Gamer als Entwicklungshelfer - GIGAbites: Goldselling-Boom - Segen oder Fluch?

Tobias Heidemann
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Es ist eigentlich ein ziemlich alter Hut: Während wir uns in den Instanzen mit Raids die Zeit vertreiben, ackern am anderen Ende der Welt schlecht qualifizierte Arbeitskräfte als Goldfarmer für ihren Lebensunterhalt. Eine im April erschienene Studie der Weltbank warf jedoch ein neues Licht auf die “Gaming-for-Hire Services”: Das Wachstum der MMO-Ökonomie ist enorm – das meiste Geld bleibt in den Entwicklungsländern. Doch kann man den Boom der virtuellen Wirtschaft wirklich zum Heilsbringer erklären?

Gamer als Entwicklungshelfer - GIGAbites: Goldselling-Boom - Segen oder Fluch?

Die Meldung ging Anfang April über den Äther: Knapp drei Milliarden Dollar flossen 2009 durch den noch jungen Wirtschaftszweig der sogenannten “Gaming-for-Hire Services”. Gemeint ist damit der Handel mit virtuellen Spiele-Waren. Über 100.000 Menschen arbeiten allein in Indien und China in Online-Rollenspielen wie zum Beispiel “World of Warcraft” oder “Lineage” für echtes Geld. Mittlerweile lässt sich mit dem Dienstleistungsangebot rund um die digitalen Währungen also nicht nur richtig Geld verdienen – das Geschäft schafft auch immer mehr Jobs für unqualifizierte Arbeitskräfte. Da die Anbieter solcher Arbeitsdienste vor allem in den ärmeren Ländern des globalen Südens sitzen, stellt sich auch die Frage: Wer profitiert von der boomenden MMO-Ökonomie wirklich.

Die Ergebnisse der Weltbank-Studie

Die Zahlen stammen aus einer Studie der Weltbank. Sie belegt, dass 75% der drei Milliarden Dollar allein durch das sogenannte Goldfarmen abgedeckt werden. Zur Erinnerung: Der Begriff “Goldfarmer” wird für Arbeitskräfte verwendet, die gegen Bezahlung größere Mengen virtueller Waren (Goldselling, Level-Dienste) erwirtschaften. Die Goldfarmer verkaufen die von ihnen erworbenen Spielgeld-Beträge und Gegenstände dann außerhalb des Spiels an andere Spieler. China, Indien und Vietnam sind die wichtigsten Dienstleister in diesem Bereich.


Nicht immer ist aber auch ein Mensch für die verkauften Waren verantwortlich. Laut der Studie wurde nur etwa ein Drittel von Menschenhand erwirtschaftet. Die Hälfte des Umsatzes wird dagegen mit “Bot Farmen” generiert. Diese automatisieren die Arbeitsprozesse und machen menschliche Arbeitskraft weitgehend überflüssig. Die restlichen 20% des Goldfarmer-Umsatzes wurden schließlich aus gehackten Accounts gestohlen. Die Studie gab aber auch Auskunft darüber, wie das Geld letztlich aufgeteilt wird und veranschaulicht dies anhand eines konkreten Beispiels: Aus einer 100

Weitere Themen: World of Warcraft Demo, World of Warcraft - Trial downloaden, Activision Blizzard

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