Pixelwelten - Wie real ist virtuell?

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(Pille) Wenn es ein ultimatives Videospiel gäbe, das EINE Spiel, das jeder haben möchte, wie sähe dieses Spiel wohl aus? Wenn man sich die aktuellen Entwicklungen auf dem PC- und Videospielesektor anschaut, wahrscheinlich ein MMO. Vor vier Jahren veröffentlichte die Spieleschmiede Blizzard mit World of Warcraft ein Spiel eines Genres, das bis dahin eher ein Nischendasein geführt hatte.

Pixelwelten - Wie real ist virtuell?

Mit World of Warcraft aber, rückte das Genre plötzlich in den Mittelpunkt der Gamingszene. Mit über zehn Millionen Spielern hat das Game für einen Hype gesorgt wie nur wenige Spiele zuvor und dem Markt der MMOs zu ungeahntem Ruhm verholfen.

Aber was machte World of Warcraft anders, als die vorherigen Spiele dieses Genres? Quintessenz eines jeden MMOs ist es, eine möglichst umfangreiche Welt zu simulieren, in die sich der Spieler begeben kann. Der Spieler erschafft sich ein Alter Ego, mit dem er diese Welt betreten und mit tausenden von anderen Spielern interagieren kann.

Dadurch, dass sich auf den einzelnen “World of Warcraft”-Servern Tausende von Spielern tummeln, bilden sich kleine Gesellschaften, die die reale Gesellschaft in vielen Punkten wiederspiegeln. Auf den Servern von Onlinespielen gibt es Freundschaften, Streitereien, Hochzeiten und sogar Beerdigungen. Und dies ist durchaus wörtlich zu nehmen: Die Bindungen, die in den Gilden genannten Spielerzusammenschlüssen auf einzelnen Servern entstehen, sind oft so eng, dass sich die Spieler hinter den Charakteren ineinander verlieben, dass sie die Spielfiguren verstorbener Freunde zu Grabe tragen oder im echten Leben wegen eines geklauten virtuellen Schwertes aufeinander losgehen.

Wenn es nach den amerikanischen Behörden geht, sind Onlinerollenspiele aber auch Treffpunkt für ganz andere Kaliber, als friedlich zockende Gamer. Vor einigen Tagen erschien die Meldung, dass die amerikanische Geheimdienstbehörde DNI vermutet, dass Terroristen “World of Warcraft” als Treffpunkt nutzen könnten um durch Ingamesprache ala “Wir raiden den Black Temple um 14:00 Uhr”, Anschläge in der realen Welt zu planen.

Aber zurück zum Erolg des Genres. Woran liegt es, dass virtuelle Welten sich so einer großen Beliebtheit erfreuen?
Viele Spiele haben das “Problem”, dass sie sich nur auf ein Thema beschränken. Rennsimulationen, Sportspiele, Beat em Ups und Strategiespiele können noch so gut sein. Das Potenzial, den gewöhnlichen Spieler über mehrere Jahre zu fesseln, haben nur die allerwenigsten. Ausgenommen hiervon sind Casual- und Partygames ala Guitar Hero, die auch Menschen ansprechen, die sonst eher wenig mit Videospielen zu tun haben oder nur am Wochenende ausgepackt werden, wenn Besuch da ist.

Spiele, die es sich zum Ziel setzen, gesamte Welten zu simulieren, haben den Vorteil, dass sie sozusagen dass Grundgerüst für jegliche Form von Spiel (in Form von Minigames) bieten.

Ein weiteres Beispiel für den Erfolg von virtuellen Welten mit dem Anspruch, eine möglichst komplexe Welt zu simulieren ist “GTA 4″. Wenn es ein Spiel gibt, das in westlichen Gefilden an den Erfolg von “World of Warcraft” anknüpfen kann, dürfte es der Titel aus dem Hause Rockstar sein, in dem der Spieler unzählige Möglichkeiten hat, seine Zeit zu verbringen. Pool, Dart, Bowling, Arcadeautomaten. Das Spiel ist Grundlage für haufenweise “Spiele im Spiel”.

Erst kürzlich sagte Blizzard-Mitarbeiter Jay Wilson über “GTA 4″, es sei wie ein MMO, bloß mit einer einzigen Quest. Tatsächlich versuchen auch MMOs mit Minispielen ihre Kundschaft bei Laune zu halten. Z.b. Kneipenschlägerein in “Age of Conan”.

Die Freiheit machen zu können, was man möchte ist der Schlüssel zu einem guten Spiel. Und je mehr es zu tun gibt, desto eher die Chance, die Spieler länger bei Laune zu halten. Aber was fesselt die Spieler so an virtuellen Welten und wie verhalten sie sich in diesen? Wie genau entstehen diese “Mikrogesellschaften”, wie sie in Onlinerollenspielen existieren und welche Rolle spielt dabei der Spieleentwickler und welche der Spieler?

Das Thema: “Wie real ist virtuell? – Die Bedeutung und Entwicklung von Spielwelten”, ist heute abend unser Topthema in GIGA The Show. Dazu haben wir auch dieses Mal wieder interessante Gesprächspartner live im Interview. Mit dabei sind Dr. Jeffrey Wimmer vom Institut für Medien, Kommunikation und Information, sowie
Kurt Groll, Diplom Sozialwissenschaftler. Außerdem habt ihr die Chance, ebenfalls Gast in der Sendung zu sein. Postet eure Meinung zum Thema hier und im Forum und einer wird das Glück haben – live bei GIGA The Show dabei zu sein!

Weitere Themen: World of Warcraft Demo, World of Warcraft - Trial downloaden, Activision Blizzard

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