Was genau den Jungen antrieb, welche Szene er nachspielen wollte, ist unklar.
Die chinesische Nachrichtenagentur ‘Xinhua’ meldete lediglich, dass der in China für seinen Kampf gegen Spiel-Sucht bekannte Anwalt Zhang Chunliang, eine Sammelklage gegen “Blizzard” vorbereitet.
Weitere Kläger sind die Eltern von 63 Jugendlichen, deren Kinder durch den Konsum von “World of Warcraft” Schaden genommen haben sollen.
In welchem Umfang der Tod des Jungen im Verhältnis zu seiner Online-Aktivität steht ist nicht bekannt. Dass er bei der Nachstellung einer Spielsituation gestorben ist, sei eine Darstellung der Eltern.

Dabei ist die Wahrscheinlichkeit, sowohl Selbstmörder als auch “WoW”-Spieler zu sein in keinem anderen Land höher. Mit ungefähr 1,5 Millionen Abonnenten stellt China ein Drittel der gesamten “WoW”-Community. Gleichzeitig ist die Selbstmordrate im Land, insbesondere bei jungen Menschen, eine der höchsten der Welt.
Im Jahr 2002 war dem Online-Magazin “Journal L’Alsace” zufolge jeder dritte Todesfall einer jungen Frau Selbstmord. Realistische Schätzungen beziffern die Zahl der Selbstmörder pro Jahr auf 290.000(RELATED LINK).

Dennoch stellt die Spielsucht in China ein substanzielles Problem dar, dessen Herr zu werden die chinesische Führung seit einiger Zeit versucht. Auch in Europa zählen sich immer mehr Menschen zu den Betroffenen und suchen professionelle Hilfe(RELATED STORY).
Am Ende bleibt die alte Erkenntnis: Alles in Maßen, nichts in Massen.