Warhammer 40k: Space Marine Vorschau - Multiplayer-Hands-on: Kriegsschweine im Weltall

Tobias Heidemann
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Es ist ein heißer Montag in London und die knallharten Krieger aus "Warhammer 40k: Space Marine" stehen auf verlorenen Posten. An diesem Tag kommt der Tod höchstpersönlich vorbei, um sie wie räudige Maden zu zerquetschen. Vigil Games hat die anwesende Presse nämlich mit der Präsentation zu "Darksiders 2" kurz zuvor aus den Socken gehauen. Die Begeisterung für das nachfolgende Multiplayer-Hands-on von Relics Third-Person-Shooter hält sich somit ziemlich in Grenzen.

Warhammer 40k: Space Marine Vorschau - Multiplayer-Hands-on: Kriegsschweine im Weltall

Vorurteile halten sich hartnäckig. Relic Entertainments “Warhammer 40k: Space Marine” steckt zum Beispiel ganz tief in der “Gears of Warhammer”-Schublade fest. Alles andere als ein Ressentiment sollte man meinen, schließlich ist der am 20. September erscheinende Konkurrenztitel von Epic Games enorm erfolgreich. THQ dürfte das breite Fahrtwasser von Marcus Fenix also durchaus gefallen. Der schmeichelhafte Vergleich zur “Gears of War”-Reihe könnte sich aber auch als nachteilig erweisen. Wie unsere Vorschau zum Single-Player gezeigt hat, fehlt es “Warhammer 40k: Space Marine” nämlich vor allem an Innovation.

Bisher ist den Jungs von Relic Entertainment recht wenig eingefallen, um sich gegenüber der starken Genrekonkurrenz merklich abgrenzen zu können. Das fehlende Deckungssystem und die vergleichsweise schwache Grafik lassen die Space Marines gegenüber ihren brachialen Kammeraden aus der Delta Zwei Squad deutlich schlechter dastehen. Der Versuch das Projekt mit einer saftigen Gewaltdarstellung (“Visible Violent Death”) noch etwas aufzumöbeln, darf als ebenso wenig alleinstellend bezeichnet werden – die Gears gehen ja bekanntlich auch nicht gerade zimperlich beim Locust-Schlachten zu Werke.


Relic Entertainments konventionelle Herangehensweise überraschte uns schon beim ausführlichen Probespielen vor ein paar Monaten – damals lud THQ in eine irischen Kathedrale. Heute sitzen wir in London und haben endlich Gelegenheit, den Multiplayer-Part von “Warhammer 40k: Space Marine” auszuprobieren. Nachdem wir uns für eine der zwei Fraktionen entschieden haben – die imperialen Space Marines treten gegen ihre horrorfizierten Wiedergänger, die Chaos Marines an – bricht zunächst im klassischen Team-Death-Match die Hölle los.

Für unseren ersten Run schlüpfen wir in die Rolle eines Assault. Das sind die Kerle mit den schicken Jetpacks. Ein simpler Tastendruck lässt uns mit Hochgeschwindigkeit in die Höhe schnellen. Von dort aus wählen wir uns ein ahnungsloses Ziel und rasen wie ein Raubvogel auf unsere Beute zu – mit dem kleinen aber feinen Unterscheid, dass wir nicht mit einem Schnabel, sondern mit einem tonnenschweren Energiehammer bewaffnet sind, der unserem Kontrahenten nun effektreich den Schädel einschlägt. Wir gehen direkt in den blutigen Nahkampf über. Eine etwas fummelige Angelegenheit, die aber nach etwas Übung schon sehr viel besser von der Hand geht. Einzig der Sturmangriff wollte uns auch nach mehreren Partien noch nicht so recht gelingen.


Besonders gut am Assault gefällt uns die Tatsache, dass er als vollwertige Nahkampfklasse auf mehrere Waffengattungen zugreifen kann. Wer mag, kann seinen Himmelstürmer also auch mit einer leichteren Klinge ausrüsten. Die erhöht unsere Angriffsgeschwindigkeit und stellt eine echte Alternative dar, die sich spielerisch auswirkt.


Das gilt im Übrigen für alle Klasse in “Warhammer 40k: Space Marine”. Während wir uns die Leiter bis zum Maximallevel 41 hocharbeiten, schalten wir immer wieder neue Waffen und Perks frei, die deutliche Auswirkungen auf unser Verhalten auf dem Schlachtfeld haben. Die schwerste Klasse im Spiel, der Devastator, fungiert zum Beispiel als eine Art mobiles MG-Nest. Zu Beginn besteht seine Funktion deshalb vor allem darin, Unterdrückungsfeuer auf besonders umkämpfte Regionen der Karte zu legen. Um richtig loslegen zu können muss sich der Devastator dabei in eine stationäre Haltung begeben, aus welcher er nur sehr langsam wieder herauskommt.

Obwohl in diesen Momenten gegen seinen erbarmungslosen Heavy Bolter kein Weltraumkraut gewachsen ist, bleibt der Devastator stets anfällig für die flinken Attacken des Assault. Im späteren Verlauf lassen sich Waffensysteme wie ein Scharfschützengewehr oder eine überaus tödliche Plasmakanone freispielen. Auch das verändert die Spielweise dieser Klasse nachhaltig. Die dritte Klasse ist eine klassische Hybridklasse. Ausgestattet mit schwächeren Nahkampfattacken und einem Sturmgewehr, ist sie der beste Kompromiss zwischen der Beweglichkeit des Assault und der Feuerkraft des Devastator.

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