DotA Noobguide Teil 1/4 - Das Early Game

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(toni) Es ist wieder soweit: Hier kommt der erste von vier Teilen des Defense of the Ancients Noobguides. Wir wünschen viel Spass bei der Lektüre! Die weiteren Noobguide Teile werden nach und nach von uns online gestellt. Wir bedanken uns natürlich bei Frank Marian ahCos Eilers für seine tatkräftige Unterstützung.

DotA Noobguide Teil 1/4 - Das Early Game

DotA ist eine Funmap und auf www.getdota.com kann man die aktuelle Version der Map herunterladen. Voraussetzung sind natürlich WC3 und WC3:TFT. BattleNet ist ja bekanntlich kostenlos, daher keine anfallenden Gebühren.

Info: DotA basiert auf der “Aeon of Strife” Map aus Starcraft.

Überblick:
In DotA gibt es zwei Teams. Diese sind in den gegenüberliegenden Ecken der Map positioniert.
Im Gegensatz zu den normalen RTS-Prinzipien, gibt es hier nicht die Möglichkeit eine Armee oder Basis zu bauen. Man steuert nur einen Helden. Die Auswahl an verschiedenen Helden ist enorm. Derzeit sind es 90.
DotA ist ein schönes Spiel für WC3-Anfänger, diese Funmap hat den Vorteil, dass man sich nicht mit den verschiedenen Gebäuden und den verschiedenen Einheiten beschäftigen muss. Die einzige Aufgabe bei DotA ist es, seinen Helden hochzuziehen.

Das Gameplay ist relativ schnell erklärt. In den jeweiligen Basen gibt es einen sogenannten Ancient. Dieser Ancient (ein Gebäude) muss zerstört werden um das Spiel zu gewinnen. Es gibt drei Straßen (sog. lanes), die die verfeindeten Basen miteinander verbinden. Der Computer schickt permanent computergesteuerte Einheiten (sog. Creeps) in Richtung gegnerische Basis los. Zur Verteidigung gegen die ankommenden feindlichen Helden und Creeps stehen noch Verteidigungstürme auf den “lanes”.

Durch das Töten von Creeps und gegnerischen Helden verdient man sich seine Erfahrungspunkte und Gold. Dadurch levelt der eigene Held bis zu einer maximale Stufe von lvl 25. Bei verschiedenen Händlern kann man seinen Helden mit der richtigen Ausrüstung (Equip) ausstatten. Dies hilft euch natürlich dabei eure Position mit etwas mehr Nachdruck zu unterstreichen.
Durch die Kombination von bestimmten Items kann man sehr mächtige Gegenstände bauen, welche dem Helden dann nicht nur mehr Schlagkraft geben, sondern auch noch spezielle Fähigkeiten (zB. für kurze Zeit unsichtbar zu werden).

Spielmodus:
Zunächst einmal müssen wir uns für ein DotA Spiel entscheiden. Im Spielnamen werden verschiedene Abkürzungen benutzt. Die wichtigsten zwei sind -ap und -ar.
-ap steht für “All Pick”, was bedeutet dass alle Spieler aus allen Tavernen, Scourge oder Sentinel, einen Helden auswählen dürfen.
-ar steht für “All Random”, was bedeutet dass die Spieler einen zufällige ausgewählten Helden bekommen. Wenn man damit nicht zufrieden ist, kann man durch den Befehl “-repick” für 400 Gold einen anderen zufällig ausgewählten Helden tauschen.

Als Anfänger ist es meist am Besten sich für ein Spiel mit der Abkürzung -ap (Also zB Hostname: dota -ap) zu entscheiden. Es gibt natürlich viele verschiedene Modi. Jedoch wollen wir uns am Anfang auf diese beschränken. Erwähnenswert ist natürlich der “-em” (easymode) der das Spiel deutlich verkürzt und es allgemein für Anfänger attraktiver macht, da man sich dort weniger auf das farmen, lasthitten usw. konzentrieren muss. Zudem ist die Chance bei -em Spielen höher auch auf Anfänger zu treffen und nicht total auseinander genommen zu werden.

Nun die Unterscheidung zwischen STR, INT und DEX mit Anfangsitems:

Allgemeine Items für die drei Heldenarten:

Ein sehr gutes Startinventar für jeden Spielmodus und Helden besteht aus 3 Packen Tangos (also: 6 Tangos), einem Circlet of Nobility und 3 Ironwood Branches. Gerade mit den letzteren beiden Items verbessert man seine HP, seinen Schaden und Manapool gleichzeitig und ist damit für alle Eventualitäten gut gerüstet. Das man die Ironwood Branches meist relativ früh wieder verkauft stört dabei nicht, denn effektiv verliert man nur etwa 80 Gold da man durch den Verkauf der Branches natürlich wieder Gold erhält (entspricht anderthalb Creeps oder einer Siege Unit), hat dafür aber einen deutlichen Vorteil im Early Game. Das Circlet kann man nachdem man Boots gekauft hat zu Bracern aufrüsten.Grundsätzlich sollten Boots das erste erstrebenswerte Item sein, falls man keine weiteren Regenerationsitems braucht. Der Movementspeed Bonus hilft enorm beim Flüchten und Verfolgen von Gegnern. Danach sollten sich Anfänger erst einmal auf JEDEM Helden 2 Bracer bauen, diese sind einfach zu erfarmen und verbessern die Überlebensfähigkeit des Helden deutlich, geben zudem etwas Mana und Schaden.
Boots, 2 Bracer und ein Ring of Basilius sind allesamt sehr leicht zu erfarmen und können bei den vermutlich häufigen Fountainbesuchen leicht zusammen gekauft werden. Zudem findet man sie alle im Level 1 Shop bzw. in einem der Basic-Shops.

Stärke Helden:

Am Anfang ist es ratsam Ancient Tangos of Essifation oder eine Flask of Sapphire Water zu kaufen, da man bei größerem Schaden nicht sofort zurück zum Brunnen (Fountain) muss.

Danach lohnt es sich auch immer die Boots of Speed und Gloves of Haste zu kaufen. Diese können dann zu Power Treads aufgewertet werden.

Intellingenz Helden:

Ein INT Held braucht viel Mana, daher ist der Ring of Basilius (= Sobi Maske + Ring of Protecion) die richtige Entscheidung für das Early Game, dazu natürlich noch etwas Heilung, wie Ancient Tangos of Essifation oder eine Flask of Sapphire Water. Um als schwacher Fernkämpfer das Überleben zu sichern, sind Boots of Speed sehr wichtig. Eine schnelle Flucht als HP-schwacher Held ist häufig die einzige Rettung vor aggressiven Gegnern.

Für INT Helden ist ein großer Manapool sehr wichtig. Eul’s Scepter (= Void Stone + Robe of the Magi + Staff of Wizardry) ist ein interessantes Item, da man damit auch noch die Möglichkeit hat, einen Gegner für kurze Zeit ausser Gefecht zu setzen.

Dexterity- (Geschicklichkeitshelden):

Als Dex Held sind Gloves of Haste die erste Wahl an Items. Hier gilt natürlich auch wieder, dass Heilung nie verkehrt ist!

Dann baut man sich aus den bereits gekauften Gloves of Haste mit den Boots of Speed die altbekannten Power Treads.

Nahkampfheld vs. Fernkampfheld
Ist man ein Nahkampfheld sollte man sehr vorsichtig sein, wenn man Fernkampf Helden als Gegner hat! Denn der Gegner wird euch jedesmal wenn ihr euch zu weit vorwagt, sofort unter Beschuss nehmen. Daher solltet ihr euch immer ausserhalb der Reichweite der gegnerischen Helden halten. Den zu früh Lebenspunkte zu verlieren, ist fatal. Entweder müsst ihr zurück zum Brunnen, was wertvolle Zeit und XP kostet, oder ihr werdet von eurem Gegner getötet, was dem Gegner einiges an Gold und XP bringt.
Als Nahkämpfer solltet ihr die Lebensenergie der Creeps im Auge behalten (ALT-Taste gedrückt halten) und wenn diese wenig Leben haben, schnell hin und den Todesstoß setzen, so bekommt ihr das Gold der Creeps und haltet euch nicht zu lange in der Reichweite der gegnerischen Helden auf.

Nahkampfheld vs. Nahkampfheld
Sind sich zwei Nahkämpfer gegenüber, sollte man darauf achten was der gegnerische Held für Fähigkeiten hat. Zum Beispiel ist ein “Stun” (betäuben) sehr gefährlich. Als sicheres Mittel gegen solche Gemeinheiten gilt: immer in der Nähe eines eigenen Turmes zu sein. Gerade im frühen Spiel (Early Game) sollte man lieber auf Nummer sicher gehen und etwas vorsichtiger sein.

Tip: Sobald man weniger als ein Drittel Lebensenergie hat, keine waghalsigen Aktionen riskieren!
Falls man keine Möglichkeit hat Lebensenergie aufzubauen (zB. durch Heiltränke) kann man auch gerne zurück in die Basis um dort wieder aufzuladen.

Fernkampfheld vs. Nahkampfheld
Hier verhält es sich ähnlich, wie bei den anderen zwei Beispielen. Kein unnötiges Risiko! Sobald sich der gegnerische Nahkämpfer in eure Reichweite bewegt, verpasst ihm sofort einige Schüsse. Dies zwingt ihn normalerweise zum Rückzug. Als Fernkämpfer habt ihr weniger Lebensenergie als ein Nahkämpfer, daher ist es nicht ratsam einen verletzten Nahkämpfer weit zu verfolgen. Wenn er es in die Reichweite seiner Türme schafft, solltet ihr ihm nicht hinterherlaufen. Die Türme machen im Early Game einfach zuviel Schaden und der Fernkämpfer ist dann schneller Geschichte als ihr glaubt!

Tip: Creeps attackieren einen Helden sofort, wenn dieser einen direkten Angriffsbefehl auf einen gegnerischen Helden setzt. Daher lauft am Besten nah an den Gegner hin, bevor ihr ihn direkt angreift. So habt ihr nicht gleich einen großen Haufen Creeps an euch kleben, die euch ans Leder wollen.

Fernkampfheld vs. Fernkampfheld
Bei dieser Konstellation verhält es sich wie bei den anderen Beispielen. Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. Als Fernkämpfer hat man wenig HP und muss den Fähigkeiten des Gegners besondere Aufmerksamkeit schenken. Immer darauf achten, dass man nicht von hinten überrascht wird. Lasthits sind mit einem Fernkampfhelden einfacher, da man ja nicht nah an den Gegner heranmuss.

Tipp:
Am wichtigsten für einen Anfänger ist es anfangs passiv zu bleiben. Zu aggressives Verhalten wird gerade von erfahreneren Spielern gnadenlos bestraft. Man sollte sich, gerade wenn man merkt das der Gegner stärker ist, etwa in der selben Entfernung hinter dem ranged Creep stehen welche das ranged Creep hinter den melee Creeps steht. So steht man in der Regel ausserhalb der Reichtweite des Gegners und kriegt trotzdem die volle Erfahrung von getöteten gegnerischen Creeps.

Auf jeden Fall mit einem anderen Spieler zusammen auf die Lane, von dessen Verhalten kann man sich meistens auch direkt etwas abkucken. Sollte man alleine auf die Lane müssen und gegen mehr als einen Gegner stehen dringend um Hilfe bitten falls man unter starken Beschuss gerät, zwei Helden die auf ihrer Lane machen können was sie wollen, sollte auch nicht im Interesse der anderen Spieler sein.
Zusammengefasst: Nicht alleine auf die Lane, lieber zu passiv als zu aggressiv stehen, falls man alleine ran muss und Probleme hat um Hilfe bitten.

Nun zu den Anfängerhelden:
Diese Liste ist nicht so zu verstehen, dass der eine Held geeigneter ist als der andere, jeder hat seine eigenen Stärken und Schwächen.

1. King Leoric – The Skelleton King

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Stärkeheld. Viel HP, einen Stun der einen Gegner komplett ausser Gefecht setzt und damit schon früh auf der Lane eine Gefahr darstellt. Keine wirklich schwache Spielphase. Durch seinen Ultimate, welches den Spieler wiederbeleben kann, sehr schwer zu töten. Er besitzt ausserdem kritische Treffer und Lebensentzug, dadurch kann er gut farmen und teilt gut Schaden aus.
Sein grösster Nachteil ist, dass er relativ viel farmen muss um im Lategame stark zu werden. Ausserdem kann er ohne Mana nicht sein Ultimate benutzen, wenn er ohne Mana dasteht ist er deutlich einfacher zu töten.

2. Razor – The Lightning Revenant

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Beweglichkeitsheld. Farmt sehr gut und macht viel Schaden durch seinen Ultimate. Mit Chainlightning besitzt er einen guten Angriffszauber zum farmen und töten von Gegnern. Durch seinen passiven Skill Unholy Fervor ist er sehr schnell und regeneriert Lebenspunkte. Durch Frenzy hat er eine hohe Angriffsgeschwindigkeit und teilt somit viel Schaden in kurzer Zeit aus. Ausserdem ist er ein Fernkampfheld mit relativ hoher Reichweite, das macht das Überleben auf der Lane einfacher.
Sein grösster Nachteil ist seine generelle Anfälligkeit gegenüber Nukes, er hat insgesamt eher wenig Hitpoints. Ihm fehlen defensive Fähigkeiten, zum Teil gleicht er das aber durch seine hohe Bewegungsgeschwindigkeit aus. Sein Skill Frenzy erhöht zwar deutlich die Angriffsgeschwindigkeit, lässt ihn aber auch 20% mehr Schaden erleiden.

3. Aggron Stonebreaker – The Ogre Magi

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Intelligenzheld. Farmt ganz ordentlich und besitzt mehr Hitpoints als manche Stärkehelden. Starke Angriffszauber (Nukes) mit denen er bereits auf niedrigen Leveln mit etwas Glück Kills kriegen kann. Besitzt einen Stun und einen Slow, also Zauber die betäuben und verlangsamen. Damit ist er für viele Helden eine ernstzunehmende Gefahr. Sein dritter Skill ist ein toller Unterstützungszauber der auch den Helden selber Merklich stärkt und ihm viel Angriffs- und Bewegungsgeschwindigkeit verleiht. Ab Level6 kann ein so genannter “Multicast” einen Gegner leicht ausschalten.
Seine grösste Schwäche ist sein sehr kleiner Manapool, man wird nur schwer dazu kommen die Zauber so oft einzusetzen wie man möchte. Ausserdem ist er ein Nahkämpfer, was er aber teilweise dadurch ausgleicht dass er sehr viel Hitpoints hat. Seine gesamte Spielweise basiert zu einem Teil auf Glück, wenn kein “Multicast” auftritt, ist der Ogre Magi eher ein unterdurchschnittlicher Nuker da er einen grossen Teil seiner Stärke aus eben diesen “Multicasts” zieht. (Multicast bedeutet, dass der Held mit einem einzigen Zauber mehrere Zauber des selben Typs auslöst, für die selben Manakosten).

4. Abbadon – The Lord of Avernus

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Stärkeheld. Dieser Held ist besonders schwer zu töten, da er neben einem Schild welches Schaden absorbiert ein Ultimate hat, welches ihn bis zu 5 Sekunden unverwundbar macht. Durch seinen Schild farmt er ziemlich gut und ist auf der Lane eine ernst zu nehmende Bedrohung. Daneben besitzt er noch einen relativ schwachen Nuke welcher aber auch benutzt werden kann um befreundete Einheiten zu heilen und einen Slow welcher es ihm ermöglicht Gegner zu verlangsamen und dann zu töten.
Problematisch an diesem Helden ist, dass er genau wie King Leoric relativ leicht zu töten ist, wenn sein Ultimate gerade auf Cooldown ist, da er keine Escape Spells besitzt sowie keine Möglichkeiten den Gegner auszuschalten. Da hilft nur schnell davonlaufen. Ausserdem verliert er ohne Stärke Items ab dem Midgame an Effektivität.

5. Kel’Thuzad – The Lich

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Intelligenzheld. Ein Held der relativ leicht seine Lane dominieren kann, da er einen Nuke mit geringem Cooldown hat, sowie einen Zauber mit dem er befreundete Einheiten opfert um sein eigenes Mana wiederherzustellen. Sein Ultimate bedeutet auf Level6 den fast sicheren Tod eines Gegners wenn man es richtig anwendet, und auch so kann man mit etwas Glück leicht einen Kill kriegen. Sehr leicht zu spielen, auch sein Ulti erfordert kein besonderes Können wenn man es einmal verstanden hat. Er hat keinerlei Manaprobleme und ist sehr Itemunabhängig. Um Kills zu kriegen braucht er nicht mehr als Boots und 2 Bracer. Mit seiner Frostarmor hat er für einen Intelligenzhelden überdurchschnitlich viel Rüstung und kann sich lästige Creeps sowie Nahkampfhelden vom Leib halten.
Gegen den Lich spricht, dass er überaus wenig Hitpoints hat und bei unvorsichtiger Spielweise leicht stirbt. Ausserdem farmt er mehr als unterdurchschnittlich, man kann sagen dass er zu den Helden gehört die sich am schwersten tun Gold zu bekommen. Da er aber fast keine Items braucht stört das nicht weiter. Ab dem Midgame verliert er zunehmend an Effektivität, im Lategame ist er für viele Helden oftmals nur noch Kanonenfutter.

6. Medusa – The Gorgon

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Beweglichkeitsheld. Für einen Beweglichkeitshelden ist Medusa dank ihres Manashield überaus robust und hält eine Menge aus. Ausserdem farmt sie dank Splitshot und Chainlightning sehr gut und dürfte eher wenig Probleme haben ihre Items zu bekommen. Ihr Ultimate ist der stärkste Slow im Spiel, mit diesem kann sie sehr gut flüchten oder fliehende Gegner aufhalten, um sie dann zu töten. Ausserdem hat sie keine wirklich schwache Spielphase.
Medusas grösste Schwäche ist, dass sie sehr manaabhängig ist. Sie braucht Mana für alle 3 Zauber. Wenn sie kein Mana hat und somit ihr Manashield nicht funktioniert, ist sie sehr leicht zu töten da sie sehr wenig Hitpoints hat. Ausserdem muss sie relativ viel farmen um im Lategame bestehen zu können.

Stand: 28.03.2008.

Weitere Themen: WarCraft 3: Reign of Chaos Demo, Activision Blizzard

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