Titanfall: Pff, noch so ein Shooter!!

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„Pff, noch so ein Militär-Shooter. Jetzt halt mit Sci-Fi und Mechs – das gab's doch alles schon!“ Erkennt ihr euch in diesem Satz wieder? Ich war bei der Ankündigung ähnlich unterwältigt von Titanfall, dem Erstlingswerk des 2010 gegründeten Entwicklerstudios Respawn Entertainment. Auf der Gamescom 2013 konnte ich das Multiplayer-Geballer zusammen mit Robin und Tobi zum ersten Mal erleben und meine Kinnlade ist härter gedroppt als ein Titan auf dem Schlachtfeld.  „Titanfall“ wird super.

Titanfall: Pff, noch so ein Shooter!!

Aber von vorn: Warum hat mich „Titanfall“ vor dem Anspielen überhaupt so kalt gelassen? Warum haben so viele von euch noch nicht vor Begeisterung die Vorbestellung aufgegeben? Das hat mehrere Gründe.

Warum das Desinteresse?

Jahr für Jahr erscheinen „Call of Duty“, „Battlefield“ oder „Medal of Honor“, um sich mal abwechselnd, mal gleichzeitig einen auf den amerikanischen Militärapparat runterzuholen. Das ist fast immer gut inszeniert, macht ordentlich Krach, lässt mich aber schon seit ein paar Jahren völlig kalt. Zwar bin ich durchaus mal für eine Multiplayer-Runde Battlefield zu begeistern, für mich persönlich fühlt sich das Spiel heute aber kaum anders an als noch 2002 bei „Battlefield 1942“.

„Titanfall“ kommt nun von einem Studio, das von genau den Menschen gegründet wurde, die „Call of Duty“ groß gemacht haben. Ich erwartete also ähnliches. Grund #1. Und dann wäre da noch die Allianz mit Microsoft: „Titanfall“ erscheint für Xbox 360 und Xbox One, ein Release für die PlayStation 4 ist noch unklar. Der schlechte Ruf, den sich Microsoft in den vergangenen Monaten mit seiner wechselhaften Konsolenpolitik verschafft hat, scheint auch auf Respawns Baby abzufärben. Dabei sollte man nicht vergessen, dass „Titanfall“ auch für PC erscheint – dort haben wir es auch gespielt.

Der dritte Grund ist das bisherige Marketing von „Titanfall“. Die Trailer sind nett, bringen aber nicht mal im Ansatz das tatsächliche Spielgefühl rüber. Vielleicht, weil das auch schlichtweg nicht möglich ist. Oder doch? Hier mal ein kurzer Vorschlag meinerseits ; Titanfall meets Pacific Rim:

Genau diese fantastische Musik, die mir schon beim Kinobesuch von Pacific Rim einen wohligen Schauer of Awesome durch den Körper jagte, hatte ich beim Zocken des Sci-Fi-Shooters die ganze Zeit im Kopf. „Titanfall“ scheint genau zu wissen, wann es seinen Spielern Macht gibt, also wann es mir erlaubt, einen Mech auf das Schlachtfeld zu rufen.

…und dabei mag ich gar kein Multiplayer.

Was nicht heißen soll, dass ich ohne den metallenen Titan aufgeschmissen wäre. Im Gegenteil, die eigentliche Revolution beginnt als Fußsoldat. Mobilität und Map-Design sind nämlich darauf ausgelegt, dass man mit Wall-Runs und Doppelsprüngen von einem Ende der Map ans andere huscht, ohne dabei den Boden zu berühren. Das habe ich in den zwei Matches, die wir spielen konnten, natürlich nicht hinbekommen – aber den Ansatz habe ich gespürt.

„Titanfall“ verzichtet außerdem auf einen klassischen Singleplayer-Modus. Stattdessen erzählen die Multiplayer-Schlachten eine durchgehende Geschichte, was den Gefechten Kontext gibt. Von diesem narrativen Rahmen habe ich in der kurzen Anspiel-Session natürlich noch nicht viel mitbekommen – der stete Funkverkehr, die Zwischensequenz zu Beginn, die Evakuation am Ende und die Tatsache, dass auch zahllose NPC-Soldaten mitmischen, lassen ein Match bei „Titanfall“aber trotzdem nach mehr wirken, als eben nur eine zusammenhangslose Shooter-Partie.

Kurzum: Für mich ist „Titanfall“ genau der neue Impuls, den ich mir seit Jahren für das Shooter-Genre wünsche. Eine innovative Druckwelle, deren Neuerungen ich zwar aufzählen kann, das große Ganze ist aber schwerer greifbar. Zwar gab es in der Vergangenheit bereits gute Ansätze – etwa mit Tribes: Ascend oder Planetside 2, die aber mit Free-to-Play-Mechaniken gängeln – wirklich begeistern konnte mich davon nichts. Die schnellen, taktischen Gefechte von „Titanfall“ fühlen sich einfach neu an und das ist im seit gefühlt zehn Jahren stagnierenden Multiplayer Shooter-Markt eine echte Leistung.

Ich mag keine Multiplayer-Shooter. Aber ich mag „Titanfall“. Ihr auch?

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Weitere Themen: E3 2013

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