign und aufgrund seiner Mechaniken so großartig war. Und als Nintendo auf der E3 im großen Rahmen endlich The Legend of Zelda: Breath of the Wild enthüllte und ich es später selbst anspielen konnte, fühlte ich mich erinnert an diese einzigartige Erfahrung.

Das sind die 10 bestbewerteten Spiele aller Zeiten GIGA Bilderstrecke Das sind die 10 bestbewerteten Spiele aller Zeiten

Video-Vorschau zu The Legend of Zelda: Breath of the Wild

15.623
The Legend of Zelda: Breath of the Wild in der Vorschau (E3 2016)

1. Freiheit: Die offene Welt gibt es seit 30 Jahren

Es klingt ein bisschen albern, wenn nun davon gesprochen wird, dass The Legend of Zelda: Breath of the Wild endlich eine offene Welt bieten soll. Jedes Abenteuer der Reihe setzte auf dieses Konzept und Erkundung ist immer ein ganz wesentliches Features gewesen. Mal wurden wir zum Einstieg mehr an die Hand genommen, mal weniger. Doch recht bald gab es in jedem Spiel der Reihe den Punkt, an dem wir mit Link durch eine große, offene Welt reisen konnten und es für uns nur noch vereinzelt Hindernisse gab.

Im ersten Abenteuer brauchte Nintendo kein riesiges Gebirge, um uns Grenzen aufzuzeigen. Durch die Vogelperspektive konnten wir sowieso nie in die Ferne blicken. Eine richtige Weltkarte, die heute zum Standard gehört, gab es aufgrund der technischen Grenzen auch nicht. Deshalb konnte jedes der zusammenhängenden 128 Felder eine Überraschung bieten und es war schwer, den Überblick zu behalten. Daher begannen Spieler damals, sich die Welt auf Papier aufzumalen und Notizen zu machen. Denn obwohl die Welt auf einer Karte übersichtlich wirkt, war sie anfangs nicht zu überschauen.

Heute werden die Begriffe von Freiheit und offener Welt deutlich differenzierter definiert. Immer aber waren es auch die Spiele der Zelda-Reihe, die sie von Anfang an entscheidend mitgestaltet und geprägt haben. In Breath of the Wild kann Link nun sogar Springen und Klettern. Und während wir in The Legend of Zelda auf dem NES noch ein ein paar Erledigungen vor uns hatten, bevor es in die letzte Schlacht gehen konnte, soll es in dem neuen Abenteuer die Möglichkeit geben, direkt in Richtung Endkampf zu ziehen. Allerdings würde uns dann noch das ganze Wissen über den Hintergrund der Geschichte fehlen.

2. Entdeckung: Aufbruch ins Ungewisse

Der Klassiker The Legend of Zelda beginnt ohne eine echte Einführung. Wir werden ohne Erklärung direkt in die Welt geworfen. Vor uns ist eine Höhle, in der uns ein alter Mann ein Schwert gibt, weil es laut seiner Erklärung sonst zu gefährlich ist. Was unser Auftrag ist und wohin wir müssen, wissen wir nicht. Alles, was wir über unser Abenteuer erfahren können, ist irgendwo in der Welt durch dezente Hinweise versteckt. Außerdem gibt es in diesem ersten Spiel der Reihe keine Siedlungen oder Städte, sondern nur einzelne Charaktere in Höhlen, mit denen wir kommunizieren können.

Ganz ähnlich fühlt sich der Einstieg in The Legend of Zelda: Breath of the Wild an. Eine weibliche Stimme weckt uns. Wir wachen an einem merkwürdigen Ort auf und haben zunächst keine Ahnung, was unser Ziel sein könnte. Ganz in der Nähe treffen wir einen älteren Mann, der uns ein ganz klein wenig über den Ort verrät. Hyrule befindet sich demnach im Verfall. Uns erwartet daher wohl eine ähnlich triste Welt wie im ersten Spiel. Zwar soll es Dörfer geben, aber Produzent Eiji Anonouma will dazu noch nicht zu viel verraten – weil jede Antwort eng mit der Handlung verbunden wäre. Womöglich handelt es sich ebenfalls nur um Ruinen, in denen nur wenige Personen leben.

Die Interaktion mit der Welt und das Entdecken stehen aber ganz klar wieder im Vordergrund. Wir müssen selbst herausfinden, was in Hyrule passiert ist und dafür jedem Hinweis nachgehen, den wir finden können. Es warten viele versteckte Geheimnisse und verborgene Orte, die nur derjenige findet, der aufmerksam seine Umgebung auskundschaften. Und dabei werden wir auch herausfinden, welche Rolle Link in dem Abenteuer spielt und was seine Aufgabe ist.

3. Herausforderung: Der Kampf ums Überleben

The Legend of Zelda war auch deswegen anfangs so schwer, weil wir nur über drei Herz-Einheiten verfügten und weder die Welt, noch das Verhalten der Gegner kannten. Nur selten gab es Möglichkeiten, unsere Energie wieder aufzufrischen und wir mussten stattdessen vorsichtiger kämpfen und unsere Feinde studieren. Später fanden wir stärkere Waffen und sogar zwei Ringe, die den erlittenen Schaden reduzierten. Wenn wir außerdem unsere Herz-Leiste erweitert hatten, konnten wir uns mehr Fehler erlauben. Die Herausforderung blieb aber hoch, denn es lauerten immer wieder neue Gefahren auf uns.

Im neuen Abenteuer legt Nintendo einen besonderen Fokus auf das Überleben in der Wildnis: Wir können Früchte und Fleisch sammeln, um unsere Lebensenergie wieder aufzufrischen. Klassische Herzen soll es dagegen nicht geben. Im Kampf gegen Feinde gibt es mehrere Ansätze – es lohnt sich, ihr Verhalten zu beobachten und die Umgebung zu nutzen. Aber auch in The Legend of Zelda gab es bereits einen Köder, mit dem wir Gegner in einen Hinterhalt locken konnten. Was The Breath of the Wild so besonders macht, ist die Vielzahl an Möglichkeiten. Bereits in der ersten halben Stunde gibt es so viele komplett unterschiedliche Erfahrungen, die ganz von unserem Spielstil abhängen.

Nintendos Philosophie ist es, Spiele zu entwickeln, die ein breites Publikum ansprechen – der Schwierigkeitsgrad ist daher meist sehr flexibel und hängt davon ab, welchen Herausforderungen wir uns stellen wollen. Der Überlebenskampf in Breath of the Wild wird daher sehr wahrscheinlich vor allem ein Gefühl sein und weniger ein tatsächlicher Kampf. Allerdings wird somit auch jeder die Herausforderung finden können, die er sucht.

Warum Breath of the Wild trotzdem ganz anders wird

Obwohl vieles auf eine Rückbesinnung auf die Wurzeln von The Legend of Zelda hindeutet, gibt es doch ein paar ganz deutliche Unterschiede. Was das NES damals nämlich noch nicht leisten konnte, war eine lebendige Welt. Das erste Abenteuer war unglaublich statisch, weil die Technik auch gar nichts anderes hergeben konnte. Nun aber haben wir dynamische Wetterwechsel sowie einen echten Tag-und-Nacht-Zyklus, der Flora und Fauna beeinflusst. Viele Gegner schlafen etwa in der Nacht und bei Regen gibt es kein Feuer.

Die simulierte Welt ist es, die eben jene Features so viel besser und anders wirken lässt. Die offene Welt wird lebendiger, überraschender und herausfordernder. Wo Shigeru Miyamoto zuvor von einem Garten in einer Box gesprochen hat, erwartet uns nun ein echter Sandkasten, in dem wir uns austoben können. Und dennoch bleibt dabei der Kern von dem erhalten, was wir von einem Ausflug nach Hyrule erwarten: The Legend of Zelda: Breath of the Wild wird ein großes Abenteuer, das wir nicht so schnell vergessen werden.

Quiz wird geladen
Quiz: Wie gut kennst du die Attacken deiner Helden?
Wie heißt Links elegante Pirouette?

Beeindruckende Attacken sind ein wichtiger Bestandteil vieler Videospiele. Dies ist nicht verwunderlich, da es in den meisten Games um den erbitterten Kampf zwischen Gut und Böse geht und die jeweiligen Helden dabei eben ganz schön wuchtige Attacken brauchen, um ihre Gegner wirkungsvoll auszuschalten. Wie viele dieser ikonischen Attacken kennst Du? Sei nicht besorgt, wenn Du es nicht beim ersten Mal packst. Auch viele Helden müssen ihre Attacken erst aufleveln oder bessere Angriffe hinzulernen, bis sie den Endgegner besiegen können.

Weitere Themen: Nintendo Switch, Nintendo Wii U, Retro, Zelda Classic, Nintendo

Neue Artikel von GIGA GAMES