Darstellung von Frauen in Games: Eine Studie der Stanford Universität sorgt für Wirbel

Tobias Heidemann
Darstellung von Frauen in Games: Eine Studie der Stanford Universität sorgt für Wirbel

Die Ergebnisse einer wissenschaftlichen Studie der Stanford Universität werden aktuell heftig diskutiert. Das verwundert kaum, denn schon das Forschungsvorhaben selbst darf als kontrovers angesehen werden. In Games und virtuellen Welten würden Frauen oft von unrealistischen und hyper-sexualisierten Darstellungen repräsentiert. So weit, so offensichtlich. Die Studie geht nun jedoch davon aus, dass Frauen, die diese Figuren verkörpern, sie also spielen, dadurch einen unbewussten Wandel in ihrer Selbstwahrnehmung durchleben. Diese Veränderung, so der Ansatz der Studie, basiert demnach auf den Eigenschaften und dem Verhalten des über-sexualisierten Avatars und kann sowohl im Spiel als auch außerhalb beobachtet werden. Diese Annahmen, auch bekannt als Proteus Effekt , sind dabei aber nicht das, was die Studie so kontrovers macht. Es sind vielmehr ihre Ergebnisse.

Die bestätigten nämlich den Proteus Effekt und legten damit nahe, dass Frauen, die über-sexualisierte, weibliche Charaktere spielen, sexuelle Gewalt und Vergewaltigung eher verharmlosen und sich eher als Sexobjekt wahrnehmen, als Frauen, die einen nicht-sexualisierten Charakter gespielt haben. Das ist ziemlich harter Tobak, der ein hartes Urteil über viele Frauen-Figuren in Spielen fällt.

Fragt sich natürlich, ob was da genau untersucht wurde und inwieweit diese Untersuchungen überhaupt repräsentativ sind. An der Studie der Stanford Universität nahmen 86 Frauen zwischen 18 und 41 teil, die dann mit unterschiedlichen Avataren in virtuellen Welten geschickt wurden. Die unterschiedlichen Testgruppen wurden mit unterschiedlichen Avataren ausgestattet, wobei man mit Hilfe von Aussehen und Verhalten der Figuren zwischen sexualisierten und nicht-sexualisierten Avataren unterschied.

Danach waren die Frauen aufgefordert, unterschiedliche Fragen zu beantworten und den von ihnen gespielten Avatar auf einer Skala zu bewerten. Zudem konfrontierte man die Frauen mit statistisch nachweislich falschen Vorurteilen im Bereich der sexuellen Gewalt und stellte unter anderem Fragen wie: „Frauen, die vergewaltigt wurden, haben in der Regel einen schlechten Ruf und wechseln häufig ihre Partner“. Jene Frauen, die zuvor in die Rolle der über-sexualisierten Figur geschlüpft waren, bestätigten diese falschen Vorteile häufiger, als jene, die mit einer „normalen“ Figur unterwegs waren. Hier die komplette Studie und ihre Ergebnisse.

Via: Polygon

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