Uncharted 3 Test – Im Schatten des großen Vorgängers

Einstürzende Häuser. Während ich drin stehe. Dann ein Zug. Der von einen Hubschrauber angegriffen wird. Mit Raketen. Dann stürzt er ab, explodiert, der Zug gleich mit. Später fliehen wir vor einem Truck, hangeln über einem kilometertiefen Abgrund und springen über eine Jahrhunderte alte Azteken-Apparatur. Alles innerhalb von 12 Stunde, die vorbeifliegen, wie im Kino. Das war "Uncharted 2".

Uncharted 2“, ein Spiel das den Begriff “spielbare Zwischensequenz” nicht nur geprägt, sondern gleich erfunden hat und eine ganze Reihe von Messlatten in unerreichbare Höhen gesetzt hat. Was soll da noch kommen? Logisch – “Uncharted 3“. Entwickler Naughty Dog wäre auch irrsinnig, da nicht nachzusetzen. Gefährlich ist das Vorhaben dennoch. Eine Steigerung ist kaum möglich und wer es versucht, läuft Gefahr, das Spiel zu überfrachten. Siehe “Modern Warfare 2“.


Dementsprechend kann man schon sehr dankbar sein, dass Naughty Dog gar nicht erst versucht, das Spiel alle fünf Minuten mit noch größeren Explosionen und Zerstörungen vollzuquetschen. Eigentlich startet “Uncharted 3″ sogar sehr gemächlich – zumindest für eigene Verhältnisse. Eine Barschlägerei mit anschließender Polizeihetzjagd kann man hier eben noch als “ruhig” deklarieren. Danach folgt Story-Exposition: Ein geheimnisvoller Ring, ein Mechanismus, eine Geheimorganisation und Francis Drake hat auch wieder seine Finger im Spiel. Alles wie gehabt also.

Wie in den Vorgängern gibt’s auch dieses Mal keine Originalitätspreise für die Handlung, die sich vorwiegend aus Stereotypen und Klischees zusammensetzt. Drake, Sully und Co. finden in schöner Regelmäßigkeit versunkene Städte und uralte Ruinen, selbst in den U-Bahn-Tunneln Londons, wo scheinbar sonst niemand sucht. Auch ein altes Schloss in den Wäldern Frankreichs steht da scheinbar einfach so rum. Seit Ewigkeiten. Und keiner hat’s gemerkt.


Man muss hier aber wie beim Vorgänger anführen, dass es nicht die leidlich spannende Geschichte ist, die seit jeher so an “Uncharted” fasziniert, sondern die wunderbar gezeichneten Charaktere. Zum witzelnden Slacker Nathan und dem grantelnden Haudegen Sully gesellt sich dieses Mal der raubeinige Cutter. Sieht aus wie ein übler Schläger, ist aber hochintelligent ist und hat Platzangst. Toller Typ, dem wir gerne zusehen. Nur die Fieslinge agieren wieder nach Schema F.

Schema F. Etwas das Naughty Dog schon immer dringend vermeiden wollte. Genau aus diesem Grund ist auch “Uncharted 3″ wieder bis an den Rand mit tollen Ideen und großen Momenten gefüllt. Hier ein knackiges Rätsel (die tatsächlich immer homogen und durchdacht wirken), da eine Sprungpassage. Dann wieder Verfolgungen, Erkunden, eine zünftige Schießerei und obendrein alle drei Meter irgendein cooler “WTF”-Moment.

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Weitere Themen: Uncharted 3, Uncharted 3: Drakes Deception , Uncharted 3: Drakes Deception Demo, Naughty Dog

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