Review - Vindictus - ein Review zum Action MMORPG

Leserbeitrag
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Auf der Gamescom wurde es bereits heiß erwartet, jetzt dürfen sich auch die Europäer auf pure Action freuen. Vindictus ist seit dem 28.9.2011 für jeden in Europa zugänglich, in Amerika bzw. Korea ist das Spiel schon etwas länger auf dem Markt. Vindictus, ein ungewöhnliches MMOG aber trotzdem nichts Besonderes? Diese Frage soll sich in folgendem Review klären.

Eigentlich ist Vindictus ein MMORPG, da man mit vielen Leuten auf einem Server ist, jedoch basiert das Spiel auf Dungeons und bietet keine frei begehbare Welt wie in diesem Genre typisch, ja sogar mittlerweile Standard.

Vindictus spielt in einer fiktiven Welt im Mittelalter. Im Prolog wird die Story eingeläutet. Mystische Wesen greifen auf einmal an und wagen sich aus ihren heimischen Gebieten immer weiter heraus. Sie heißen Fomori und seit ewigen Zeiten herrscht Krieg zwischen Ihnen und den Menschen. Bis jetzt verhielten sie sich allerdings ruhig, aber das wäre ja langweilig, oder?
Zur Story wurde ein Trailer veröffentlicht den ihr euch hier ansehen könnt.

In Sachen Gameplay kann man Vindictus im Bereich Hack&Slay ansiedeln. Darum gibt es auch eine Bewertung für den Style mit dem ihr euch durch die Gegner metzelt. Zunächst kommt man sehr gut mit Button Mashing durch die Gefechte aber bei stärkeren Gegnern und den Bossen fordert das Spiel zwar immer noch nicht viel, aber schon etwas mehr Strategie. Mit steigendem Level werden die Kämpfe anspruchsvoller und auch wesentlich interessanter.

Das Vindictus sich mehr oder weniger auf den coolen Look und spektakuläre Inszenierung verlässt geht aufgrund der Grafik vollkommen in Ordnung. Die ist nämlich für ein kostenloses Online Spiel sagenhaft. Die Engine für Vindictus ist ja auch keine andere als Valve’s Source Engine.

 

Gameplay und Grafik sind also wirklich gelungen, dafür schwächelt die Story in einigen Punkten. Zwar hat man sich bei Nexon Mühe gegeben und jede Quest mit

einem Story-Strang verknüpft, doch wird der nur über ein kleines Fenster am

Bildschirmrand erzählt. Wer, wie ich, überhaupt nicht darauf steht dauernd eine Taste zu drücken um die nächsten 2 Sätze zu lesen wird das schnell als nervig empfinden. Anders wie man nach dem Prolog vielleicht erwarten könnte sind nämlich die NPC’s im Spiel nicht synchronisiert oder wenigstens als 3D Modell sichtbar. Lediglich ein Artwork des Charakters ist zu sehen. Leute die auf gute alte RPG’s stehen wird das nichts ausmachen oder vielleicht sogar ganz gut gefallen, für mich persönlich ist es nichts und da unterscheidet sich Vindictus auch vom typischen MMOG.

Ihr nehmt also von den NPC’s verschiedene Quests an und müsst dafür immer in ein bestimmtes Dungeon. In diesen Dungeons gibt es mehrere Gefechte, der Ort

bleibt also gleich, lediglich Items, Gegner und Bosse ändern sich. Dazu kommt, dass die Schauplätze in einem Großteil zerstörbar sind, für destruktive Aktionen ist genug Möglichkeit gegeben. Auch beim Kämpfen kommt das zum Einsatz und so könnt ihr mit Objekten eure Gegner schlagen oder sie nach ihnen werfen. Das kann bei Bossgegnern hilfreich sein um sie kurzzeitig außer Gefecht zu setzen.

Beim Kampfsystem könnt ihr außerdem auf Zweitwaffen zurückgreifen wie z.B. Bomben oder Speere.

Um neue Ausrüstung zu bekommen, Quests abzuschließen oder ein neues Gefecht freizuschalten, ist man gezwungen die gleichen Gefechte nochmal zu spielen, wodurch ein Bruch in der Story entsteht. Man stellt sich hierbei oft die Frage: Hab ich dich nicht eben schon mal getötet?

Aber das ist eigentlich egal, denn es gibt verschiedene Bonusziele sowie den so

genannten Schwur der Ehre der beim Spielen immer dazu antreibt die Mission noch mehr zu perfektionieren bzw. jeden Bonus ab zu räumen. Am Ende wird bewertet wie man sich geschlagen hat und die Gefechtspunkte (GP) sowie AP werden vergeben. Also einfach Hirn aus und Spaß haben. Wer hier dem Drang nach Achievement sammeln nachgibt wird sich pudelwohl fühlen. Das Spiel selbst fordert oft auch regelrecht das man sich verbessert.

Die GP sind die Erfahrungspunkte in Vindictus und dienen zum Leveln während die AP unabhängig davon genutzt werden können um die Skills des Charakters weiter aus zu bauen.

Grundsätzlich gibt es hier keine gezielte Klassenwahl. Welche Rolle man in der Gruppe übernimmt entscheidet sich über die Ausrüstung und die Spezialisierung auf gewisse Skills.

Zu Anfang entscheidet man sich für einen von 2 Charakteren, weitere werden noch folgen bzw. sind in der amerikanischen/koreanischen Version schon verfügbar. In

der europäischen Version sind momentan nur Lann und Fiona spielbar. Sie unterscheiden sich in Ihrem Kampfstil, während Lann mit Doppelschwertern kämpft, hat Fiona Schild und Schwert zur Hand.

Hier zeigt sich der nächste Kritikpunkt: Die Charaktere sind nicht wirklich einzigartig, auch wenn man Frisur, Größe, Haar-, Haut- und Augenfarbe ändern kann, sehen sich die Spieler viel zu ähnlich.

Nachdem man eine Zeit lang gespielt hat, erledigt sich dieses Problem aber mehr oder weniger von selbst, da man verschiedene Helme und Rüstungen herstellen oder finden kann um sich von der Masse ab zu heben.

Da gibt es dann auch alles was das RPG Herz begehrt. Waffen und Rüstungen können verbessert und verzaubert werden, neue können mit entsprechenden Materialien auch hergestellt werden. Zusätzlich kann sich der Charakter über die Skills auf gewisse Waffen und Rüstungsarten spezialisieren und sie so noch stärker machen.

Die Finanzierung funktioniert, wie so oft bei Free-2-Play Titeln, über einen Item Shop. Der ist allerdings fair gegenüber Spielern die nicht zahlen wollen. Lediglich kosmetische Änderungen, mehr Platz im Inventar oder verschiedene Bonusobjekte, die keinen größeren Einfluss auf das Spiel nehmen, sind im Item Shop für echtes Geld zu erstehen.

Kommen wir zum Fazit.

Das Vindictus sich gar nicht anfühlt wie ein MMORPG muss nichts Schlimmes bedeuten. Man sollte dem ganzen Paket eine Chance geben. Fans von RPG’s, Hack&Slay und Online Rollenspielen werden hier zusammengeführt und für jede dieser Gruppen ist etwas dabei.

Vindictus führt Altbekanntes und Neues sehr gut zusammen und macht einfach Spaß. Es ist noch Luft nach oben und einiges könnte schöner sein aber für ein kostenloses Spiel bekommt man hier wirklich viel geboten. Natürlich gibt es auch hier zur Finanzierung einen Item Shop aber der ist relativ fair gegenüber Spielern die kein echtes Geld ausgeben wollen. Action gibt es in Vindictus mehr als genug und für Spaß mit ein paar Freunden ist auch gesorgt. Auch wenn ihr sonst mit Online Spielen nicht oft in Kontakt seid, könnte Vindictus etwas für euch sein.

 

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