Wir haben Until Dawn - Rush of Blood für PlayStation VR angespielt – das ist unser Eindruck!

Kristin Knillmann
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Until Dawn erscheint in einer ganz eigenen Version für die Virtual-Reality-Brille PlayStation VR. Wir klären in der Vorschau, was der „Nachfolger“ namens Rush of Blood eigentlich ist und warum er nicht mit seiner großen Schwester mithalten muss.

Until Dawn – Rush of Blood im Trailer:

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Until Dawn - Rush of Blood Trailer

Until Dawn war meiner Meinung nach eine der besten Horrorspiel-Erfahrungen im letzten Jahr. Überraschend gut kam das Spiel auch bei der Community an. Obwohl es als Hommage an Teenie-Horror-Streifen der 90er auch leicht hätte in die Hose gehen können, wurde es vor allem nach Release, unter anderem dank vieler Let’s Plays auf YouTube, zu einem echten Hype-Titel.

Bei so viel positiver Resonanz war direkt klar, dass wir längst noch nicht alles der neuen Marke gesehen haben. Ob irgendwann ein zweiter Teil zum „Entscheide über dein eigenes Schicksal“-Abenteuer kommen wird, ist derweil noch nicht bekannt. Das Spin-Off namens Rush of Blood wurde hingegen bereits vor einer Weile vorgestellt – und schlägt, auch dank der zugrunde liegenden Hardware von Playstation VR, eine ganz andere Richtung ein als sein Vorbild.

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Ich hab Rush of Blood auf der PlayStation Experience in München angespielt und erzähle euch in diesem Artikel mehr über meine Gedanken, meine Erfahrung und meine Angst.

Wir sagen dir, bei welchem Horror-Game du dich am meisten gruseln wirst!

Was ist Rush of Blood ?

Obwohl Rush of Blood unter dem Namen Until Dawn läuft, hat es so gut wie gar keine Ähnlichkeit mit eurem geliebten Horror-Spiel. Während euch das Hauptspiel über die Schicksale einer Teenager-Gruppe hat entscheiden lassen, bekommt ihr hier das Gameplay eines Rail-Shooters geboten – und das quasi lebensnah, denn ihr tragt dabei eine VR-Brille.

Während der kompletten Spieldauer von Rush of Blood sitzt ihr in einer Lore, welche den vorverlegten Schienen durch einen Wald und ein Bergwerk folgt. Dabei seid ihr komplett dem Tempo der Lore ausgeliefert: Wenn sie stehenbleibt, werdet ihr auf der Stelle kämpfen. Wenn sie ähnlich einer Achterbahn den Berg runterfährt, dann fahrt ihr geduldig mit.

Auf der Strecke begegnen euch diverse Gegner, die ihr mit euren Waffen – zwei Move-Controller, die in das Spiel als Pistole und Schrotflinte „übersetzt“ werden – erledigen solltet. Das passiert manchmal beim Fahren, manchmal bleibt die Lore aber auch stehen, bis ihr den Raum komplett gesäubert habt.

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Das pure Gameplay hat viel mit (simplem, doch effektivem) Horror, aber wenig mit Until Dawn zu tun. Fans des spirituellen Vorgängers werden immerhin damit zufriedengestellt, dass Rush of Blood in einigen Räumen Anspielungen auf das Hauptspiel versteckt hält. Außerdem begegnen euch die beiden bekannten Charaktere Psychologe Dr. Hill und der Clown“. Vom Psychologen, der Until Dawn eine tolle Meta-Ebene gab, hätte ich mir größere Auftritte gewünscht; in der Demo blieb sein Erscheinen zu blass. Dafür erwartete mich ein großer Kampf gegen den Clown, der eine besondere Herausforderung darstellte.

Und was taugt das Horror-Spiel?

Spielerisch war der Kampf eigentlich nichts Besonderes. Stattdessen packte er mich auf psychischer Ebene. Schließlich saß ich die ganzen 15 Minuten der Demo unter der VR-Brille PlayStation VR, die mir ermöglichte, das Geschehene als real wahrzunehmen. Entsprechend unangenehm und gruselig war meine Erfahrung: Beim Kämpfen gegen den Clown und diversen Jumpscares schreckte ich dauernd automatisch zurück und schwitzte die komplette Brille so stark voll, dass die Helfer sie nach meiner Session komplett reinigen mussten.

Horror innerhalb der virtuellen Realität ist zwar cool, aber auch unfassbar intensiv und gruselig. Ihr erschreckt euch sogar selbst dann, wenn euch die Gesichter dank Until Dawn vertraut vorkommen. Es ist also egal, ob ihr das Hauptspiel kennt oder nicht – Rush of Blood hält für jeden Spieler viel Angst-Potential bereit.

Das Format des Rail-Shooters ist ebenfalls perfekt auf die Möglichkeiten der PlayStation VR abgestimmt. Denn das simuliert das Sitzen in einem Cockpit (hier: die Lore), welches weniger stark Motion Sickness hervorruft, als wenn ihr durch die Gegend springen und laufen würdet, ohne euren Körper im echten Leben zu bewegen.

Leider hilft das alles nicht über die kleinen Macken hinweg, die Rush of Blood plagen – und das ganz abgesehen von der Ausrichtung, die komplett auf die Story pfeift und auf keinerlei Tiefe setzt. So spaßig die Fahrt mit der Lore für eine Runde lang auch sein mag, das Gimmick des Spiels ist viel zu schnell verstanden und trägt kaum über mehr als 15 Minuten.

Länger hält man Rush of Blood wegen ängstlicher Zuckungen eines kleinen Design-Fehlers sowieso nicht aus. Das Spiel fordert über die komplette Zeit der Demo (und damit wohl auch über die ganze Spielzeit), dass ihr eure Arme, welche die Move-Controller halten, gerade durchstreckt. Das wird nach etwa 2 Minuten extrem anstrengend und gleicht eher einer Runde Sport als einem Videospiel – und selbst beim Sport gibt es keine Übung, die von euch fordert, die Arme über einen derart langen Zeitraum ausgestreckt hochzuhalten. Wenn ihr die Arme beim Zocken anwinkelt und bequem haltet, werden die Waffen nicht mehr richtig übertragen, womit das Zielen viel zu ungenau und wesentlich frustrierender wird.

Mein Vorschau-Fazit zu Until Dawn – Rush of Blood:

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Rush of Blood ist ein charmantes Spielchen mit wenig Tiefe, das nur marginal an sein Vorbild Until Dawn erinnert. Obwohl stellenweise Fan-Service drinsteckt, kommen die relevanten Szenen mit bekannten Charakteren einfach zu kurz. Das wäre durchaus zu verschmerzen, wenn das Spiel nicht verlangen würde, dass ihr die Arme über 15 Minuten lang unangenehm durchstrecken müsst, um ordentlich zielen zu können.

Als Demo für eure erste Erfahrung mit der Virtual-Reality-Brille PlayStation VR taugt Rush of Blood deswegen allemal – insbesondere, wenn ihr auf Jumpscares steht und das Achterbahn-artige Gameplay leiden könnt. Für eine vollständige Spielerfahrung sehe ich allerdings noch zu viele zwingend nötige Verbesserungen.

Weitere Themen: PlayStation VR, Until Dawn, Until Dawn

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