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Abenteuer auf dem Mars - Die etwas andere Filmbesprechung...

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(Gnifty) Heute widmen wir uns einem beinahe längst vergessenen Film-Genre. Dem klassischen Science-Fiction-B-Movie in Form des Films Abenteuer auf dem Mars aus dem Jahr 1959. Worum gehts? Klassische Klischeenummer. Das Standardteam, bestehend aus dem ruhigen Professor, dem flapsigen Mechanikertypen, der die Knarre trägt, der Frau (das ist nun mal, was sie auszeichnet, kann ich nix für) und dem schmalzig-saloppen Anführer fliegt zum Mars.

Abenteuer auf dem Mars - Die etwas andere Filmbesprechung...

Warum zum Mars? Man kann ja mal gucken, was da ist. Und so machen sich die tapferen vier in ihrem Büro Raumschiff auf den Weg dorthin. Sie brauchen 50 Tage dafür und beschäftigen sich auf dem Weg mit Comics, dusseligen Sprüchen über den Weltraum und Schreibmaschine schreiben. Zwischendurch muss selbstverständlich auf irgendwelchen Knöppen rumgedrückt werden damit irgendwo an der Wand eine Schalttafel lustig herumblinkt.

Angekommen auf dem Mars guckt man aus dem Fenster und wundert sich, daß nichts los und vor allem sehr still ist. Aber die Pflanzen sind toll, doch, die sind super, die Pflanzen auf dem Mars. Die. Mars. Pflanzen. Also raus und direkt alles anfassen, wir sind Wissenschaftler verdammte Hacke nochmal! Doch Mechanikerboy muss vorher noch seine Wunderwaffe mitnehmen, das tapfere Gewehr Cleopatra, von den besten Wissenschaftstypis der Armee aus nem Gewehrschaft, nem Ofenrohr und ner Taschenlampe nebst einigem eilig aufgetriebenem Draht zusammengekloppt und Sonic-Gun getauft. Das Ding macht denn dann auch einen Höllenlärm, wenn man damit ballert. Es piept ohrenbetäubend und das muss es auch, denn zu sehen gibt es sonst bei diesem Wunderwerk der Technik nüscht.

Aber wir waren beim Pflanzen-begrabbeln, also raus aus den Kartoffeln und rein in die SportRaumanzüge, komplett mit ausrangierten Pilotenhelmen ohne Visier. Zwar eher mäßig gegen die Marsatmosphäre, dafür kann man aber an den Blumen schnuppern – auch okay.

Der Film schaltet für die “Außenaufnahmen” in eine seltsame Negativ-Rot-Optik um, die durchaus zu gefallen weiß, ebenso wie die mit großer Mühe handgemalten Bilder, die als Hintergründe und Closeups für allerlei Pflanzen herhalten und im großen und ganzen doch ziemlich beschissen aussehen.
Fräulein Frau (die natürlich was mit Captain Wow am laufen hat so nebenher) findet kurz darauf auch schon einen hoch interessanten Schlauch Wurzel und muss sich auch sofort angucken, wo der dicke Oschi denn herkommt. Von der beunruhigend großen Pappmascheepflanze kommt der, woher soll der sonst kommen? Schwuppdiwupp lernt die Pflanze die nette Dame etwas besser kennen, bis sie vom nervtötenden Gepiepse der terranischen Wunderwaffe in die Knie gezwungen wird. 1. Bossfight erfolgreich bestanden, XP gibts keine wegen fahrlässiger Blödheit bei der Arbeit.
Aber wir haben noch 4 Tage auf dem Mars, reichlich Zeit also, noch mehr Fauna und Flora mutwillig kaputtzumachen im Namen Terras und der Wissenschaft und überhaupt, is ja nicht unser Planet, was interessierts uns also.

Als nächstes findet Rotlöckchen Frau 6 interessante Bäume auf einer gar staubigen Ebene. Und da nach oben gucken total scheiße ist und das sowieso keine Sau macht, wollen wir ihr mal die kleine Verwechslung nachsehen, dass diese Bäume die Beine der gefürchteten marsianischen Riesen-Spinnenmaus-Dingsbums sind, die das auch gar nicht so prall findet, wenn man ihr was aus den Beinen rausschnippelt für Tests und so. Also druff auf die doofen Astronullen. Die setzen sich tapfer zu Wehr, bis – oh jeh! – Professor Zwirbelbärtchen sich wie degenerierter Gabelstapler zwischen zwei vollkommen freistehenden Schaumstoffklötzen Felsen verkeilt und irgendwie so ein bisschen festklemmt.

Kann jedem mal passieren, Schwamm drüber, Professor. Das sieht natürlich die Maus sofort und grabbelt zur Abwechslung mal am Professor herum, der sichtlich in Panik gerät über so viel Zuneigung. Zur Überraschung aller zeigt sich der vielbeinige Nager auch noch sehr resistent gegen die beste Waffe der Welt, doch Captain Triefnase hat eine Idee! Schieß halt mal auf die Augen…oder besser, piepse in ihre ungefähre Richtung. Durch einen kostspieligen Filmtrick verschwinden die Augen der Maus und – HURRA! Bosskampf 2 bestanden. XP? Sorry, Prof, sie ham´s verkackt, das Team Erde geht leer aus.

Doch auch das war noch nicht der Weisheit letzter Sockenschuss, denn, nachdem Professor Tollpatsch sich erholt hat, entdeckt die Gang einen schicken See. Den Mars-See, ihr wisst schon, den mit dem Wasser, der sich bis zum Horizont erstreckt. Wird gemerkt und am nächsten Tag wird das Schlauchboot zu Wasser gelassen um mal abzuchecken, wie sich das so verhält mit dem See und so. Ja, sie haben ein Schlauchboot mit auf den Mars gebracht, ich fand´s charmant.
Eine offenkundige Ewigkeit später, denn die Crew ist sichtlich angekotzt von all dem Wasser und der generellen Tatsache, daß der Mars ja sooo tot und leer ist – abgesehen von irgendwelchen Pflanzengrapschern und Spinnenmausteilen natürlich, sieht unser Goldcaptain eine Stadt! Wow, eine Stadt auf dem Mars? Wie geht das denn? Weiss man nicht und man ist davon auch weniger beeindruckt als von den beiden letzten Bossen.

Wo wir bei Bossen sind, es ist Zeit. Zeit für die Nase mit dem Auge. Die lebt nämlich in dem See und will doch so gerne wissen, wie so ein scheiß Gummiboot schmeckt. Also rast sie hinter unseren strahlenden Helden her, die, obwohl sie ja Stunden gerudert waren, doch zack, sofort wieder da sind, wo sie zu Wasser gegangen sind. Ich möchte euch nicht zu lang auf die Folter spannen. Ja, die Nase bekommt das Gummiboot und findet es superlecker. So lecker sogar, dass sie fragen möchte, ob sie vielleicht noch eines bekommen kann und so rubbelt sie Richtung Rakete, wobei sie ihr seltsam platziertes Auge wie ein irres Blinklicht im Kreis rotieren lässt, um möglichst harmlos und freundlich zu wirken.

Doch in der Rakete ist unsere Bande sicher. Natürlich nur, wenn man die blöde Tür zumacht und so geht der Mechanikertypi nebst der unglaublichsten Waffe, die die Menschheit jemals in 2min zusammengeklebt hat, von dieser Welt und IN die Nase rein. Dort schwimmt er noch ein wenig herum, zieht eine Flunsch und verschwindet dann grußlos in den Weiten ihrer Verdauung. Tragisch.

Tür zu, Nase bleibt draußen, doch was tun? Die Nase entpuppt sich nach einem hochwissenschaftlichen Disput als gigantische Amöbe und droht, die Außenhülle unseres Raumschiffes zu zersetzen! Schnell ist klar: Gegen so etwas hilft nur eines: ELEKITARITIZITÄZT. Die hilft in anderen Filmen schnell und zuverlässig, also soll sie bitte auch hier helfen, soviel Zeit muss ja wohl sein. Ratzfatz ist irgendein zufälliges Panel aus der Wand gerissen, und verkabelt, es wird ein hübscher kleiner Umlegschalter auf den Schreibtisch die Kommandokonsole gelegt, schnell noch ne fiese Fratze gezogen und dann gibt ihm aber. Die Nase kann über diese feige Gummibootverweigerung absolut nicht lachen und schmilzt schmollend kaputt.
Doch der Professor schämt sich immer noch so wegen seiner blöden Nummer mit den Felsen, dass er nen leichten Herzkasper bekommt und sich entschuldigen lässt. Okay, dann halt nicht, gucken wir was Captai-GOTT JUNGE! Was hast du da am Arm?! Kommander Ultra hat sich nen fiesen Fall von Marsschleim von der Nase geholt! Was für eine Sauerei aber dafür ist jetzt keine Zeit, eben sowenig wie für Trauer um Mechaknarrenträgermann oder die Knarre. Weg ist weg, scheiß drauf, gibt´s noch mehr von.

SCHNITT! Wir sind im Weltraum irgendwie. Die Rakete fliegt wieder zurück zur Erde und Frau Frau erwacht, denn sie fiel mehrfach in Ohnmacht im Laufe der Aktion “Naseputzen”. Wie sie sehr schnell feststellt, hat der Prof den Start und die damit verbundenen Gravitationskräfte in seinem StrampelanzRAUMANZUG nicht so doll überstanden. Könnte damit zusammenhängen, daß die Herren der Schöpfung im Raumschiff feine Lackschuhe tragen. Sieht zwar ziemlich stilvoll aus, ist aber nunmal keine Technik aus der Raumfahrt. Vielleicht hatten sie sich auf einen Tanzabend auf dem Mars eingestellt, das versäumt der Film leider zu transportieren. Wie auch immer, der Prof ist kaputt, Trauer gibt´s auch für ihn nicht wirklich, keine Zeit für sowas offenbar, kaltherziges Pack! Aber so sind sie, die Astronauten, immer am Limit, immer den Schnitter im Tornister und immer bereit sich-GOTTVERDAMMT DER SCHLEIM IST ÜBERALL AUF DEINEM ARM! Ja, die Nase macht noch von sich hören mit ihrem schleimigen Vermächtnis und der Captain ist ziemlich im Eimer im Moment, also lassen wir ihn in Ruhe und erwähnen, dass bis jetzt alles ein Rückblick der werten Dame war, den sie uns aus ihrem Krankenhausbett zukommen lies.

Die Rakete wird denn dann auch per Fernsteuerung gelandet und nach und nach presst man im Armeekrankenhaus auch den ganzen kranken Marsquatsch aus der Frau raus. So haben die intelligenten Marsianer den Astrovandalen noch eine Botschaft auf ihr fortschrittliches Magentbandaufnahmeding gesprochen, doch zuerst gilt es, Captain Sonnenschein zu retten, dessen Armverband nimmt nämlich langsam wirklich lächerliche Ausmaße an. Doch Dr. Frau wäre nicht Dr. Frau, wenn sie nicht eine Lösung parat hätte. Na? ELEKITARITIZITÄZT! Schon wieder. Der Plan ist also, den Amöbennasenbefall durch leichte Schocks zu überreden, den Scheiß mal sein zu lassen. Klappt auch, sehen wir nur nicht. Kapitän Nutzlos ist also wieder okay und so hören wir in den letzten Sekunden des Films noch die ominöse Nachricht aus einer Fremden Welt, die sich im Grunde so anhört:

“Macht euren Scheiß bitte zu Hause, sonst schallerts, daß die Brille fliegt!”

Und so enden also die Abenteuer auf dem Mars. Ein großer Film, ein wichtiger Film. Ein Film, der uns zeigt, dass wir, wenn wir uns der Größe und Schönheit des Kosmos bewusst we-*fnnnnch*meine Nase läuft.

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