World of Warcraft: Cataclysm - Die coolsten Raid-Bosse

David Hain

Nichts bleibt beim Alten, kein Stein auf dem anderen: Der „Cataclysm“ zerrüttet dieser Tage ganz Azeroth, danach ist die „World of Warcraft“ nicht mehr dieselbe. Sechs Jahre lang stromern knapp 12 Millionen Abonnenten durch diese Welt, tauschen, handeln, kämpfen, angeln. Besonders beliebt: Die herausfordernden Raidinstanzen mitsamt ihren epischen, teils knackschweren Bossen. Zum Start von „Cataclysm“ blicken wir daher zurück und sagen, welche Bossgegner zu den coolsten, besten oder fiesesten gehören.

Geddon Fight
Platz 10: Baron Geddon
Wirklich spektakulär ist der Kampf gegen Baron Geddon, den fünften Boss der Raidinstanz Geschmolzener Kern, aus heutiger Sicht sicherlich nicht mehr. Eure Exzellenz sah aus wie ein gewöhnlicher Feuerelementar, hat keine dramatischen Phasenübergänge zu bieten und eine einleitende Ingamesequenz gab es auch nicht. Damals war das eben so – und trotzdem war jeder glücklich.

Weshalb der Baron uns trotzdem im Gedächtnis geblieben ist? Wegen einer Fähigkeit, die regelmäßig für wütendes Gebrüll im Gruppensprachchat und tobende Raidleiter sorgte. Alle paar Sekunden verteilte Geddon nämlich die „Lebende Bombe“. Ging diese hoch, wurde das Opfer meterweit in die Höhe geschleudert und sorgte zudem für massiven Flächenschaden. Die knapp 4000 Schadenspunkte würde man heute wahrscheinlich nicht einmal merken, damals waren sie für Stoffklassen jedoch tödlich. Ohne entsprechende Addons übersah man die Bombe gerne mal. Wenn also innerhalb von Sekunden der halbe Raid umkippte, ist irgendjemand mitten in der Gruppe explodiert. Und das Geschrei war wieder groß!

Valkyr Fight
Platz 9: Die Zwillingsvalkyr
Die Prüfung des Kreuzfahrers gilt unter erfahrenen Spielern nicht unbedingt als Glanzstunde des blizzard'schen Raiderlebnisses. Zu kurz, zu leicht, zu unspektakulär empfanden die meisten Gilden die Ein-Raum-Arena, der limitierter Spielraum mit der ausladenden Architektur eines Ulduar nicht im Ansatz mithalten konnte. Trotzdem gab es hier einen ausgesprochen spaßigen Gegner.

Die Zwillingsvalkyr Eydis Nachtbann und Fjola Lichtbann hatten abseits vom üblichen Einerlei einen netten Kniff zu bieten. Der Kampf selbst basiert im Grunde auf dem Wechselspiel zwischen Licht und Dunkelheit: Als Spieler muss sich mit einer Aura einfärben, die für eines der beiden Attribute steht. Trägt man eine schwarze Aura ist man besonders empfindlich gegen Eydis‘ Dunkelheitattacken, ist aber nur so in der Lage, Schaden an Fjola Lichtbann zu erzeugen.

Da man die Auren nur an zwei fest positionierten Portalen wechseln kann, führt dieses hin und her zu einem äußerst unterhaltsamen Herumgewusel aus durcheinanderlaufenden Spielern, die verzweifelt nach der richtigen Farbe suchten. Wer schläft, wird gegrillt. Wirklich spektakulär ist das zwar nicht, zählte im eher mittelprächtigen Raidcontent von „Wrath oft he Lichking“ zu den dynamischeren Kämpfen.

Heigan Fight
Platz 8: Heigan der Unreine
Tänzchen gefällig? Heigan der Unreine gilt bis heute als einer der wenigen Bosse in „World of Warcraft“, bei denen man sich nie sicher sein kann, ob man den Kampf überlebt oder nicht. Egal wie gut die Taktik sitzt, egal wie hochwertig die Ausrüstung ist. Die üblichen Taktikvariationen bringen hier nämlich denkbar wenig. Stattdessen erinnert der immens witzige Aufenthalt in Heigans Raum an ein Geschicklichkeitsspiel – oder besser: einen Tanz.

In regelmäßigen Abständen wird der Raum nämlich durch heftige Eruptionen hochgiftiger Säure durchgeschüttelt. Trotzdem musste man mit Heigan genau durch diese grüne Suppe hindurch laufen, ohne diese dabei zu berühren. Wer sich den sicheren Weg nicht gut einprägte, war praktisch auf der Stelle hinüber. Das heillose Gewusel entlang einer unsichtbaren Linie sah für Beobachter wie ein ziemlich chaotischer Walzer aus. Ohne barocke Kleider versteht sich. Dafür mit Säure.

Für besonderen Nervenkitzel sorgte dabei stets der Fakt, dass es mit ziemlicher Sicherheit irgendein Mitglied der Raidgruppe erwischt – irgendeiner pennt eigentlich immer. Seit „Wrath oft he Lich King“ gibt es sogar ein spezielles Achievement, wenn niemand während des Kampfes durch die Säure stirbt. Für die ganz Harten also...

Vaelastrasz Fight
Platz 7: Vaelastraz
Kurz nachdem die ersten Gilden sich mit Schweiß und Tränen durch den „geschmolzenen Kern“ geackert hatten, öffnete Blizzard die zweite große Raidinstanz. „Der Pechschwingenhort“ war jedoch alles andere als ein Sonntagsspaziergang, sondern trieb den Schwierigkeitsgrad in teils absurde Höhen und nicht wenige Gildenleiter an den nervlichen Abgrund. Dafür verantwortlich war vor allem der zweite Boss: Vaelastraz der Verdorbene.

Die meisten Spieler dürften zu Vaelastraz ein äußerst zwiespältiges Verhältnis haben. Denn obwohl er zu den besten Encountern im gesamten Spiel gehört, ist er gleichzeitig auch einer der schlimmsten. Tatsächlich war er für damalige Verhältnisse derart hart, dass nicht wenige Gilden und Raidgruppen im Zuge der kräftezehrenden Versuche aufgaben und sich (wie z.B. die Gilde des Autors) sogar auflösten. Nicht umsonst erhielt er hinter vorgehaltener Hand den Namen „Gildenkiller“.

Dabei besitzt Vael zu Beginn des Kampfes gerade einmal 30% seiner Lebenskraft – den Rest hat er im Kampf gegen Pechschwingenhort-Häuptling Nefarius eingebüßt. Trotzdem war die Kombination aus der Fähigkeit „Fire Nova“, die regelmäßig die Lebenspunkte um ein Viertel senkte und „Burning Adrenalin, das den Befallenen innerhalb von 20 Sekunden tötete, kaum zu bewältigen. Obendrein tickte ein gnadenloses Zeitlimit herunter: Nach drei Minuten war das Trauerspiel nicht mehr zu schaffen.

Four Horsemen Fight
Platz 6: Four Horsemen
Als Blizzard im Sommer 2006 mit „Naxxramas“ die letzte große Raidinstanz vor dem Addon „Burning Crusade“ veröffentlichte, stürzten sich die Topgilden darauf, wie ausgehungerte Hyänen. Jeder wollte im Wettrennen um die sogenannten First Kills (also die weltweit ersten Siege über einen Boss) der Erste sein. Ganz vorne dabei: Die damaligen Superstar-Gilden Nihilum und Death & Taxes. Ein dramatisches Kopf-an-Kopf-Rennen entbrannte, beinahe täglich vermeldeten beide neue Siege. Und dann – war plötzlich Schluss. Mehr als einen Monat hörte man nichts mehr über sterbende „Naxxramas“-Bosse. Was war passiert?

Die Antwort dürfte WoW-Veteranen noch heute ein Schaudern über den Rücken jagen: Die vier Reiter aka „Four Horsemen“ galten lange Zeit (genauer: bis zum Auftauchen eines weiteren Vertreters dieser Top 10) als schwerster Raidgegner, den dieses Spiel je hervor gebracht hat. Wochenlang sinnierte die Community in seitenlangen Forenbeiträgen über Taktikvorschläge, stempelte das Quartett gar als unbesiegbar ab.

Waren sie natürlich nicht, das knifflige Spiel aus stapelbaren Schadensauras, Positionswechseln und millimetergenauer Navigation war für damalige Verhältnisse jedoch einmalig und verlangte den Spielern ein Höchstmaß an Konzentration ab. Bis sie dann tatsächlich endlich die Füße gen Himmel reckten, dauerte es noch eine ganze Weile: Mit sieben Wochen halten die „Four Horsemen“ bis heute den Rekord für den am längsten unbezwungenen Raidboss.

Muru Fight
Platz 5: M'uru
Es dürfte Menschen geben, die bei der bloßen Erwähnung des Namens M'uru in Schockstarre fallen oder ganz plötzlich unkontrolliert zu weinen anfangen. Stundenlang. Der Herr mit dem kryptischen Namen ist nämlich einer der letzten Bosse aus der ultraharten Raidinstanz „Sonnenbrunnenplateau“ und bezieht einen Großteil seiner...ähem, Popularität aus der Tatsache, dass er von allen unbezwingbaren Bastarden dieses Dungeons der grausamste war.

Wochenlang bissen sich selbst Topgilden vom Schlage Nihilums die Zähne an dem dunklen Naaru aus, die Versuchsanzahl einiger Gruppen soll laut Gerüchten im dreistelligen Bereich residieren. Das Problem war hier vor allem das Design des Kampfes, der absolut keine Fehler zuließ. Typisches „Tank & Spank“ (also den Krieger nach vorne stellen und von hinten Schaden austeilen) war hier nicht gefragt, stattdessen musste sich jeder Spieler um drei Dinge gleichzeitig kümmern. Wenn nur einer schläft, war's das. M'uru ist übrigens einer der wenigen Bosse, die nachträglich von Blizzard per Patch abgeschwächt werden mussten, damit man ihn überhaupt besiegen konnte. Harte Sau, dieser Typ – also echt mal!

Mimiron Fight
Platz 4: Mimiron
Von den zahlreichen Bossbegegnungen im letzten Addon „Wrath of the Lich King“ befriedigten nur die wenigsten die hohen Ansprüche der Profispieler. Kaum ein Gegner vermochte den schmalen Grat zwischen intelligentem Design und perfekt justiertem Schwierigkeitsgrad zu begehen – bis auf einen. Mimiron wartete kurz vor dem Ende von „Ulduar“ auf unvorsichtige Heldengruppe und ließ diese alsbald im totalen Chaos versinken.

Erwähnenswert sind zunächst einmal die drei komplett unterschiedlichen Phasen, die sicherlich zu Blizzards Paradestücken gehören: Wer Mimirons bombenwerfenden Panzer, den Leviathan MK-II besiegt, muss sich dann mit dem Mittelstück herumärgern, dass regelmäßig eine todbringende Lasersalve im 360Grad-Winkel und schmerzhafte Raketen abfeuert. Überlebt? Dann folgt nun das fliegende Kopfstück, das zu allem Überfluss auch noch kleine Roboterschergen zu Hilfe ruft, die es im Zaum zu halten gilt.

Allein diese drei Phasen dauern zum Teil jeweils so lange, wie manch anderer Bosskampf allein. Und wenn man gerade glaubt (bzw. hofft), dass es vorbei ist, fügt Mimiron alle drei Einzelteile zusammen. Der V0-L7R-0N besitzt sämtliche Fähigkeiten, verschießt Raketen, Laserstrahlen, wirft Bomben, ruft Verstärkung. A.b.s.o.l.u.t.e.s. Chaos! Und das schon im normalen Modus – vom Hard Mode fangen wir lieber gar nicht erst an.

Lich King Fight
Platz 3: Arthas aka Der Lichkönig
Wenn man etwas Tolles beendet, dann muss es schon ordentlich krachen. Drum gehören die Endgegner der großen Raids üblicherweise zu den Highlights des gesamten Dungeons: Zwischensequenzen, epische Inszenierung, verwickelte NPCs und ein Auftritt, der eines wahren Obermotzes würdig ist. Illidan, Kil'jaeden, Kael'thas – sie alle hatten ihre großartigen Momente, aber keiner davon war so fett, wie der Kampf gegen den Lichkönig.

Monatelang baute Blizzard eine drückende Spannung auf, ließ Arthas immer wieder in Quests und anderen Dungeons auftauchen, spitze die Situation unweigerlich auf die finale Konfrontation zu. Und dann steht man da, auf der Spitze der Eiskronenzitadelle vor dem mächtigsten Wesen in ganz Azeroth, ein Wahnsinnsausblick links und rechts – wer hier nicht mindestens Herzrasen der Stufe 50 hat, schmiert sich wahrscheinlich auch bei einem Erdbeben in aller Ruhe seine Butterstulle.

Logisch, dass die Schlacht gegen den Lichkönig angenehm knifflig war und toll inszeniert wurde. Valkyren tragen Gruppenmitglieder über die Klippe und werfen die wehrlosen Opfer in den Abgrund, Arthas beschwört die Geister gefallener Soldaten und verbannt einige Helden sogar in den Raum von Frostgram. Kurz bevor er das zeitliche segnet dann der Schock – alle sterben. Nur um eine tolle Zwischensequenz später von Darion Mograine wiederbelebt zu werden und zu erleben, wie der gefallene König in den Armen seines Vaters stirbt. Episch!

Algalon Fight
Platz 2: Algalon
Das gab es vorher auch noch nicht: Ein Boss, den 90% der Spielgemeinde wohl niemals zu Gesicht bekommt. Denn allein die Bedingungen um „Algalon den Beobachter“ zu beschwören, sind derart happig, dass sich nicht wenige Gilden daran die Zähne ausbeißen. Alle vier Wächter, also Freya, Hodir, Mimiron und Thorim, sowie der Eiserne Rat müssen zunächst im Hard Mode besiegt werden, erst dann öffnet sich das Tor zu Algalon.

Was dann folgte, ist bisher einzigartig in der „World of Warcraft“: Nicht nur, dass ihr einem unfassbar mächtigen Wesen aus purer kosmischer Energie gegenübersteht, es weiß diese auch gekonnt zu nutzen. Mit einem normalen Schwierigkeitsgrad gibt sich Algalon also gar nicht ab, sondern ist ausschließlich im Hard Mode zu bekämpfen. Und da kracht es gewaltig: Schwarze Löcher explodieren, Sterne fliegen umher, Meteoriten schlagen neben euch ein – das reinste Chaos.

Algalon gilt aufgrund des visuell berauschenden Kampfverlaufes daher nicht umsonst auch als spektakulärster Kampf. Eine echte optische Augenweide – wenn's nur nicht so bockschwer wäre. Obendrein tickt auch noch ein gnadenloses Zeitlimit mit: Ab der ersten Beschwörung hat man nur eine Stunde Zeit, um Algalon zu besiegen – danach muss man bis zur nächsten Woche warten.

Cthun Fight
Platz 1: C'Thun
Man muss sich das so vorstellen: Wochenlang kämpft man sich durch ein verwinkeltes Tempelgebäude, vorbei an Skarabäen, giftigen Hornissen, monströsen Würmern und Anubiskriegern, nur um am Ende auf den schlimmsten Gegner der Instanz „Ahn'Quiraj“ zutreffen...ein riesiges Auge. Klingt nicht so spannend? Nur so lange, bis man den Kampf gegen C'Thun nicht selbst erlebt hat, versprochen.

Denn wenn es einen Kampf im World of Warcraft-Universum gibt, der das Prädikat „Besonders awesome“ verdient hat, dann dieser. C'Thun gehört zu den alten Göttern und dementsprechend zu den mächtigsten Wesen von Azeroth. Blizzard wusste zum Glück, wie man ein so urtümliches Wesen am besten inszeniert: Immer wieder hört man als Spieler flüsternde Stimmen des Gottes, der vor und während dem Kampf versucht, uns in den Wahnsinn zu treiben. Super gruselig!

Seine eher beschränkte Gestalt macht er zudem mit Fähigkeiten wett, die selbst die Reiter und Feuerlords unter den Bossgegnern ziemlich alt aussehen ließen. In der ersten Phase nutzt C'Thun unter anderem den „Dark Glare“, einen mächtigen Strahl aus gebündelter Energie. Wer da hinein rennt, darf sich auf einen Schlag 500.000 Lebenspunkte abziehen – das überlebt niemand. Später wird man dann gar in C'Thuns Magen teleportiert, wo man gegen Tentakeln und Sodbrennen ankämpft.

Ragnaros Fight
Außer Konkurrenz: Ragnaros
Was war das doch für ein episches Gefühl, als man damals, vor geschätzten fünf Jahren, in der ersten World of Warcraft-Raidinstanz plötzlich vor dem absoluten Oberguru stand. Schon die neun Bosse davor waren extrem harte Brocken – was sollte da jetzt noch Folgen? Nun sagen wir es so: Mit einem massiven Grollen erhebt sich der Fürst der Feuerelementare zu Beginn des Kampfes aus der Lava und vernichtet mit einer einzigen Handbewegung seinen Untergebenen Majordomus Executus – einfach so. Dabei haben wir uns an dem nur Minuten vorher noch mit 40 Mann die Zähne ausgebissen. Das schindet Eindruck!

Was dann folgte war tatsächlich weitaus schlimmer als dieser Vorgeschmack. Wochenlang wipten viele Gilden, wer nicht perfekt aufgestellt war oder Ausrüstung mit Feuerresistenz zusammengetragen hatte, war nahezu chancenlos. Ragnaros war gnadenlos: Gefürchtet war vor allem sein Knockback, der Spieler in den nahen Lavafluss schubste oder die Söhnephase, in denen der Feuerlord auch noch Verstärkung rief.

Belohnt wurde der Aufwand dafür mit einigen der begehrtesten Gegenstände des damaligen Spiels, etwa wie der legendäre Hammer Sulfuras. Heute kennen viele Spiele diesen wahrhaft epischen Kampf gar nicht mehr. Wer jedoch einstmals dabei war, bei den ersten Serversiegen über Ragnaros den Feuerlord, wird dies wohl so schnell nicht mehr vergessen.

Weitere Themen: WoW - World of Warcraft, World of Warcraft Demo, World of Warcraft - Trial downloaden, Activision Blizzard

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